Gabriel Clemens ist zurück auf der
European Tour – und hat seine unverhoffte Chance in Antwerpen direkt genutzt. Der „German Giant“ setzte sich am Freitagabend in der ersten Runde der
Flanders Darts Trophy 2026 mit 6:4 gegen
Cameron Menzies durch und feierte damit seinen ersten Sieg auf der European Tour seit fast einem Jahr.
Dass Clemens überhaupt auf der Bühne stand, war keineswegs selbstverständlich. Der Saarländer hatte sich ursprünglich nicht für das Turnier qualifiziert und rückte erst durch die Absagen mehrerer Spieler ins Teilnehmerfeld nach. Unter anderem Luke Littler, Luke Humphries, Jonny Clayton und Gary Anderson
verzichteten auf einen Start in Antwerpen.
Clemens kämpft sich nach schwierigem Start ins Match
Für Clemens öffnete sich dadurch kurzfristig doch noch die Tür zu seinem erst zweiten European-Tour-Auftritt der gesamten Saison. Zuvor hatte er 2026 lediglich bei den Austrian Darts Open in Graz im Mai auf der europäischen Bühne gestanden. Entsprechend groß dürfte die Erleichterung gewesen sein, die Gelegenheit gegen Menzies tatsächlich genutzt zu haben.
Gabriel Clemens nutzte seine Chance als Nachrücker und feierte gegen Cameron Menzies seinen ersten Sieg auf der European Tour seit Oktober 2025.
Ganz reibungslos verlief der Abend allerdings nicht. Im Bühneninterview mit Master of Ceremonies
Philip Brzezinski räumte Clemens anschließend ein, dass ihm die fehlende Spielpraxis auf der European-Tour-Bühne zunächst anzumerken gewesen sei.
„Der Start war nicht gut, aber es ist erst mein zweites Match in diesem Jahr auf einer European-Tour-Bühne“, erklärte Clemens. „Es ist nicht einfach, und das hat man in den ersten Legs gesehen. Aber gegen Ende des Spiels war mein Scoring gut und ich bin über die Ziellinie gekommen.“
Der Erfolg beendet zugleich eine ungewöhnlich lange Durststrecke. Clemens' letzter Sieg auf der European Tour lag beinahe ein Jahr zurück. Zuletzt hatte er im Oktober 2025 in Hildesheim ein Match auf dieser Bühne gewonnen. Umso wertvoller ist der Erfolg in Antwerpen – insbesondere angesichts der wenigen Gelegenheiten, die sich ihm in dieser Saison bislang auf der European Tour geboten haben.
Fehlender Bühnenrhythmus macht sich bemerkbar
Brzezinski sprach Clemens nach der Partie genau darauf an. Während der „German Giant“ in früheren Jahren regelmäßig auf der European Tour vertreten war, blieben diese Auftritte 2026 bislang weitgehend aus. Dass dadurch auch ein Stück Bühnenrhythmus verloren geht, bestritt Clemens nicht.
„Ja, natürlich“, antwortete er auf die Frage, ob er sich erst wieder an diese Situation gewöhnen müsse.
Gian van Veen wartet in Runde zwei
Allzu viel Eingewöhnungszeit darf sich der Deutsche jedoch nicht leisten: In der zweiten Runde bekommt es Clemens mit
Gian van Veen zu tun. Der Niederländer geht als Nummer eins der Setzliste in die
Flanders Darts Trophy und gehört mittlerweile zur absoluten Weltspitze.
Clemens weiß entsprechend genau, dass die Leistung aus der ersten Runde nicht reichen dürfte.
„Mein Scoring war am Ende des Spiels gut“, sagte der Deutsche mit Blick auf die nächste Partie. „Gian van Veen ist ein fantastischer Spieler. Ich muss besser spielen als heute und hoffe, dass ich das kann. Dann werden wir ein gutes Spiel haben.“
Clemens vermisst die Bühne mehr als englische Interviews
Zum Abschluss sorgte Brzezinski noch für einen humorvollen Moment. Der Moderator wollte wissen, was Clemens während seiner längeren European-Tour-Abstinenz mehr vermisst habe: das Dartspielen auf der Bühne oder die englischsprachigen Interviews mit ihm.
Bei dieser Entscheidung musste der Deutsche nicht lange überlegen.
„Auf der Bühne zu spielen“, antwortete Clemens trocken.
Brzezinski quittierte die Antwort scherzhaft als Überraschung. Es war ein passender Abschluss für einen Abend, an dem Clemens vor allem eines wieder erleben durfte: ein erfolgreiches Match auf einer großen European-Tour-Bühne.