„Für mich hat es immer nur knapp nicht gereicht, obwohl ich wirklich gut gespielt habe“ – Kevin Doets sieht starkes Debüt beim World Matchplay nicht belohnt

PDC
Dienstag, 21 Juli 2026 um 11:30
Kevin Doets (2)
Kevin Doets hat bei seinem Debüt beim World Matchplay gleich gezeigt, dass er auf die große Bühne gehört. Der Niederländer verlor zwar in der ersten Runde mit 10:6 gegen Ross Smith, tat das jedoch mit einem beeindruckenden Average von über 104 und einer Doppelquote von 55 Prozent. Dennoch reichte selbst das nicht gegen einen entfesselten Engländer, der nahezu jede Chance eiskalt nutzte.
Smith startete furios und zog im Eiltempo auf 5:0 davon. Der ehemalige Europameister produzierte dabei unter anderem einen 10-Darter und ein spektakuläres 160-Finish.
Doets kämpfte sich anschließend stark auf 6:4 heran und hielt lange Zeit Kurs auf ein Comeback, doch Smith schlug in den entscheidenden Momenten immer wieder zu. Selbst ein brillantes 161-Finish des Niederländers reichte nicht, um das Match noch zu drehen. Am Ende entschied Smith das Duell mit einem feinen 120-Finish.
Nach dem Match überwog bei Doets das Gefühl, kaum etwas falsch gemacht zu haben. „Ich weiß ehrlich gesagt selbst nicht, was ich von dem Spiel halten soll“, sagte er anschließend bei Viaplay. „Gefühlt habe ich von Anfang bis Ende sehr gut gespielt. Trotzdem verliere ich 10:6.“

„Er checkte alles, was er checken musste“

Vor allem der Blitzstart von Smith machte die Aufgabe besonders knifflig. Im Handumdrehen lag Doets 0:5 hinten, obwohl er selbst den Eindruck hatte, keineswegs schlecht zu spielen. „Gerade in der ersten Session war es unglaublich. Er checkt dann auch noch die 160, während ich selbst auf einem Finish stehe.“
Laut Doets lag der Unterschied vor allem bei den Checks seines Gegners. „Heute hat er alles ausgecheckt, was er auschecken musste. Das macht er auch nicht immer, aber heute hatte ich das Pech, dass es bei ihm eben lief.“
Er selbst hatte nicht das Gefühl, viele Chancen liegen gelassen zu haben. „Gefühlt habe ich einfach sehr gut geworfen. Vielleicht habe ich hier und da eine kleine Chance verpasst, aber am Ende war er einfach sehr stark.“
Kevin Doets in Aktion
Kevin Doets verlor trotz eines starken Debüts mit 10:6 gegen Ross Smith

Glaube an ein Comeback

Nach der desaströsen Anfangsphase kämpfte sich Doets stark auf 6:4 heran. In diesem Moment begann er wieder an ein gutes Resultat zu glauben. „Da dachte ich: Es geht noch. Ich hatte selbst auch wieder Vertrauen.“
Dennoch wusste Smith stets zum richtigen Zeitpunkt zuzuschlagen. „In der zweiten Session trifft er wieder ein wichtiges Doppel mit dem letzten Pfeil. Danach checkt er erneut etwas mit dem letzten Pfeil. Alles, wozu er eine Chance bekam, ging im Grunde rein.“
Trotzdem blieb Doets dran. „Ich versuchte dranzubleiben, und das gelang auch einigermaßen. Aber am Ende war er einfach besser.“

„Bei ihm war es eben knapp drin“

Der Höhepunkt in Doets’ Partie war ohne Zweifel sein spektakuläres 161-Finish, mit dem er den Rückstand erträglicher gestaltete. Dennoch ahnte er bereits, dass Smith sofort zurückschlagen würde.
„Nicht nur er bekam Chancen. Ich hatte selbst noch 61 Rest, werfe dann aber eine 2, nicht einmal in der Nähe der Bull. Danach bekomme ich noch einen Pfeil auf Tops, aber den ziehe ich unten drunter.“
Damit fasste er die Partie wohl am besten zusammen. „Bei mir war es immer knapp nicht, obwohl ich wirklich gut spielte. Bei ihm war es auch sehr gut, aber bei ihm war es eben knapp drin.“
Die Zahlen unterstreichen dieses Gefühl. Mit einem Average von über 104 Punkten und einer Doppelquote von 55 Prozent lieferte Doets einen starken Auftritt ab. Als er nach dem Match auf diese Werte hingewiesen wurde, reagierte er nur kurz. „Leider.“
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