„Gebt ihnen fünf Jahre Stadionverbot“ – Nathan Aspinall plädiert für harte Sanktionen gegen pfeifende Fans
PDCNathan Aspinall hat sich deutlich gegen ein wachsendes Problem im Profidarts positioniert. Der Engländer fordert langjährige Stadionverbote für Zuschauer, die während der Matches pfeifen, wenn Spieler zum Wurf ansetzen. Nach Ansicht von Aspinall schadet dieses Verhalten dem Sport nachhaltig und beeinflusst Spiele auf höchstem Niveau unmittelbar.
In den vergangenen Jahren sind Pfiffe bei großen PDC-Turnieren zu einem wirklichen Problem geworden – auch die Darts WM im Alexandra Palace bildet hier keine Ausnahme. Gesang, Jubel und selbst Buhrufe gehören seit Jahren zur Atmosphäre des Sports. Pfeifen jedoch überschreitet für viele Spieler eine klare Grenze. Es stört die Konzentration in entscheidenden Momenten – besonders in einem Sport, in dem kleinste Unterschiede über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Aspinall fordert strukturelle Konsequenzen für Störenfriede
Nathan Aspinall ist nicht der erste Profi, der das Thema öffentlich anspricht. Zuvor hatte Ricardo Pietreczko strengere Kontrollen in den Hallen gefordert. Auch Mike De Decker verwies nach seiner Niederlage gegen Publikumsliebling David Munyua auf das Verhalten der Fans auf den Rängen. Aspinall geht jedoch weiter und spricht sich ausdrücklich für feste, spürbare Sanktionen aus.
Vor seiner Drittrundenpartie bei der Darts WM, die er gegen Kevin Doets verlor, äußerte sich der zweimalige WM-Halbfinalist in einem Interview mit The Sun deutlich. „Ich habe es bereits bei den Euro Tours und sogar in Interviews auf der Bühne gesagt: Hört einfach auf zu pfeifen. Genießt Darts und benehmt euch normal“, sagte Aspinall.
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Ansprechen hilft nicht
Nach Einschätzung des Engländers bewirkt das direkte Ansprechen des Problems sogar das Gegenteil. „Dann taucht es plötzlich auf Instagram und TikTok auf mit Texten wie: ‚Nathan teilt gegen das Publikum aus‘. Das ermutigt die Leute geradezu, weil sie wissen, dass sie Spieler damit ärgern“, stellte er klar. „Ob man schweigt oder etwas sagt, es geht einfach weiter.“
Aspinall räumt ein, dass die Durchsetzung von Regeln in einer Halle mit Tausenden Zuschauern schwierig ist. „Wie willst du 10.000 Menschen überwachen, die die Finger in den Mund stecken, um zu pfeifen?“, fragte er. Dennoch sieht er einen klaren Lösungsansatz.
„Leute, die erwischt werden, sollten nicht nur aus der Halle geworfen werden, sondern ein Verbot von beispielsweise fünf Jahren bekommen“, fordert Aspinall. „Etwas, das sie wirklich spüren lässt, welche Konsequenzen ihr Verhalten hat.“
Nach seiner Ansicht würde eine solche Maßnahme langfristig Wirkung zeigen. „Wenn ein paar von ihnen so ein Verbot erhalten und sich herumspricht, dass jemand fünf Jahre nicht mehr zum Darts darf, weil er gepfiffen hat, dann denken andere hoffentlich zweimal nach.“
Dabei gehe es ausdrücklich nicht um Nebensächlichkeiten. „Viele Matches werden vom Publikum entschieden. Das Niveau liegt so dicht beieinander. Ein verpasster Dart auf die Doppel-16 für ein 109er-Finish kann dich das Spiel kosten. Und dann pfeift jemand.“
Zum Abschluss richtet Aspinall eine unmissverständliche Botschaft an Verantwortliche und Fans. „Es sei denn, man klebt jedem beim Einlass den Mund zu, wird das weiter passieren. Deshalb denke ich wirklich, dass harte Sanktionen wie eine Entfernung aus der Halle der einzige Weg sind, um Veränderung herbeizuführen.“
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026







