Der englische Streamer und Dartsfan
Angry Ginge könnte im nächsten Jahr durchaus bei der
Q-School auftauchen. Laut Ex-Profi
Matthew Edgar wäre das nicht nur für Ginge selbst interessant, sondern auch „gut für den Dartsport als Ganzes“. Der 24-jährige Brite ließ kürzlich wissen, dass er erwägt, am Qualifikationsturnier in Milton Keynes teilzunehmen, obwohl er derzeit keine
PDC Tour Card anstrebt.
Angry Ginge, mit bürgerlichem Namen Morgan Burtwhistle, ist vor allem als populärer Content-Creator und Streamer bekannt, doch seine Liebe zum Darts ist alles andere als neu. Er ist großer Dartsfan, ein guter Freund von Weltmeister
Luke Littler und regelmäßig bei großen Turnieren vor Ort. Bei der vergangenen Darts WM im Alexandra Palace war er mehrfach dabei, um „The Nuke“ bei dessen zweitem aufeinanderfolgenden WM-Titel zu unterstützen.
Positiver Effekt für den Sport
Laut Edgar, der selbst jahrelang auf der PDC Tour aktiv war, könnte eine Teilnahme Ginges an der
Q-School für zusätzliche Aufmerksamkeit und neue Zielgruppen sorgen. „Er hat schon eine ganze Menge Darts gespielt“, sagt Edgar. „Ich habe das Video gesehen, in dem er darüber spricht. Darin sagt er: ‚Wenn ich drei Stunden pro Tag trainiere…‘ Dann geht es also um echte Hingabe und Commitment.“
Aktuell ist das Niveau von Angry Ginge noch nicht besonders hoch. Edgar schätzt seinen Average auf etwa 55 Punkte, was weit vom Profistandard entfernt ist. Dennoch sieht er vor allem Potenzial in der Geschichte hinter den Zahlen.
„Wie gut kann er werden, wenn er wirklich Zeit investiert?“
„Er wirft derzeit ungefähr 55 im Average“, erklärt Edgar. „Aber das Interessante ist: Was passiert, wenn er wirklich Zeit hineinsteckt? Wie gut kann er dann werden? Das ist eine großartige Story, und sie würde viele Blicke auf den Sport lenken.“
Laut Edgar liegt die Stärke vor allem darin, einen Entwicklungsprozess sichtbar zu machen. Darts ist ein Sport, in den jeder einsteigen kann, der Fortschritt verlangt jedoch Zeit, Disziplin und mentale Widerstandskraft. Genau das könnte Ginge zeigen. „Es wäre gut für den Sport, wenn die Leute sehen, wie er sich entwickelt“, führt Edgar fort. „Man zeigt dann, dass Darts eine echte Reise ist. Dass es einen klaren Weg gibt, vom Amateur auf ein höheres Niveau.“
Luke Littler ist ein guter Freund von Angry Ginge
Persönlicher Test
Angry Ginge selbst betont, dass er die
Q-School vor allem als persönlichen Test sieht. Nicht, um sofort Profi zu werden, sondern um zu erleben, wie es ist, unter extremem Druck zu spielen, gegen starke Gegner und in einem professionellen Umfeld.
Diesen Druck spürte er bereits im Dezember ein wenig, als er gemeinsam mit den Influencern Pieface (Jack McDermott) und Bambino Becky an der Sky Sports Walk-On Experience während der Weltmeisterschaft teilnahm. In einem vollen Alexandra Palace durfte das Trio die Bühne betreten – komplett mit Einlaufmusik und Scheinwerfern.
Burtwhistle ließ sich davon nicht einschüchtern. Mit drei Darts in der Hand trat er selbstbewusst an die Oche, gekleidet in sein eigenes Dartstrikot und, bemerkenswert genug: Lightning McQueen Crocs. Der Moment ging in den sozialen Medien viral und unterstrich seinen ungezwungenen Umgang mit dem Sport.
Für die Dartswelt könnte seine mögliche Teilnahme an der
Q-School eine interessante Mischung aus Entertainment und Sport bedeuten. Während Puristen gegenüber Influencern im Profizirkus bisweilen skeptisch sind, sieht Edgar vor allem Chancen. „Wenn er zeigt, dass er sich ernsthaft verbessern will, ist das nur positiv“, schließt Edgar. „Es zeigt, dass Darts für jeden zugänglich ist. Und wenn das neue Fans bringt, profitiert der Sport nur davon.“
Ob Angry Ginge tatsächlich 2026 bei der
Q-School an den Start geht, ist noch offen. Aber eines ist klar: Schon die Idee sorgt für Diskussionen, Aufmerksamkeit und Neugier – genau das, was der Dartsport bisweilen braucht.