„Ich glaube, Venus Williams und ich sind die Einzigen im Sport, die das haben“ – Keegan Brown spricht offen über gesundheitliche Probleme und die Folgen für seine Darts-Karriere
PDC
Keegan Brown hat die Hoffnung auf eine Rückkehr auf die große PDC-Bühne noch lange nicht aufgegeben. Der ehemalige PDC-Juniorenweltmeister hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und versucht derzeit, seine Karriere unter anderem über die WDF und die ADC wieder in die richtige Spur zu bringen. Dabei erlebt der Engländer Höhen und Tiefen – an Ehrgeiz mangelt es ihm jedoch keineswegs.
Im Rahmen von Operation Bullseye, einem speziellen Darts-Event für Angehörige des Militärs auf der Bradmore Farm, sprach Brown mit Online Darts über seine aktuelle Situation. Für den Engländer war es ein besonderer Anlass. Nicht nur wegen des Charakters der Veranstaltung, sondern auch, weil er erneut gemeinsam mit seinem festen Partner Vince antrat, mit dem er bereits vor zwei Jahren den Titel gewinnen konnte.
„Es ist absolut fantastisch“, schwärmte Brown. „Es ist etwas, auf das ich in meiner Karriere stolz bin: dass wir als Dartspieler auf diese Weise zumindest ein kleines bisschen an die Angehörigen des Militärs in diesem Land zurückgeben können. Es ist ein großartiger Abend voller Darts.“
Dass Brown nicht nur zum Spaß gekommen war, machte er ebenfalls schnell deutlich. „Seien wir ehrlich: Ich habe den besten Partner“, scherzte er. „Vince und ich haben das Ding vor zwei Jahren schon gewonnen und wir werden es wieder gewinnen.“
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„Ich hätte mir keinen besseren Partner wünschen können“
Die Zusammenarbeit zwischen Brown und Vince ist inzwischen weit mehr als eine einmalige Zweckgemeinschaft. Das Duo trat auch bei mehreren WDF-Turnieren gemeinsam an und laut Brown stimmt die Chemie zwischen den beiden hervorragend.
„Vince und ich haben eine wirklich gute Chemie. Wir haben gemeinsam ein paar WDF-Events gespielt und ich hätte mir keinen besseren Partner wünschen können.“
Für Brown unterstreicht die Veranstaltung gleichzeitig, wie breit der Dartsport mittlerweile aufgestellt ist. Während sich die öffentliche Aufmerksamkeit meist auf die großen PDC-Turniere und die absolute Weltspitze konzentriert, beobachtet der Engländer, dass sich Darts auch außerhalb des Profizirkus immer weiterentwickelt.
„Genau das ist das Schöne am Darts“, erklärte er. „Es ist ein Sport, ein Spiel und ein Zeitvertreib für jeden. Jeder kann mitmachen. Am Ende ist es einfach großartig, dass wir einen solchen Abend für unsere Soldaten und das Personal veranstalten können.“
Sportlich befindet sich Brown inzwischen in einer völlig anderen Phase seiner Karriere als noch zu seinen Zeiten auf der PDC Pro Tour. Der Engländer versucht, sich Schritt für Schritt wieder an sein bestes Niveau heranzuarbeiten, wird dabei allerdings weiterhin von körperlichen Beschwerden gebremst.
„Eigentlich spiele ich ganz ordentlich“, sagte Brown. „Es gibt wieder ein paar Probleme mit meinem Handgelenk und meiner Hand, aber es ist, wie es ist.“
Zuletzt reiste er für ein WDF-Turnier nach Toronto und erreichte dort auf Anhieb das Finale. Dort musste sich Brown dem erfahrenen Kanadier Jeff Smith geschlagen geben. Zudem kam er einer Qualifikation für Lakeside nahe. Sein nächstes großes Ziel ist nun das World Masters in Las Vegas.

Browns bestes Ergebnis bei einem PDC-Major-Turnier ist der Einzug ins Viertelfinale beim Grand Slam of Darts 2014.
„Meine Gesundheit hat mich in den vergangenen vier Jahren enorm eingeschränkt“
Brown betrachtet diese Phase ausdrücklich als Neuaufbau seiner Dartskarriere. Gesundheitliche Probleme haben den ehemaligen Juniorenweltmeister in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgeworfen.
„Hundertprozentig“, antwortete er auf die Frage, ob er sich derzeit mitten in einem Neuaufbau befinde. „Ich habe es schon zu vielen Leuten gesagt: Du kannst alles Geld der Welt haben, aber wenn du deine Gesundheit nicht hast, sieht die Sache plötzlich völlig anders aus.“
„Das hat mich in den vergangenen vier Jahren enorm eingeschränkt, aber so ist das Leben. Du bekommst bestimmte Karten ausgeteilt und musst versuchen, das Beste daraus zu machen.“
Die größte Frustration liegt für Brown in den enormen Leistungsschwankungen zwischen guten und schlechten Tagen. Manchmal erreicht er weiterhin ein Niveau, mit dem er sich mit den besten Spielern messen kann. An anderen Tagen fällt sein Spiel dagegen deutlich ab.
„Das Frustrierende ist, dass ich in manchen Matches einen Average von 105 spiele und in anderen nur 85. Es geht darum, diese Konstanz wiederzufinden. Wenn ich nicht daran glauben würde, dass ich es noch kann, würde ich das alles nicht machen. Ich habe diesen Hunger und diesen Wunsch, wieder richtig gut zu spielen, noch immer.“
Browns Beschwerden werden dabei auch von äußeren Bedingungen beeinflusst. Vor allem feuchtes und regnerisches Wetter kann ihm Probleme bereiten. Der Engländer verwies zudem darauf, dass Tennislegende Venus Williams seiner Einschätzung nach zu den wenigen anderen Spitzensportlern gehört, die mit derselben Erkrankung zu kämpfen haben.
„Es ist eine so seltsame Erkrankung für einen Dartspieler. Ich glaube, Venus Williams und ich sind die einzigen Menschen in der Sportwelt, die das haben“, sagte Brown mit einem Lächeln. „Keine schlechte Gesellschaft – nur Venus und ich.“
„Es kann durch etwas ganz Einfaches ausgelöst werden. Heute haben wir wunderschönes Wetter bei 27 Grad. Aber sobald es feucht wird und anfängt zu regnen, treten die Beschwerden auf. Es ist etwas, worüber ich schlicht keine Kontrolle habe.“
Brown hat deshalb lernen müssen, zu akzeptieren, dass nicht jeder Turniertag gleich verlaufen kann. „Manchmal musst du einfach sagen: Weißt du was, heute ist nicht mein Tag. Aber genau dadurch weißt du die guten Tage mehr zu schätzen als je zuvor.“
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PDC-Rückkehr bleibt das große Ziel
Trotz aller Rückschläge ist Brown weiterhin davon überzeugt, dass er das Niveau besitzt, um eines Tages auf die PDC-Tour zurückzukehren. Seine Leistungen bei Turnieren der ADC geben ihm die nötige Zuversicht, dass die spielerische Qualität noch immer vorhanden ist.
„Wenn ich im ADC Vault spiele, gibt es Momente, in denen ich einen Average von 105 oder 110 spiele. Ich kann es also immer noch“, betonte Brown. „Es ist einfach unglaublich frustrierend, dass ich mittlerweile vom Wetter abhängig bin. Ich klinge fast wie ein Cricketspieler, oder?“
Brown kann über seine Situation noch scherzen, doch hinter dem Humor steckt weiterhin großer Ehrgeiz. Den Traum, noch einmal auf höchstem Niveau anzutreten, will der ehemalige Juniorenweltmeister jedenfalls nicht aufgeben.
„Ich weiß, dass ich es noch kann. Ich kann immer noch Darts spielen. Es ist frustrierend, aber am Ende gibt es Menschen, denen es viel schlechter geht als mir. Deshalb kann ich mich darüber eigentlich nie wirklich beschweren.“

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








