Hungarian Darts Trophy: Round-up Samstagabend - Letzter verbliebener Deutscher verliert gegen Searle und scheidet ebenfalls aus

PDC
Samstag, 29 August 2026 um 17:10
Niko Springer (1)
Der zweite Turniertag der Hungarian Darts Trophy hatte für die Fans in Budapest ein hochkarätiges Teilnehmerfeld zu bieten. Unter anderem betraten mit Gary Anderson und Rob Cross zwei ehemalige Weltmeister die Bühne, während Titelverteidiger Niko Springer versuchte, seinen Triumph aus dem Vorjahr zu wiederholen.

Titelverteidiger Springer ausgeschieden – Chisnall überzeugt

Für Niko Springer endete die Hoffnung auf eine erfolgreiche Titelverteidigung bereits am Samstag. Der Deutsche, der im vergangenen Jahr in Budapest sensationell den Titel gewonnen hatte, musste sich Ryan Searle mit 4:6 geschlagen geben.
Springer erwischte zunächst einen guten Start, doch Searle schlug früh zurück. In einem ungewöhnlich langen Leg traf „Heavy Metal“ nach 25 Darts das Bullseye für ein 121er-Finish und das Break. Anschließend bestätigte er dieses mit einem starken 13-Darter und setzte sich auf 3:1 ab.
Springer ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Zwei Legs später hatte der Titelverteidiger den Rückstand aufgeholt und zum 3:3 ausgeglichen. Doch Searle fand rechtzeitig wieder zu seinem druckvollen Scoring und seiner Stärke auf Tops zurück. Der Engländer holte sich erneut das Break und rückte kurz darauf bis auf ein Leg an den Sieg heran.
Springer bekam noch einmal die Gelegenheit, die Partie spannend zu machen, verpasste beim Versuch auf ein 164er-Finish jedoch das Bullseye. Searle ließ sich nicht zweimal bitten und machte über Tops den 6:4-Erfolg perfekt. Damit war Springers Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung beendet.

Anderson meldet sich eindrucksvoll zurück, Cross muss bis ins Entscheidungsleg

Gary Anderson hatte in diesem Jahr bislang lediglich zwei Turniere auf der European Tour bestritten und war dabei jeweils zum Auftakt ausgeschieden. In Budapest gelang dem Schotten nun endlich sein erster Sieg auf der European Tour 2026 – und das auf beeindruckende Art und Weise. Mit einem Average von 105,27 setzte sich „The Flying Scotsman“ souverän mit 6:2 gegen Krzysztof Ratajski durch.
Anderson schnappte sich direkt im ersten Leg das Break und legte anschließend zum 2:0 nach. Wie schon im Auftaktleg bekam Ratajski zwar Möglichkeiten auf die Doppel, konnte diese aber nicht nutzen. Selbst ein kleiner Aussetzer des zweimaligen Weltmeisters blieb unbestraft, ehe Anderson über die Doppel-2 das nächste Break zum 3:0 perfekt machte.
Ratajski meldete sich mit einem sehenswerten 81er-Finish in zwei Darts erstmals auf der Anzeigetafel, konnte Andersons Lauf damit aber nicht entscheidend stoppen. Der Schotte blieb klar tonangebend und rückte schnell bis auf ein Leg an den Sieg heran. Über Tops machte Anderson schließlich den hochverdienten 6:2-Erfolg perfekt und feierte damit ein echtes Ausrufezeichen bei seiner Rückkehr auf die European Tour.
Deutlich härter arbeiten musste Rob Cross. Wie schon am Vortag gegen Beau Greaves bewies der Weltmeister von 2018 starke Nerven und setzte sich nach einem weiteren Krimi über die volle Distanz mit 6:5 gegen einen stark aufspielenden Luke Woodhouse durch.
Cross brachte zunächst seinen eigenen Anwurf durch, ehe vier Breaks in Folge folgten. Woodhouse glich mit einem starken 136er-Finish aus, doch einige Fehler auf die Doppel ermöglichten „Voltage“ erneut die Führung. Lange Bestand hatte diese allerdings nicht. Woodhouse beendete die Serie an Breaks mit einem 12-Darter und stellte auf 3:3.
Gary Anderson beim World Matchplay 2026.
Anderson erzielte in seinem Spiel gegen Ratajski einen Average von 105.
Cross verpasste später nur knapp ein 170er-Finish, ehe Woodhouse mit seinem zweiten 136er-Checkout der Partie das Break holte und nur noch ein Leg vom Sieg entfernt war. Doch wie schon gegen Greaves zeigte Cross in der entscheidenden Phase seine ganze Klasse.
Nachdem Woodhouse Matchdarts ausgelassen hatte, checkte Cross 72 in zwei Darts und erzwang damit das Entscheidungsleg. Dort setzte der Engländer schließlich ein echtes Ausrufezeichen: Mit einem spektakulären 130er-Finish über das Bullseye vollendete Cross das Comeback und zog mit 6:5 in die nächste Runde ein.
Eine seiner besten Vorstellungen seit längerer Zeit zeigte derweil Dave Chisnall. Gegen Wessel Nijman ging der erfahrene Engländer zwar als leichter Außenseiter in die Partie, überzeugte beim 6:2-Erfolg jedoch mit einem Average von mehr als 100 Punkten.
„Chizzy“ legte furios los und erspielte sich schnell eine 3:0-Führung. Nijman konnte ausgerechnet in seiner sonst so großen Stärke, dem Scoring, nicht mit seinem Gegner mithalten. Mit einem 13-Darter brachte sich der junge Niederländer zwar erstmals auf die Anzeigetafel, doch Chisnall behielt bei eigenem Anwurf die Kontrolle.
Beim Stand von 5:2 war Chisnall nur noch ein Leg vom Sieg entfernt. Nijman ließ anschließend mehrere Möglichkeiten auf die Doppel ungenutzt, woraufhin Chisnall den Sack zumachte. Für den ehemaligen European-Tour-Sieger war es ein überzeugender 6:2-Erfolg und zugleich ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis auf dem Weg zurück zu seiner Bestform.
Eine spektakuläre Aufholjagd zeigte unterdessen Chris Dobey. „Hollywood“ lag gegen Tom Sykes bereits mit 0:4 zurück, drehte die Partie aber noch komplett und setzte sich schließlich mit 6:5 durch.
Dobey offenbarte zu Beginn große Probleme auf die Doppel, was Sykes sofort zu einem Break nutzte. Mit einem starken 104er-Finish über die Doppel-16 stellte Sykes auf 3:0 und knüpfte damit nahtlos an seine starke Vorstellung vom Vortag gegen Cameron Menzies an. Auch das vierte Leg ging an den Außenseiter, der seine ersten vier Versuche auf die Doppel allesamt verwandelte.
Doch dann wachte Dobey auf. Der Engländer gewann vier Legs in Folge, holte dabei zwei Breaks und stellte auf 4:4. Sykes' Niveau sank zunehmend, während Dobey immer stabiler wurde. Mit seinem fünften Leggewinn in Serie ging „Hollywood“ erstmals in Führung.
Sykes konnte noch einmal zum 5:5 ausgleichen und ein Entscheidungsleg erzwingen, doch die Wende ließ sich nicht mehr verhindern. Dobey vollendete sein Comeback und darf damit weiter von seinem ersten Titel auf der European Tour träumen.

Smith glänzt – Wattimena und Noppert sorgen für niederländischen Jubel

Nach seinem enttäuschenden World-Series-Debüt in Australien meldete sich Ross Smith in Budapest eindrucksvoll zurück. Gegen William O’Connor feierte „Smudger“ einen klaren 6:2-Erfolg und überzeugte dabei mit einem Average von mehr als 101 Punkten.
Smith eröffnete die Partie direkt mit einem 116er-Finish. O’Connor bekam anschließend Möglichkeiten auf 117 und 127 Rest, ließ diese jedoch ungenutzt. Smith bestrafte die Fehler des Iren eiskalt und stürmte mit einer zunächst makellosen Doppelquote davon. Ein 112er-Finish brachte ihm die komfortable 4:0-Führung.
Smith holte sich anschließend sogar sein drittes Break, ehe O’Connor mit einem 121er-Finish über das Bullseye erstmals anschreiben konnte. Für eine echte Aufholjagd reichte das jedoch nicht mehr. Smith brachte den Vorsprung souverän über die Ziellinie und zog nach einer überzeugenden Vorstellung in die nächste Runde ein.
Auch Jermaine Wattimena setzte seinen starken Lauf fort. Nur wenige Tage nach seinem dritten PDC-Ranglistentitel in Leicester bezwang der Niederländer Andrew Gilding mit 6:4.
In den ersten sieben Legs hielten beide Spieler konsequent ihren eigenen Anwurf. Gilding bekam zwar die erste Breakchance der Partie auf dem Bullseye, ließ diese aber liegen. Ein Leg später nutzte „The Machine Gun“ eine schwächere Aufnahmephase des ehemaligen UK-Open-Champions und stellte über die Doppel-16 auf 5:3.
Wattimenas starke Doppelquote zahlte sich aus, doch einen Matchdart auf ein 108er-Finish konnte er zunächst nicht nutzen. Gilding bestrafte den Fehler und schaffte sofort das Rebreak zum 4:5.
Doch Wattimena reagierte mit einem echten Statement. Nach neun Darts stellte er sich 16 Rest und beendete das Match schließlich mit einem herausragenden 11-Darter. Damit setzte der Niederländer seine starke Form der vergangenen Tage auch in Budapest fort.
Für weiteren niederländischen Jubel sorgte Danny Noppert. „The Freeze“ setzte sich mit 6:4 gegen den ehemaligen Europameister Ritchie Edhouse durch und legte dabei vor allem in der Mitte der Partie eine beeindruckende Phase hin.
Die ersten vier Legs gingen jeweils an den anwerfenden Spieler, ehe Noppert das Tempo deutlich erhöhte. Ein 13-Darter zum Break ließ er einen 12-Darter folgen. Insgesamt gewann der Niederländer vier Legs in Serie in gerade einmal 53 Darts und holte sich dabei ein weiteres Break zur komfortablen 5:2-Führung.
Ganz ohne Probleme ging es für Noppert allerdings nicht über die Ziellinie. Gleich sechs Matchdarts ließ er ungenutzt, wodurch Edhouse noch einmal auf 4:5 herankam und plötzlich wieder hoffen durfte. Im zehnten Leg behielt Noppert dann jedoch die Nerven und versenkte Tops zum 6:4-Erfolg.
Damit bleibt für den Niederländer die Chance bestehen, in Budapest sogar noch einen Schritt weiter zu gehen als im vergangenen Jahr.
Klatscht 6Besucher 2
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading