Gerwyn Price will in diesem Jahr endlich seinen Namen auf die Ehrentafel der
UK Open setzen. Dennoch gehört das prestigeträchtige Turnier laut „The Iceman“ nicht zu seinen Lieblingsveranstaltungen. Der ehemalige Weltmeister gab offen zu, dass er in Minehead immer wieder mit den Bedingungen zu kämpfen hat.
Trotzdem zählt der Titelgewinn beim „FA Cup des Darts“ weiterhin zu den größten Zielen des Walisers. Price gehört seit Jahren zu den Topspielern der PDC, doch diese Major-Trophäe fehlt noch in seiner Sammlung.
Zwei Finals – aber noch kein Titel
Price erreichte das Endspiel der
UK Open bereits zweimal. 2017 und 2020 stand der Waliser im Finale, musste sich jedoch beide Male Peter Wright geschlagen geben. Seitdem kam der heute 40-Jährige der Trophäe nicht mehr so nahe.
Gilt an diesem Wochenende als einer der Topfavoriten auf den Titelgewinn: Gerwyn Price
Dennoch steht das Turnier weiterhin weit oben auf seiner Wunschliste. „Es gibt ein paar Turniere, die ich noch nicht gewonnen habe, wie die UK Open und die Players Championship Finals“,
erklärte Price. „Das sind ein paar, die ich wirklich noch abhaken will.“
Ein Erfolg bei den UK Open hätte für ihn zudem sportlich große Bedeutung. Price belegt aktuell Rang elf der Weltrangliste, gehörte in der Vergangenheit jedoch bereits zur absoluten Spitze der Order of Merit.
„Wenn ich dieses Turnier gewinnen und mich wieder etwas weiter oben in der Rangliste festsetzen kann, dann gibt das nur noch mehr Vertrauen“, sagte er. „Solche Siege können eine Kettenreaktion auslösen, durch die die Dinge danach deutlich leichter gehen.“
„Kein guter Standort für mich“
Trotz seiner Ambitionen sieht Price auch einen klaren Grund, warum er sich bei diesem Event in der Vergangenheit häufig schwertat. Aus seiner Sicht spielen die Bedingungen im Butlin’s Minehead Resort eine große Rolle.
„Ich habe das Gefühl, dass Butlin’s kein guter Standort für mich ist“, gab er ehrlich zu. „Ich weiß nicht genau warum, aber die Umgebung spielt vielleicht mit rein. Und es ist dort immer eiskalt.“
Diese Umstände erschweren es ihm nach eigener Aussage zusätzlich, sein bestes Spiel auf die Bühne zu bringen. „Es ist einfach ein harter Ort zum Spielen“, erklärte Price. „Deshalb denke ich, dass ich, wenn ich die Halbfinals oder das Finale erreiche, diese Chancen einfach nutzen muss.“
Ein weiterer besonderer Faktor ist das Format der UK Open. Anders als bei vielen anderen großen Turnieren wird nach jeder Runde neu gelost. Die Spieler wissen also im Voraus nicht, gegen wen sie als Nächstes antreten.
Unberechenbares Turnierformat
Dieses offene System sorgt regelmäßig für überraschende Begegnungen und unerwartete Ergebnisse. Für Price gehört genau das jedoch zum Reiz des Turniers.
„Das ist gerade das Schöne an diesem Turnier“, sagte er. „Du kannst wirklich jeden ziehen. Das Schwierigste ist, dass du nicht weißt, gegen wen du spielst.“
Stark in die Saison gestartet
Der 40-Jährige startete stark in das neue Jahr. Price gewann bereits ein Players-Championship-Turnier und erreichte zudem das Halbfinale des Winmau World Masters. Diese Ergebnisse geben ihm zusätzliches Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.
Seit Jahren zählt Price zu den explosivsten Scorern auf der Tour. Mit seinem technisch herausragenden Wurfstil und seiner hohen Scoring-Power kann er in kurzer Zeit enormen Druck auf seine Gegner ausüben. Der Waliser ist überzeugt, dass sein bestes Niveau weiterhin mit der absoluten Weltspitze mithalten kann.
„Ich denke, wenn ich mein allerbestes Spiel abrufe, bin ich wahrscheinlich einer der schwersten Spieler zu schlagen“, erklärte Price. „Ich weiß nicht, ob es das allerbeste A-Game ist, aber ich glaube, es kommt dem nahe.“
Dabei blickt er auch auf die Konkurrenz. „Wenn du dir Spieler wie Michael van Gerwen und die Lukes ansiehst – wenn deren A-Game da ist, ist das natürlich ebenfalls großartig. Aber ich glaube immer noch an mein eigenes Spiel.“
Kein Bedarf an Pause
Mit seiner aktuellen Form möchte Price möglichst häufig spielen. Während einige Profis bewusst Turniere auslassen, um sich zu erholen, verfolgt der Waliser derzeit eine andere Strategie.
„Es ist gut, ab und zu ein paar Turniere zu verpassen, um die Batterien aufzuladen“, sagte er. „Aber ich denke, wenn das Momentum da ist, musst du einfach weitermachen.“
Für Price steht deshalb fest, dass er lieber selbst am Oche steht, statt die Ergebnisse von zu Hause aus zu verfolgen. „Sonst sitze ich doch nur zu Hause und verfolge die Pro Tours, um zu sehen, wie sich alle schlagen“, sagte er abschließend. „Da kann man genauso gut selbst dort stehen und spielen.“