„Die Fans sind immer großartig – es sei denn, man spielt gegen einen Deutschen!“ – Michael Smith scherzt über Münchener Publikum, macht sich aber Sorgen um seinen Körper

PDC
Montag, 06 April 2026 um 13:46
Michael Smith begroet het publiek
Michael Smith hat beim German Darts Grand Prix einen ungefährdeten 6:2-Erfolg gegen James Hurrell eingefahren – zufrieden war der Engländer dennoch nicht. Trotz des klaren Resultats sprach der frühere Weltmeister offen über seine aktuelle Verfassung und machte deutlich, dass er weit von seinem Topniveau entfernt ist.
Im Gespräch mit DartsNews.de (YouTube) nach seiner Auftaktpartie beim German Darts Grand Prix rückte Smith weniger das Ergebnis als vielmehr die Umstände in den Fokus. Der 33-Jährige kämpfte in den vergangenen Tagen mit gesundheitlichen Problemen und spürte die Auswirkungen auch auf der Bühne. Die Partie selbst ordnete er entsprechend nüchtern ein.

Krankheit bremst Smith – Sieg ohne Glanz

„Ich glaube nicht, dass da eine Leistung dabei war“, erklärte Michael Smith. Statt spielerischer Highlights dominierten auf beiden Seiten Unsicherheiten. Smith profitierte davon, dass sein Gegner nicht zu seinem Rhythmus fand, und nutzte seine Chancen konsequent – besonders im frühen Spielverlauf.
Hurrell, der seit der PDC World Darts Championship mit starken Auftritten überzeugt, galt im Vorfeld als unangenehmer Gegner. Auf der Bühne konnte er dieses Niveau jedoch nicht abrufen. Smith blieb stabil genug, um Fehler zu bestrafen, ohne selbst zu glänzen.
Der Engländer machte keinen Hehl daraus, dass seine körperliche Verfassung eine zentrale Rolle spielte. „Wir haben beide gestrauchelt. Bei mir liegt das an der Krankheit, die mich seit etwa einer Woche begleitet“, sagte Smith. „Ich bin einfach auf die Bühne gegangen, habe gewonnen – und morgen geht es weiter. Das zählt.“
Trotz seiner eigenen Probleme fand Smith lobende Worte für das Publikum in München. Die Atmosphäre habe ihn einmal mehr beeindruckt, auch wenn er augenzwinkernd anmerkte, dass es für Nicht-Deutsche auf der Bühne leichter sei, die Fans hinter sich zu haben. Für Smith bleibt der Austragungsort besonders – nicht zuletzt wegen früherer Erfolge.
„Ich komme immer gerne hierher. Die Fans sind immer großartig – es sei denn, man spielt gegen einen Deutschen!“, scherzte er. „Wenn man nicht gegen einen Deutschen spielt, ist das Publikum fantastisch. Ich hatte das Glück, hier vor ein paar Jahren zu gewinnen, und ich würde das sehr gerne wiederholen, denn es gibt keine bessere Stadt zum Gewinnen als München.“

Fokus auf Siege statt Rangliste

Mit dem Einzug in die nächste Runde trifft Smith nun auf Dave Chisnall. Doch weder mögliche Preisgelder noch Ranglistenverschiebungen treiben ihn aktuell an. Der ehemalige Weltranglistenerste setzt klare Prioritäten.
„Im Moment ist mir das egal“, stellte Smith klar. „Ich will einfach Matches gewinnen und mein Spiel durchziehen.“ Seine Karriere habe bereits alle Höhen und Tiefen erlebt – vom Weltmeistertitel bis zu Schwankungen in der Rangliste. Diese Erfahrungen prägen heute seinen Blick auf den Sport.
Michael Smith
Michael Smith weiter, aber keineswegs in Bestform.
„Ich war ganz oben, ich war weiter unten – das gehört dazu. Wenn ich gewinne, kommt der Rest von allein“, erklärte Smith. Für ihn zählt aktuell vor allem Konstanz auf der Bühne, nicht die Position in der Order of Merit.
Auch gesundheitlich gab der Engländer Entwarnung – zumindest teilweise. Verletzungen spielen keine Rolle, die Probleme liegen ausschließlich im allgemeinen Zustand. „Meine Füße, mein Handgelenk, die Schulter – alles ist in Ordnung“, betonte er. „Es geht nur darum, diese Krankheit loszuwerden.“
Der Energiemangel sei deutlich spürbar gewesen, sowohl für ihn selbst als auch für die Zuschauer. Dennoch reichte es, um die nächste Runde zu erreichen – ein Zeichen für seine Klasse, selbst fernab der Bestform.
Gegen Chisnall wird jedoch eine Steigerung nötig sein. Smith weiß, dass er sein Niveau anheben muss, um im Turnierverlauf zu bestehen. Die Hoffnung bleibt, dass mit zunehmender Erholung auch die Leistung wieder anzieht – und der „Bully Boy“ rechtzeitig zu alter Stärke zurückfindet.
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