Barry Hearn verteidigt Premier-League-Format: „Wenn etwas nicht kaputt ist, sollte man es nicht reparieren“
PDC
16 Wochen lang standen dieselben acht Spieler auf der größten Bühne des Dartsports. Was für viele Fans nach dem perfekten Konzept klingt, sorgt nach der Premier League Darts 2026 erneut für kontroverse Diskussionen. Während zahlreiche Zuschauer die regelmäßigen Duelle der größten Stars genießen, werden gleichzeitig die Stimmen lauter, die sich mehr Abwechslung und neue Gesichter im Teilnehmerfeld wünschen.
Die Premier League zählt neben der Weltmeisterschaft zu den prestigeträchtigsten Wettbewerben der PDC. Eine Einladung gilt für viele Profis als besondere Auszeichnung ihrer Leistungen. In diesem Jahr kämpften Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price, Jonny Clayton, Stephen Bunting, Josh Rock und Gian van Veen um den Titel. An 16 Spielabenden wurde jeweils ein Mini-Turnier ausgetragen, bei dem der Tagessieger die höchste Punkteausbeute erhielt.
Formatänderung sorgt weiter für Diskussionen
Mit der Einführung des aktuellen Formats im Jahr 2022 reduzierte die PDC das Teilnehmerfeld von zehn auf acht Spieler. Gleichzeitig verabschiedete man sich vom früheren Modus, bei dem jeder Teilnehmer pro Abend lediglich eine Partie absolvierte. Die Neuerungen sorgten für deutlich mehr direkte Duelle zwischen den besten Spielern der Welt – brachten jedoch auch Kritik mit sich.

Luke Littler gewann die Premier League Darts 2026 und steht mit seiner Dominanz zugleich im Mittelpunkt der Diskussionen um das aktuelle Format der Turnierserie
Besonders deutlich wurde dies in der vergangenen Saison am Beispiel von Luke Littler und Luke Humphries. Die beiden Engländer trafen insgesamt neunmal aufeinander. Zwar lieferten sie sich erneut hochklassige und spektakuläre Begegnungen, gekrönt vom Finale, in dem sich Littler mit 11:10 durchsetzte und seinen zweiten Premier-League-Titel gewann. Dennoch stellt sich für viele Fans die Frage, ob selbst die größten Topduelle nicht an Reiz verlieren, wenn sie zu häufig stattfinden.
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Vor allem in sozialen Netzwerken und Darts-Foren wird das Format zunehmend kritisch diskutiert. Viele Anhänger empfinden die Premier League als vorhersehbarer als in früheren Jahren. Häufig wird dabei auf vergangene Ausgaben verwiesen, in denen lokale Gastspieler – sogenannte Contender – regelmäßig die Gelegenheit erhielten, sich vor heimischem Publikum mit den Stars des Sports zu messen. Das sorgte nicht nur für frische Geschichten, sondern eröffnete auch aufstrebenden Talenten eine wertvolle Bühne.
Hearn sieht keinen akuten Handlungsbedarf
Für den PDC-Ehrenpräsident Barry Hearn besteht aktuell jedoch kein Anlass, grundlegende Änderungen vorzunehmen. „Jedes Jahr nehmen wir eine Evaluierung vor, und das wird auch jetzt geschehen“, erklärte Hearn gegenüber HLN. „Aber wenn etwas nicht kaputt ist, sollte man es nicht reparieren.“
Rückenwind erhält diese Haltung durch die wirtschaftlichen Kennzahlen der Premier League. Auch 2026 lockte die Turnierserie wieder tausende Zuschauer in die Arenen Europas. Nach Angaben von Hearn wurden beeindruckende 98,2 Prozent aller verfügbaren Tickets verkauft. „Das ist unglaublich. Natürlich sieht man hier und da einen leeren Stuhl, aber nahezu überall waren die Arenen ausverkauft. Das zeigt, dass die Fans weiterhin in Massen kommen, um diese Spieler zu sehen“, sagte er.
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Für die PDC zählt mehr als nur der Sport
Aus Sicht der PDC spielt dabei nicht allein der sportliche Wettbewerb eine Rolle. Die Premier League hat sich längst zu einem der wichtigsten kommerziellen Produkte im internationalen Darts entwickelt. An jedem Austragungsort wollen die Zuschauer die größten Namen des Sports live erleben – ein weiterer Grund, weshalb die Organisation aktuell wenig Veranlassung sieht, ein erfolgreiches Konzept grundlegend zu verändern.
Gleichzeitig schließt Hearn Anpassungen für die Zukunft nicht aus. „Darts wächst weiter, und deshalb schauen wir stets, wie wir unsere Events verbessern können. Die Premier League kann sich eines Tages ändern, aber zunächst werden wir alles in Ruhe evaluieren“, erklärte der PDC-Verantwortliche.
Wie stark der Sport weiterhin wächst, zeigte sich in dieser Saison unter anderem beim Premier-League-Abend in Antwerpen. Erstmals machte die Turnierserie Station in Belgien und wurde dort von einer begeisterten Kulisse empfangen. „Ich bin unglaublich froh, dass wir nach Antwerpen gekommen sind. Es war jahrelang ein Traum, die Premier League dorthin zu bringen, und das Publikum hat diesen Abend unvergesslich gemacht“, sagte Hearn.
Nach Ansicht des Briten wird die weitere Entwicklung des Sports maßgeblich davon abhängen, neue Stars in unterschiedlichen Ländern hervorzubringen. „Menschen wollen sehen, wie Spieler aus ihrem eigenen Land Erfolg haben. Das macht Sport besonders. Ich hoffe, dass wir künftig Major-Sieger aus allen Ländern bekommen, in denen Darts populär ist, auch aus den Niederlanden und Belgien.“
Genau darin liegt der Kern der aktuellen Debatte. Einerseits wünschen sich viele Fans mehr Vielfalt und zusätzliche Chancen für neue Spieler. Andererseits sprechen die Zuschauerzahlen und Einschaltquoten eine deutliche Sprache und unterstreichen die anhaltende Popularität des bestehenden Konzepts. Die angekündigte Evaluierung wird zeigen, ob die PDC ihrer bisherigen Erfolgsformel treu bleibt oder das Format künftig behutsam weiterentwickelt.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











