„Ich habe mich in der Dartswelt oft ein wenig allein gefühlt“ – WDF-Schiedsrichter Lee Rodger über Inklusion, Sichtbarkeit und die Rainbow-Laces-Kampagne
PDC
In der Dartswelt rückt das Thema Inklusion zunehmend stärker in den Fokus – nicht zuletzt durch Initiativen wie die Rainbow-Laces-Kampagne. In einer neuen Interviewreihe spricht Huw Ware, einer der bekanntesten Schiedsrichter der Professional Darts Corporation und zugleich LGBTQ+-Botschafter, mit Persönlichkeiten aus dem Sport, die ihre Erfahrungen teilen möchten. Im aktuellen Teil der Serie berichtet Lee Rodger, Schiedsrichter der World Darts Federation, offen über seinen persönlichen Weg und die Bedeutung von Sichtbarkeit im Darts.
Die Rainbow-Laces-Kampagne ist eine Initiative der Organisation Stonewall und verfolgt das Ziel, Akzeptanz und Inklusion der LGBTQ+-Community im Sport nachhaltig zu stärken. Seit 2018 unterstützt auch die Professional Darts Corporation diese Aktion – ein klares Signal dafür, dass sich der Dartsport als offenes Umfeld versteht, in dem jede und jeder willkommen sein soll.
Sichtbarkeit als Schlüssel zu mehr Akzeptanz im Darts
Für Rodger besitzt die Kampagne eine besonders persönliche Bedeutung. „Für mich ist das etwas sehr Wichtiges“, erklärt er. „Viele Menschen außerhalb meines direkten Freundeskreises wissen nicht, dass ich offen homosexuell bin.“ Lange Zeit sei er mit diesem Thema sehr zurückhaltend umgegangen. „Ich halte das ziemlich privat und spreche nicht oft darüber.“
Huw Ware engagiert sich als Schiedsrichter der PDC und LGBTQ+-Botschafter aktiv für mehr Sichtbarkeit und Inklusion im Dartsport
Diese Zurückhaltung führt er auch auf seine Erfahrungen innerhalb des Sports zurück. „Ich komme aus einem Umfeld, in dem ich mich in der Dartswelt oft ein wenig allein gefühlt habe“, berichtet Rodger.
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Gerade deshalb misst er Gesprächen wie diesem große Bedeutung bei. „Wenn ich darüber sprechen kann, hilft mir das bereits. Und wenn eine Person das sieht und denkt: ‚Dadurch fühle ich mich selbst auch besser‘, dann ist das schon genug.“
Nach seiner Einschätzung leisten Initiativen wie Rainbow Laces einen entscheidenden Beitrag dazu, genau dieses Gefühl von Gemeinschaft zu fördern. „Solche Initiativen sind so wichtig, um Menschen wie mir zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Das ist für mich das Wichtigste.“ Für Rodger beginnt echte Akzeptanz mit Sichtbarkeit: „Du kannst du selbst sein und feststellen, dass es andere gibt, die genau dasselbe durchmachen. Du kannst du selbst sein und damit glücklich leben.“
„Out on the Oche“ als sicherer Hafen
Neben der Rainbow-Laces-Kampagne hebt Rodger besonders die Community „Out on the Oche“ hervor. Die Facebook-Gruppe mit fast 200 Mitgliedern bietet Dartsfans aus der LGBTQ+-Community einen geschützten und inklusiven Raum. Dort können sich Mitglieder austauschen und zudem an einer eigenen Online-Dartsliga teilnehmen.
Für Rodger ist diese Plattform von großer Bedeutung. „Ich habe über diese Gruppe Freundschaften geschlossen und Menschen kennengelernt“, erzählt er. „Es ist so eine Erleichterung, an einem Ort zu sein, an dem ich nicht unbewusst verberge, wer ich bin.“
Gerade dieses Gefühl von Verständnis und Wiedererkennung mache einen enormen Unterschied. „In so einer Umgebung zu sein, umgeben von Menschen, die verstehen, wie es sich anfühlt und was man erlebt, gibt enorm viel Ruhe. Darin liegt große Stärke.“
Aus Rodgers Sicht tragen Initiativen wie Rainbow Laces und Gemeinschaften wie „Out on the Oche“ gemeinsam zu einer spürbar positiven Entwicklung im Dartsport bei. „Mit Out on the Oche und der Rainbow-Laces-Kampagne können Menschen, gerade wie ich, wirklich sie selbst sein. Und hoffentlich gilt das für noch viel mehr Menschen. Sie wissen, dass es in der Dartswelt einen Ort gibt, an dem sie hingehören.“
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🗣️ "A lot of people outside my close friends don’t know that I’m openly gay myself."
— PDC Darts (@OfficialPDC) May 2, 2026
Huw Ware sits down with World Darts Federation referee Lee Rodger to discuss the Rainbow Laces campaign and the LGBTQ+ darts community Out on the Oche. pic.twitter.com/RoBmk4cCbx

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










