In der zweiten Runde der
International Darts Open standen zahlreiche Topspieler auf der Bühne. Für die größte Wende des Tages sorgte Cameron Menzies, der gegen Josh Rock bereits mit 0:4 zurücklag, anschließend aber sechs Legs in Serie gewann und einen spektakulären 6:4-Erfolg feierte.
Rock, Sieger der Austrian Darts Open, hatte die Partie zunächst klar im Griff. Eine 180 brachte ihn früh in Position, anschließend nutzte er seine Chancen konsequent und zog auf 4:0 davon. Auch statistisch war der Nordire stark unterwegs: In einem Leg warf er sechs perfekte Darts, ehe er sich das Break sicherte.
Menzies mit unglaublicher Aufholjagd
Doch Menzies fand zurück ins Match. Der Schotte traf sein erstes Doppel seit dem Auftaktleg und gewann danach drei weitere Legs in Folge. Rock bekam in dieser Phase zwar in jedem Leg mindestens einen Dart auf Doppel, ließ seine Möglichkeiten aber ungenutzt.
Dann kippte die Partie endgültig. Menzies checkte 92 Punkte über die Doppel-8 und ging erstmals in Führung. Kurz darauf machte er die sensationelle Wende perfekt und ließ Rock sowie das Publikum in Riesa staunend zurück. Zugleich erhielten seine Hoffnungen auf einen Platz beim World Matchplay einen wichtigen Schub.
Auch Rob Cross präsentierte sich in starker Form. Der Weltmeister von 2018 gewann gegen Mike De Decker mit 6:2 und traf dabei sechs Doppel in Serie. Für den Belgier setzte sich dagegen die schwierige European-Tour-Saison fort: In diesem Jahr hat De Decker dort erst ein Match gewonnen, in der zweiten Runde blieb er weiter sieglos.
Dabei begann De Decker ordentlich und führte mit 2:0. Danach verpasste er jedoch Chancen auf Doppel, während Cross immer stärker wurde. „Voltage“, der als Nachrücker ins Turnier gekommen war, nutzte seine Gelegenheit eindrucksvoll. Zwischenzeitlich lag sein Average bei über 106 Punkten. Ein 80er-Finish brachte ihn dem Sieg näher, wenig später machte er auf Doppel-18 alles klar. In der Pro Tour Order of Merit steht Cross nun auf Rang 18 und ist damit wieder im Rennen um Blackpool.
Damon Heta zeigte nach einer schwierigen Phase ebenfalls eine überzeugende Leistung. Mit einem 6:2 gegen Niels Zonneveld spielte sich der Australier zurück auf einen Qualifikationsplatz für das World Matchplay.
Nach vier ausgeglichenen Legs drehte Heta deutlich auf. Er traf starke 75 Prozent seiner Doppel und wirkte dabei so sicher wie lange nicht mehr. Besonders auffällig war ein 68er-Checkout über Doppel-16, das gerade noch den Weg ins Ziel fand. Nach der 3:2-Führung gewann Heta die letzten drei Legs und lieferte damit auf großer Bühne genau die souveräne Vorstellung ab, die er dringend gebraucht hatte.
Pietreczko behält die Nerven – Smith schlägt Cullen
Ross Smith setzte seine starke Samstagsbilanz auf der European Tour 2026 fort. Gegen Joe Cullen zeigte „Smudger“ eine überzeugende Leistung und gewann verdient.
Ein Average von 102 Punkten, fünf 180er und mehrere saubere Finishes reichten Smith, um sich den Platz in der nächsten Runde zu sichern. Nach zwei Holds und zwei Breaks ging Cullen noch einmal in Führung, doch danach übernahm Smith die Kontrolle. Auch dank einiger verpasster Chancen von „The Rockstar“ brachte er das Match souverän ins Ziel. Besonders die Doppel-16 funktionierte bei Smith zuverlässig. Nun wartet ein Duell mit einem deutschen Gegner.
Ricardo Pietreczko lieferte sich in Riesa einen weiteren Kraftakt – gegen
Danny Noppert und gegen seine bekannten Probleme beim Wurf. Am Ende gewann der Deutsche beide Kämpfe und setzte sich nach einem 36-minütigen Marathon mit 6:5 durch. Das Publikum feierte ihn anschließend lautstark.
Pietreczko erwischte eine starke Phase mit vier gewonnenen Legs in Serie. Besonders sein 142er-Checkout über Doppel 11 brachte die Halle zum Beben. Beim Stand von 5:2 schien er auf Kurs, doch Noppert kämpfte sich mit einem 11- und einem 13-Darter zurück und glich aus. Im Entscheidungsleg blieb Pietreczko standhaft: Nachdem er die Doppel-16 zum 104er-Checkout verpasst hatte, traf er die Doppel-8 und versetzte die Fans in Riesa in Ekstase.
Niederländische Dartspieler kommen in Riesa weiter
Jermaine Wattimena verspielte auf dem Außenring gegen den äußerst gefährlichen Bradley Brooks zahlreiche Chancen. In einem dramatischen Entscheidungsleg verfehlte „Bam Bam“ sechs Matchdarts, und Wattimena gewann mit 6:5.
Brooks stürmte nach vorne, während Wattimena eine ganze Reihe von Doppeln verfehlte. Der Niederländer drehte das Blatt jedoch, indem er vier Legs in Folge gewann und mit 5:4 in Führung ging. Brooks gelang das Break zurück und erzwang damit ein Entscheidungsleg. Brooks hatte insgesamt sechs Matchdarts in drei Durchgängen, doch alle wurden vergeben. Auch Wattimena verfehlte einige, war aber dankbar und erleichtert, den Sieg davongetragen zu haben.
Kevin Doets und Luke Woodhouse sind schon mehrfach gegeneinander angetreten. Wie so oft ging Doets als relativ klarer Sieger hervor. Obwohl er nicht in Bestform war, hielt er „Woody“ bis zum Schluss auf Distanz und gewann mit 6:5.
Vor 20 Tagen waren die beiden noch nie an der Oche aufeinandergetroffen. Nun standen sie sich zum dritten Mal gegenüber. Nach zwei erfolgreichen Legs ging Doets mit 4:1 in Führung. Beim Stand von 5:2 schien Doets das Spiel fest im Griff zu haben. Doch zwei 13-Darter von „Woody“ brachten ihn zurück ins Spiel. Ein 14-Darter auf die Doppel-Acht erzwang eine Entscheidung im letzten Leg. Während er den Schwung auf seiner Seite hatte, hatte „Hawkeye“ den Wurf. Doets nutzte dies optimal aus und setzte sich deutlich ab, bevor er mit einem Treffer auf die Doppel-Vier gewann.
Wessel Nijman setzte die Erfolgsserie der Niederländer in Riesa fort, nachdem er mit einer Reihe brillanter Checkouts über 100 Punkte William O’Connor mit 6:5 besiegte.
Nach drei verlorenen ersten Würfen zu Beginn gelang es O’Connor, sich gegen einen völlig unterlegenen Nijman einen Vorsprung zu sichern. Im Verlauf des Spiels fand er dann zu seiner Form. Auf ein 107er-Checkout auf Doppel-16 folgte ein großartiger 134er- Outshot. Er erzwang eine Entscheidung im letzten Leg, nachdem O’Connor einen Matchdart auf die Bull verfehlte. Wieder kam ihm die Doppel-16 zugute, diesmal für ein fulminantes 106er-Finish, mit dem er sich seinen Platz in der dritten Runde sicherte.