Nach seinem sensationellen Sieg über Luke Humphries bei den
World Series of Darts Finals lieferte
Dirk van Duijvenbode eine besondere Erklärung für die Ruhe, die er während des Matches spürte. Sein dreijähriger Sohn Levi saß zusammen mit seiner Frau Saskia in der Players Box und erwies sich als wichtiger Einfluss auf den „Aubergenius“. Van Duijvenbode kämpfte sich in der AFAS Live zurück und bezwang Humphries nach einer entscheidenden leg mit 10-9.
„Ich glaube, ich stelle ihn ein“, witzelte Van Duijvenbode bei Viaplay, als es um Levi ging. „Ich werfe für mein Gefühl schön ruhig. Wenn ich Druck spürte, half mir mein großer Freund im Kopf da durch. Das hat mich richtig entspannt.“
Während der Partie war mehrfach zu sehen, wie Van Duijvenbode lächelnd zu seinem Sohn blickte. „Dann sehe ich ihn, und dann treffe ich die Doppel. Und manchmal checkst du richtig stark, und er schläft fast ein“, lachte der Niederländer. „Ich fand es einfach schön.“
„Ich sehe sein Lächeln, und alles fällt von mir ab“
Hinter diesen fröhlichen Momenten steckte für Van Duijvenbode mehr als nur ein netter Familienausflug. Der Niederländer räumte ein, dass er sich zuletzt auf der Bühne nicht immer so zeigte, wie er es gern würde.
„Sagen wir es so: Ich bin ein sehr guter Darter, aber ich zeige nicht, was ich kann. Das liegt auch am Druck und an bestimmten Dingen. Ich kann dir nicht sagen, warum das so ist.“
Die Anwesenheit von Levi half ihm, bestimmte Gedanken loszulassen. Als er gefragt wurde, welche Gedanken das genau seien, blieb Van Duijvenbode vage. Er erklärte jedoch, was es mit ihm machte.
„Du hast einfach Gedanken, die dir Druck machen. Das hat jeder mal im Leben. Wenn jemand sagt: Du musst keinen Stress haben, Dirk, du brauchst nicht nervös zu sein ... Wenn man solchen Rat einfach befolgen könnte, wäre man nie nervös. Aber so funktioniert das Leben nicht.“
Bei seinem Sohn verschwand dieses Gefühl jedoch. „Jeder hat seine Themen und deshalb bist du nervös. Ich sehe sein Lächeln, und alles fällt von mir ab. Diese Gedanken sind dann einfach weg.“
Dirk van Duijvenbode feierte seinen Sieg über Luke Humphries gemeinsam mit seinem Sohn Levi
Van Duijvenbode kritisch trotz starkem Niveau
Auch sportlich war Van Duijvenbode zufrieden, wenngleich nicht alles nach Wunsch lief. Vor allem seine Maxima fielen anfangs nicht so, wie er es wollte. „Meine 180er fielen nicht fantastisch. Beide Darts standen nicht top. Hier ist ein kleines bisschen Wind. Das lief alles nicht überragend.“
Zudem fand Van Duijvenbode, dass er in einigen Aufnahmen mehr hätte herausholen können. Dennoch blieb er permanent im Windschatten von Humphries. „Ich fand auch, dass Luke wirklich ziemlich gut warf. Ich auch. Es wird um die hundert average gewesen sein. Er wahrscheinlich auch.“
Nach der zweiten Pause schien Humphries die Kontrolle immer fester zu übernehmen. Van Duijvenbode räumte ein, dass sein Gegner in dieser Phase etwas stärker war, weigerte sich aber, sich zu fügen. „Nach der zweiten Break war er eigentlich etwas besser. Und irgendwann kriege ich ihn doch. Am Ende ist das für mich ein sehr großer Sieg.“
Laut Van Duijvenbode war der Erfolg auch nicht völlig gegen den Spielverlauf. Humphries traf in wichtigen Momenten Checks, die der Niederländer zuvor liegen ließ. „Wenn du das alles umdrehst ... Ich fand 7-5 ... Wenn es 6-6 gestanden hätte, hättest du auch nicht gesagt: Wie kann es 6-6 stehen? Ich fand es auch nicht völlig unverdient.“
Gerade als Humphries durchzuziehen schien, fand Van Duijvenbode einen Weg zurück. „Ich hatte schon das Gefühl, dass er nach der zweiten Break ein kleines bisschen über mich drüber ging. Und irgendwie fange ich mich dann doch.“
In der decider leg behielt er schließlich die Nerven. Doppel 16 brachte ihm den 10-9-Erfolg und einen Platz im Viertelfinale.
„Ich gehe lecker essen mit meinem großen Freund“
Nach dem Match durfte Levi mit auf die Bühne, und auch beim Interview blieb sein Sohn in der Nähe. Van Duijvenbode hatte seine Pläne für den restlichen Samstag schnell parat. „Ich werde schön chillen. Ich gehe kurz essen mit meinem großen Freund. Familie ist hier und Freunde auch, also nehme ich sie vielleicht mit zum Essen, wenn sie Lust haben.“
Lang wird der Abend nicht. Van Duijvenbode muss am Sonntag bereits in der Mittags-Session wieder ran und sieht es als klaren Vorteil, dass er auch am Samstag am Nachmittag gespielt hat. „Ich gehe früh ins Bett, denn morgen ist eine Mittags-Session. Das ist einfach ein unglaublicher Vorteil. Heute Abend ist die Adrenalin raus, ich habe schön gechillt und will ruhig schlafen.“
Der Niederländer rechnet sogar damit, schon im Bett zu liegen, bevor der Samstagabend in der AFAS Live vorbei ist. „Ich denke, ich gehe ins Bett, bevor das letzte Spiel fertig ist. Also hast du einfach einen großen Vorteil, was die Ruhe betrifft.“