„Ich war enttäuscht, dass viele dachten, es ginge nur zwischen mir und Nathan Aspinall hin und her“: Stephen Bunting sagt, sein Premier-League-Platz sei verdient gewesen, und kündigt an, den Spitznamen „People’s Champion“ abzulegen
PDCStephen Bunting hat seine 2026er Saison beim Bahrain Darts Masters mit einem überzeugenden 6:2-Erfolg über Ryusei Azemoto eröffnet. Der frühere WM-Halbfinalist zeigte über weite Strecken eine kontrollierte und dominante Vorstellung, nur das Timing beim Checkout ließ gegen Ende kurz nach. Trotz kleiner Wackler machte er früh klar: Bunting ist bereit für das, was kommt.
„Um ehrlich zu sein, es war einfach ein bisschen Nachlässigkeit“, erklärte er nach dem Match gegenüber den Medien. „Ich habe mich das ganze Spiel über gut gefühlt und hatte das Geschehen im Griff. Aber ich wollte es zu schnell nach Hause bringen und habe mir damit selbst Druck gemacht. Das darf mir nicht mehr passieren – gegen Michael van Gerwen morgen schon gar nicht.“
Zwischen Kontrolle, Selbstvertrauen und neuer Verantwortung
Bunting war der letzte gesetzte PDC-Spieler, der in Bahrain ans Oche trat. Alle anderen Favoriten hatten bereits vorgelegt – zusätzlicher Druck, den der Engländer offen ansprach. „Klar, das macht es schwerer. Dann schauen alle auf dich“, sagte er. „Niemand will verlieren, besonders nicht, wenn die anderen schon durch sind. Aber ich wollte zeigen, dass ich bereit bin. Über weite Strecken war ich zufrieden mit meinem Spiel – nur beim Ausmachen war ich zu zögerlich.“
Stephen Bunting trifft im Viertelfinale auf Michael van Gerwen
Der Triumph markierte den ersten Schritt in einer Saison, die für Bunting richtungsweisend werden könnte. Sein Ziel ist klar: starke Leistungen endlich konstant zu bestätigen. Obwohl er Ende 2025 mit beeindruckenden Statistiken glänzte, blieben die ganz großen Resultate noch aus. „Viele Dinge hinter den Kulissen sehen die Leute gar nicht. Ich mache keine Ausreden, aber ich fühle mich frisch und richtig motiviert für dieses Jahr. Die Rückkehr in die Premier League gibt mir enormen Schub. Ich bin zwar etwas in der Rangliste gefallen, aber mein Ziel ist, wieder in die Top Vier zu kommen.“
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Buntings Neuanfang nach Ranking-Druck
Ein entscheidender Teil seines mentalen Umbruchs betrifft den Umgang mit dem Dauerdruck der Weltrangliste. „Ja, 100 Prozent“, gibt Bunting offen zu. „Neun Monate lang habe ich fast täglich auf die Rangliste geschaut. Das hat mich beeinflusst – am Oche und abseits davon. Ich weiß, wie gut ich bin, aber ich muss mich davon lösen und einfach wieder Darts spielen. Ich gehöre zur Weltspitze und muss mich auf mein Spiel konzentrieren, nicht auf Prämien oder Rankingpunkte.“
Die Rückkehr in die Premier League sieht er als emotionalen Moment und gerechte Belohnung. „Ich war enttäuscht, dass viele dachten, es ginge nur zwischen mir und Nathan Aspinall hin und her“, sagte Bunting. „Ich finde, ich habe es verdient: Ich bin die Nummer sieben der Welt, habe sechs Turniere gewonnen und rund zehn Finals gespielt. Außerdem habe ich eine treue Fanbasis und einen Walk-on, der das Publikum mitreißt. Über Walk-ons spricht man selten, aber das ist ein Teil von uns Spielern – und ich gehöre da einfach hin.“
Dankbarkeit und neue Gelassenheit
Für Bunting war die Rückkehr in die Premier League mehr als nur ein sportlicher Erfolg – sie hatte persönliche Bedeutung. Vor über einem Jahrzehnt war er aus der Liga gestrichen worden, eine Zeit, die ihm emotional zugesetzt hat. „Als ich vor elf Jahren raus war, hat mich das richtig getroffen. Es hat mich über Jahre beschäftigt. Zwei, drei Jahre danach war ich am Boden, kurz davor, aufzuhören. Deshalb bin ich unglaublich dankbar, dass die PDC mir diese Chance noch einmal gibt. Ich will das Vertrauen zurückzahlen – mit Siegen.“
Anstatt sich vom Druck erdrücken zu lassen, empfindet Bunting die Situation nun als befreiend. „Der Druck ist weg“, betont er. „Ich habe letztes Jahr meine ersten acht Premier-League-Spiele verloren – das wird mir nicht noch einmal passieren. Dieses Jahr liegt mein Fokus klar auf den Majors. Ich werde weniger Showveranstaltungen spielen, um frisch zu bleiben. Die Premier League bedeutet mir alles.“
Mentale Stärke und Abstand zu Social Media
Hinter den Kulissen arbeitet Bunting gezielt daran, seinen Kopf frei zu halten. Ein wichtiger Schritt war die Distanz zu Social Media. „Ich habe mittlerweile ein Team, das meine Kanäle betreut. Negative Kommentare bekomme ich kaum noch mit“, sagt er. „Das ‚People’s Champion‘-Thema war ein Scherz und vielleicht ein Fehler. Ich werde das ab jetzt nicht mehr erwähnen. Jetzt geht es nur noch um Leistung. Und die Fans – gerade hier in Bahrain – haben wieder gezeigt, wie stark sie hinter mir stehen.“
Bunting beschreibt seine aktuelle Verfassung als so gut wie seit Jahren nicht mehr. „Ich will niemandem Munition liefern, meine Vorbereitung zu kopieren“, sagt er lachend. „Aber ich bin fitter, wacher und fühle mich richtig gut, wenn ich ans Oche trete. Ich habe etwas Gewicht verloren und ein großartiges mentales Team um mich. Ohne meine Familie, mein Management, meine Sponsoren und meine Fans wäre ich wohl nicht mehr hier. Dieses Vertrauen treibt mich an.“
Erfahrung als Schlüssel zur Premier-League-Rückkehr
Mit dem Blick nach vorn sieht Bunting klare Vorteile gegenüber dem Vorjahr. Die Routine, Woche für Woche vor Tausenden Fans zu spielen, nimmt ihm die Anspannung. „Letztes Jahr fühlte es sich an wie der erste Schultag. Man ist nervös, weiß nicht, was kommt. Woche für Woche vor 10.000 oder 12.000 Zuschauern zu spielen, ist etwas anderes. Jetzt weiß ich genau, was mich erwartet“, erklärt er.
Diese Erfahrung will er 2026 nutzen, um vom ersten Spieltag an Präsenz zu zeigen. „Ich bin heiß, bereit loszulegen, und kann es kaum erwarten, wieder in diese Arenen zu gehen. Ein großes Jahr liegt vor mir – und ich will das Vertrauen der Fans mit starken Leistungen zurückzahlen. Am besten mit mehr als nur einem Sieg.“
Bunting wirkt gefestigt wie lange nicht. Die Kombination aus körperlicher Frische, mentaler Stabilität und gewachsenem Selbstvertrauen könnte ihn in diesem Jahr zum entscheidenden Faktor auf der Tour machen. Wenn er seine Form konserviert, muss die Weltspitze wieder mit dem „Bullet“ rechnen – nicht nur in Bahrain, sondern bei jedem Major, das 2026 auf dem Kalender steht.
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Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










