Luke Littler kommt in der aktuellen Saison der
Premier League Darts noch nicht ins Rollen. Der 19-jährige Weltmeister verlor in Belfast zum zweiten Mal in Folge gegen
Jonny Clayton und wartet weiterhin auf seinen ersten Finaleinzug.
Nach der klaren 1:6-Niederlage in Glasgow setzte es in Nordirland ein 3:6 im Viertelfinale. Clayton präsentierte sich erneut kaltschnäuziger auf die Doppel und bestrafte Littlers Fehlwürfe konsequent.
Unruhe auf den Rängen – Probleme auf die Doppel
Während der Partie musste sich Littler zudem mit einem unruhigen Publikum auseinandersetzen. Beim Stand von 2:5 wurde er während eines Wurfs von einem lauten Pfeifton aus dem Saal gestört. Der Engländer trat vom Oche zurück, lächelte und gestikulierte in Richtung Tribüne, als wolle er die Reaktion provozieren. Kurz darauf checkte er ein starkes 112er-Finish und forderte die Zuschauer zur Ruhe auf.
Zwischen gefeiertem Publikumsliebling und Zielscheibe der Pfiffe: Luke Littler spürt in den Hallen sowohl enorme Unterstützung als auch Widerstand
Die Szene brachte kurzfristig Energie, änderte aber nichts am Ausgang. Clayton machte im neunten Leg den Sack zu und sicherte sich den zweiten überzeugenden Sieg in Serie gegen den Weltmeister.
Sky-Sports-Kommentator
Dan Dawson analysierte die Situation deutlich: „Das Publikum beginnt, ihn zu treffen. Er lächelt es weg, das ist wahrscheinlich der beste Umgang damit. Aber so wirkt der Druck der Leute. Hätte Luke Littler 5:2 geführt, hätte er das vermutlich ignoriert.“
Dawson sah die Hauptursache jedoch im Finishing des Weltmeisters. „In der Premier League läuft es für ihn bislang nicht ganz zusammen. Clayton war besser als Littler, und das liegt vor allem an den Doppeln. Littler scheiterte am äußeren Ring, und Jonny hat das gnadenlos ausgenutzt. Zum zweiten Mal in Folge.“
Zahlen bestätigen den Trend
Die Statistik stützt diese Einschätzung. Littler scorte solide und bewegte sich auf gewohnt hohem Niveau im Setup-Spiel. Doch in den entscheidenden Momenten verfehlte er zu viele Versuche auf den äußeren Ring. Clayton blieb stabil und nutzte seine Chancen.
Für Littler bedeutet das den nächsten Rückschlag in einem Wettbewerb, den er im Vorjahr noch mit beeindruckenden Auftritten geprägt hatte. Nach vier Spieltagen steht er bei vier Punkten. Zwei davon erhielt er in Glasgow kampflos, nachdem Michael van Gerwen krankheitsbedingt zurückziehen musste und Littler dadurch per Freilos ins Halbfinale einzog.
Auffällig bleibt der Kontrast zur European Tour. Am vergangenen Wochenende dominierte Littler noch bei den Poland Darts Open. Dort kombinierte er hohe Averages mit konsequentem Checkout-Spiel. In der
Premier League Darts fehlt ihm diese konstante Schärfe bislang.