James Wade hat in Deutschland seinen ersten
Players Championship-Titel der Saison erobert. Der erfahrene Engländer erwischte einen bärenstarken Tag auf dem Floor und besiegte unterwegs unter anderem Michael van Gerwen und Nathan Aspinall. Für Wade war es nicht nur ein sportlicher Auftrieb, sondern auch ein klares Statement nach seiner Enttäuschung über das Verpassen eines Platzes in der
Premier League Darts.
„Ich bin wirklich enorm glücklich über meinen ersten
Players Championship-Titel des Jahres“, reagierte Wade im Anschluss. „Es macht es besonders, dass ich im Halbfinale Michael van Gerwen und im Finale Nathan Aspinall geschlagen habe. Das sind natürlich keine kleinen Namen. Das sind echte Trophäen.“
Der Routinier gab zu, dass ihn das Verpassen der
Premier League-Nominierung schmerzte, sieht darin aber zusätzliche Motivation. „Ich glaube aufrichtig, dass der beste Weg, mit so einer Enttäuschung umzugehen, darin besteht, sich völlig ins Spiel zu stürzen. Einfach Darts spielen, weiterspielen, weiterkämpfen. Und was für ein Start in die Woche das jetzt war. „Ich will mit meinen Leistungen zeigen, dass es ein Fehler war, mich nicht für die Premier League zu nominieren.“
Zurück in den Top Acht
Dank seines Turniersiegs stürmt Wade wieder in die weltweiten Top Acht. Zudem winkt noch mehr Perspektive. „Ich bin jetzt nur noch einen Titel von einem Platz beim Grand Slam of Darts in Wolverhampton entfernt“, so Wade. „Und außerdem habe ich nun auch einen garantierten Startplatz für die Players Championship Finals in Minehead in Reichweite. Das ist doch ein fantastischer Saisonstart.“
Sein Jahr begann jedoch alles andere als ideal. Die Reise nach Hildesheim in Deutschland beanspruchte zwei intensive Tage. „Der Jahresbeginn lief nicht so rund, wie ich gehofft hatte. Diese hektische Reise nach Deutschland hat viel Energie gekostet. Aber jetzt fühle ich mich wieder völlig aufgeladen.“
Thriller nach Thriller
Wade hatte einen knüppelharten Weg zum Titel. Früher am Tag entkam er zweimal in entscheidenden Legs gegen Karel Sedlacek beziehungsweise Alexander Merkx. „Das waren wirklich Matches, die auf Messers Schneide entschieden wurden. Solche Siege geben dir enorm viel Vertrauen.“
Nach diesen nervenaufreibenden Duellen legte er einen Gang zu. Mit einem überzeugenden 6:1 gegen Jeffrey de Graaf und einem soliden 6:3 gegen die österreichische Nummer eins Mensur Suljovic erreichte er die Halbfinals.
Dort wartete Van Gerwen, der weiterhin als einer der absoluten Topfavoriten bei jedem Turnier gilt, bei dem er an das Oche tritt. Wade blieb jedoch cool und zog die Partie auf seine Seite. Im Finale machte er es anschließend gegen Aspinall zu.
James Wade gewann das erste Players Championship der Saison
Revanche an Cullen
Besonders süß war für Wade der Sieg früher am Tag über Joe Cullen. Beim World Grand Prix in Leicester war er noch gegen Cullen ausgeschieden, in einer Phase, in der er nach eigener Aussage auch abseits des Boards zu kämpfen hatte.
„Ich gebe ehrlich zu: Joe hat mich beim World Grand Prix geschlagen, als ich es außerhalb des Dartboards schwer hatte. Deshalb fühlte es sich besonders gut an, ihn jetzt in einem entscheidenden Leg zu bezwingen. Das war eine herrliche Revanche.“
Keine Zeit zum Ausruhen
Lange auskosten kann Wade seinen Titel nicht. „Es gibt keine Ruhe für den alten Körper“, scherzte er. „Ich bin gerade aus Deutschland zurück und gehe jetzt direkt weiter zu zwei Abenden mit Showturnieren. Das Preisgeld ist natürlich verlockend, aber es ist auch eine perfekte Möglichkeit, scharf zu bleiben mit Blick auf das nächste PDC-Turnier.“
In drei Wochen steht schließlich schon der nächste große Termin an: die UK Open in Minehead. Dieses Turnier liegt Wade am Herzen; er gewann das Event bereits dreimal und erreichte im vergangenen Jahr erneut das Finale.
„Wenn ich dort wieder weit komme, kann ich locker auf den fünften oder sechsten Platz der Weltrangliste klettern“, blickte er voraus. „Das ist eine enorme Motivation. Meine Saison hat jetzt wirklich begonnen.“