Stephen Bunting steht in dieser
Premier League Darts-Saison unter besonderer Beobachtung. Das sagt Ex-Profi Matt Edgar, der erwartet, dass der Engländer in diesem Jahr wirklich liefern muss, um die negative Stimmung um seinen Namen zu drehen.
„The Bullet“ startete seine Kampagne mit einer 2:6-Niederlage gegen Michael van Gerwen in Newcastle. Auffällig war, dass Bunting mit einem Average von 97,59 alles andere als schlecht spielte. Trotzdem stand er am Ende wieder mit leeren Händen da. Genau das ist das Problem.
Am vergangenen Donnerstag konnte er den Negativtrend nicht stoppen und unterlag im Viertelfinale des zweiten Spieltags der
Premier League Darts 2026 in Antwerpen trotz einer 4:0-Führung noch mit 4:6 gegen Jonny Clayton.
Die aktuelle Nummer sieben der Welt erwischte im vergangenen Jahr einen schwierigen Start in der wöchentlichen Roadshow. Er verlor seine ersten acht Spiele, bevor er endlich einen Wochentitel einfuhr. Obwohl er damals wegen seines soliden Spiels Kredit bei Fans und Experten bekam, wirkt die Stimmung jetzt anders.
„Das Publikum ist elitär“
Laut Edgar hat sich der Kontext komplett verändert. „Das Umfeld ist nicht mehr dasselbe wie im letzten Jahr“, erklärt er. „Damals kehrte Bunting nach langer Abwesenheit in die Premier League Darts zurück. Wir hatten ihn dort eine Zeitlang nicht gesehen, deshalb gab es viel Verständnis. Experten gaben ihm Spielraum, denn er spielte gut.“
Doch die Premier League Darts ist laut Edgar eine gnadenlose Bühne. „Die Fans, und vor allem das Premier-League-Publikum, sind elitär. Es zählt nur der Sieg. Das ist die Mentalität. Und bei Stephen sieht man, dass die Negativität zunimmt.“
Diese veränderte öffentliche Wahrnehmung kann gefährlich sein, warnt er. „Er kommt jetzt mit dem Gefühl auf die Bühne: ‚Ich muss hier etwas beweisen.‘ Wenn er das nicht sehr schnell zeigt, wird diese Negativität nur wachsen. Und Stephen ist jemand, der das aufnimmt. Er ist sich dessen sehr bewusst.“
Edgar äußert sogar Sorgen über den weiteren Verlauf der Saison. „Ich gebe ihm vier Wochen. Wenn er nach vier Wochen immer noch nicht liefert und keine Ergebnisse holt, dann kann das eine desaströse Saison werden.“
Stephen Bunting steht nach zwei Spieltagen in der Premier League Darts 2026 weiterhin mit leeren Händen da
Druck nimmt zu
Auch Darts-Contentmacher Charlie Murphy erkennt die steigende Anspannung rund um Bunting. Seiner Ansicht nach war der Auftaktabend entscheidend. „Ich denke, der erste Abend war sehr wichtig für Stephen, und der lief nicht in seine Richtung“, so Murphy.
Obwohl Van Gerwen stark spielte, findet Murphy, dass es vor allem um Bunting selbst geht. „Michael war gut, aber Stephen braucht Vertrauen. Die kommenden Wochen werden für ihn absolut entscheidend.“
Murphy weist darauf hin, dass eine Wiederholung des Vorjahres fatal wäre. „Es darf nicht wieder so laufen wie in der letzten Saison, in der er sieben Wochen auf seinen ersten Sieg warten musste. Er kann es sich nicht leisten, es so spät ankommen zu lassen.“
Auffällig ist, dass nur wenige Experten Buntings Niveau kritisieren. Mit einem Average von fast 98 gegen Van Gerwen und fast 100 gegen Clayton zeigte er, dass seine Basis hervorragend ist. „Er spielt keine schlechten Darts“, betont Murphy. „Er gehört zu den besten Spielern der Welt. Aber er braucht Siege, um dieses Vertrauen zu nähren.“