Wessel Nijman legt einen Saisonstart hin, der nicht nur statistisch beeindruckt, sondern vor allem seine Gegner ins Grübeln bringt. Mit einem weiteren Floor-Titel und starken Zahlen zeigt er was in ihm steckt.
Am vergangenen Dienstag gewann Nijman das zweite
Players Championship Turnier des Jahres. Im Finale setzte er sich in einem hochklassigen Duell mit 8:7 gegen Gerwyn Price durch. „So in eine Saison zu starten, das ist für mich sehr gut“, sagte er bei Viaplay.
Stabilität als Fundament
Für Nijman beginnt alles mit Selbstvertrauen. „Wenn man kein Entscheidungsleg spielen muss, dann fühlt man sich automatisch wohl“, erklärte er. Genau das war über weite Strecken des Turniers der Fall.
Sein Spiel wirkte gefestigt. Er punktete konstant hoch und zeigte sich auf die Doppel sicher. Gerade auf dem Floor blüht der junge Niederländer immer weiter auf.
Mit klarem Blick ins Finale
Im Endspiel wartete jedoch eine echte Herausforderung. Sein späterer Gegner hatte im Viertelfinale niemand Geringeren als Michael van Gerwen mit 6:0 vom Board gefegt. Ein Average von 117 Punkten setzte ein deutliches Zeichen.
Solche Zahlen bleiben nicht unbemerkt. „Zwischen den Spielen schaue ich auch ganz normal auf mein Handy“, gab Nijman offen zu. In WhatsApp-Gruppen verbreiten sich solche Ergebnisse schnell. Er wusste also genau, was ihn erwartete.
Im Finale traf er schließlich auf Price. Der Waliser spielte ebenfalls stark. Über 107 Punkte im Average und fast 78 Prozent auf die Doppel reichen normalerweise zum Sieg. Doch diesmal behielt Nijman die Nerven.
Wessel Nijman gewann Players Championship 2
Der richtige Moment
Wie gewinnt man gegen einen Gegner in dieser Form? Für Nijman liegt die Antwort im Timing. „Es geht nur darum, im richtigen Moment die richtigen Dinge zu tun“, erklärte er.
Beim Stand von 7:7 zeigte er genau das. Er zeigte sich unbeeindruckt und ohne Nervosität. Er spielte einen 12-Darter und checkte 94 Punkte zum Sieg.
Dabei überraschte er sich selbst nicht. Bereits zuvor hatte er mehrere Partien mit einem Average jenseits der 100 gespielt. „Nicht unbedingt 117 im Schnitt, aber auf jeden Fall ein gutes Spiel“, ordnete er seine Leistung ein.
Emotionen nach einem langen Tag
Wer die Bilder des Finals sieht, erkennt sofort die Emotionen nach dem letzten Doppel. Geballte Fäuste, ein lauter Schrei, pure Erleichterung. Auffällig, denn zuvor blieb Nijman den ganzen Tag über sehr kontrolliert.
„Man muss ruhig bleiben und möglichst keine Emotionen zeigen“, erklärte er. Auf dem Floor zählt volle Konzentration.
Im Finale jedoch ließ er alles raus. „Dann darf man auch mal laut jubeln“, sagte er mit einem Lächeln. Es war die Entladung nach einem langen Tag auf höchstem Niveau.
Drei der letzten sieben Floor-Turniere gingen an ihn. Das ist kein Zufall mehr, sondern ein klarer Trend. In einem Circuit mit enormer Leistungsdichte ist Konstanz der entscheidende Faktor.
„Das hätte ich vorher nicht gedacht, aber es ist wirklich etwas richtig Cooles“, sagte er selbst. Zwischen den Zeilen klingt Stolz.