113 Siege in Folge auf der Women’s Series –
Beau Greaves schreibt derzeit Darts-Geschichte. In der Sport1-Dartshow, im Vorfeld der Premier-League-Übertragung am Donnerstagabend, Madhouse ordneten Master of Ceremonies der PDC Europe Philip Brzezinski, Moderatorin Katharina Kleinfeld und Kommentator Basti Schwele die historische Serie ein – mit klaren Worten zur Dominanz der Engländerin.
„Sie hat ein Level, das reicht für 95 Prozent des Feldes“
Brzezinski fand deutliche Worte. „Das zeigt einfach, wie weit voraus Beau Greaves dem ganzen restlichen Feld bei der Women's Series ist“,
erklärte er bei Madhouse auf Sport1.Er sprach von einem „Sockel, einem Level“, das Greaves spiele und das ausreiche, „um 95 Prozent der Damen dort zu schlagen, auch wenn die richtig gut spielen“. Diese Aussage unterstreicht, wie konstant hoch ihr Grundniveau ist.
Nur wenige Namen könnten ihr gefährlich werden. Brzezinski nannte explizit Lisa Ashton und Fallon Sherrock. Diese müssten jedoch „ihr A-Plus-Plus-Game spielen, um da ranzukommen“.
Die Serie von 113 Siegen ordnete er historisch ein. „Das ist so unfassbar dominant. 113 Spiele, das ist also selbst zu Phil Taylors besten Zeiten hat er nicht so dominiert, glaube ich.“ Ein Vergleich, der im Dartsport Gewicht hat.
Kontrolle über jedes Turnier
Auch Schwele beschrieb die besondere Klasse der Engländerin sehr anschaulich. „Die spielt an so einem Turniertag, die gewinnt fünf, sechs Spiele und spielt von 107 bis 88 alles durch“, sagte er.
Damit machte er deutlich, wie variabel Greaves agiert. Sie kann Top-Averages abrufen, wenn es nötig ist. Gleichzeitig reicht oft ein solides Spiel, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten.
„Sie kann auch schauen, was muss ich spielen, was ist überhaupt nötig“, erklärte Schwele weiter. Diese taktische Kontrolle hebt sie zusätzlich vom Feld ab. „Also die hat komplett die Hand auf dieser Series drauf. Das ist unfassbar.“
Greaves dominiert nicht nur statistisch. Sie wirkt mental überlegen. Selbst an durchschnittlichen Tagen findet sie Wege, Matches sicher zu gewinnen.
Jahrhunderttalent oder schwaches Feld?
Katharina Kleinfeld warf eine zentrale Frage auf. Wie ordnet man diese Dominanz richtig ein? „Ich finde es total schwierig von außen betrachtet, weil man nicht so einschätzen kann, ob jetzt das Feld der Frauen einfach nicht so in Gänze so gut ist“, sagte sie.
Gleichzeitig stellte sie die andere Möglichkeit in den Raum. Vielleicht sei Greaves schlicht ein „absolutes Jahrhunderttalent“. Im Vergleich zu den Herren zog sie sogar Parallelen zu Luke Littler.
Brzezinski antwortete klar: „Beides, beides.“ Für ihn steht außer Frage, dass Greaves ein außergewöhnliches Talent besitzt. „Alleine wenn du dir das anschaust von der ganzen Mechanik, der Wurfstil, das ist so clean, das ist so sauber.“
Wird auch beim World Cup und der European Darts Championship am Mikrofon sein: Philip Brzezinski
Er betonte, dass dieser Stil „selbst bei den Männern ein super sauberer Wurfstil“ sei. Technisch bringt Greaves also alles mit, um auch über die Women’s Series hinaus zu bestehen.
Gleichzeitig ordnete er das Niveau ein. „Der Standard auf der Women's Series ist in der Breite nicht ganz so hoch“, erklärte Brzezinski. Neben den „drei, vier großen Namen“ könne kaum jemand dauerhaft mithalten.
Eine Serie für die Geschichtsbücher
Unterm Strich bleibt eine Bilanz, die historisch ist. 113 Siege in Serie bedeuten mehr als nur Titel. Sie stehen für Konstanz, mentale Stärke und technische Perfektion.
Greaves hat sich von der Konkurrenz abgesetzt. Sie ist „sehr, sehr weit entrückt“, wie Brzezinski es formulierte. Die Women’s Series erlebt aktuell eine Ära, die noch lange nachhallen dürfte.