Littler gegen Noppert und vier weitere Kracher – diese fünf Erstrundenduelle der World Series Finals sollte man nicht verpassen

PDC
durch Nic Gayer
Donnerstag, 17 September 2026 um 8:00
Luke Littler & Danny Noppert
Die World Series of Darts Finals stehen unmittelbar bevor. Von Donnerstag bis Sonntag versammelt sich ein Großteil der Weltelite in Amsterdam, wo insgesamt 32 Spieler um den größten und letzten Titel der diesjährigen World-Series-Saison kämpfen.
Das große Teilnehmerfeld und die Tatsache, dass zahlreiche prominente Namen keine geschützte Position genießen, haben bereits bei der Auslosung für einige hochkarätige Duelle gesorgt. Mehrere Begegnungen könnten auf dem Papier problemlos in einer späteren Turnierphase stattfinden – stattdessen stehen sie bereits in der ersten Runde auf dem Programm.

Fünf Erstrundenduelle versprechen besondere Spannung

Mehrere absolute Weltstars stehen bereits zum Auftakt vor anspruchsvollen Aufgaben und müssen von Beginn an ihr bestes Darts abrufen. Doch welche Partien sollten Dartsfans am Donnerstag und Freitag auf keinen Fall verpassen? Dartsnews wirft einen genaueren Blick auf die fünf interessantesten Erstrundenduelle der World Series of Darts Finals.

Luke Humphries vs. Jermaine Wattimena

Was Tempo und Scoring betrifft, könnte diese Begegnung die spektakulärste Partie der gesamten ersten Runde werden. Beide Spieler sind dafür bekannt, zügig zu werfen und sich am Oche nicht mit taktischen Spielchen aufzuhalten. Ob daraus auch ein enges Match entsteht, dürfte allerdings vor allem von der Tagesform des Niederländers abhängen.
Wattimena hat bereits mehrfach bewiesen, dass er zur regelrechten 180er-Maschine werden kann, sobald er die Triple-Felder konstant findet. Kommt sein Scoring allerdings nicht ins Rollen, kann sein Niveau ebenso schnell deutlich absinken. Bei Humphries ist hingegen davon auszugehen, dass er seine Leistung normalerweise wesentlich konstanter abruft. Findet Wattimena vor heimischer Kulisse einen höheren Gang, dürfte einem spektakulären Duell jedoch wenig im Wege stehen.
Für „The Machine Gun“ ist es erst der dritte Auftritt bei den World Series of Darts Finals. 2019 feierte er sein Debüt beim Saisonfinale und erreichte die zweite Runde, in der er Raymond van Barneveld mit 4:6 unterlag. Im vergangenen Jahr kehrte Wattimena nach Amsterdam zurück, musste diesmal allerdings bereits nach seinem Auftaktmatch die Heimreise antreten. Erneut wurde ihm ein Landsmann zum Verhängnis: Kevin Doets setzte sich knapp mit 6:5 durch.
Für Luke Humphries gehören die World Series of Darts Finals zu den wenigen Turnieren, die noch in seiner Titelsammlung fehlen. Mehr noch: Bei seinen bisherigen drei Teilnahmen gelang dem Weltmeister von 2024 nicht einmal der Einzug ins Finale. 2023 stoppte Michael van Gerwen ihn im Halbfinale, sowohl 2024 als auch im vergangenen Jahr war bereits im Viertelfinale Schluss. In beiden Fällen erwies sich erneut van Gerwen als zu stark für den Engländer.
Auch der direkte Vergleich zwischen Humphries und Wattimena ist keineswegs einseitig. Insgesamt standen sich beide bislang 14-mal gegenüber. Neun dieser Begegnungen entschied Humphries für sich, fünfmal behielt Wattimena die Oberhand.

Luke Littler vs. Danny Noppert

Auf dem Papier dürfte dies die hochkarätigste Begegnung der gesamten ersten Runde sein. Mit Luke Littler trifft die Nummer eins der Welt auf den aktuellen Weltranglistenzehnten Danny Noppert. Die Voraussetzungen für ein hochklassiges und enges Match sind damit zweifellos gegeben. Ob es tatsächlich dazu kommt, muss sich allerdings erst noch zeigen.
Littler befindet sich 2026 auf historischem Kurs. Der Engländer hat sich vorgenommen, sämtliche Majors dieser Saison zu gewinnen – und bislang deutet nichts darauf hin, dass er von diesem Vorhaben abrückt. Jedes Major des Jahres konnte Littler bisher für sich entscheiden, nun sollen die World Series of Darts Finals als nächster Titel folgen. Für Nopperts Hoffnungen auf einen tiefen Lauf sind das alles andere als gute Nachrichten.
Luke Littler klatscht in Richtung Fans.
Luke Littler startet bei den World Series of Darts Finals gegen Danny Noppert. Das Duell zwischen der Nummer eins und der Nummer zehn der Welt zählt zu den Highlights der ersten Runde.
Wenn es allerdings einen günstigen Zeitpunkt gibt, „The Nuke“ aus dem Turnier zu werfen, dann gleich zu Beginn. Der 19-Jährige hat bereits mehrfach demonstriert, dass er mit zunehmender Distanz immer schwieriger zu bezwingen ist. Da die erste Runde lediglich im Modus Best of 11 Legs ausgetragen wird, bietet sich Noppert zumindest eine realistische Gelegenheit. Dafür muss der Niederländer allerdings vom ersten Dart an sein Topniveau abrufen.
In den vergangenen vier Jahren gewann „The Freeze“ in Amsterdam jeweils sein Auftaktmatch. Simon Whitlock, Dirk van Duijvenbode, Gian van Veen und Stephen Bunting mussten sich Noppert allesamt in der ersten Runde geschlagen geben – wahrlich keine kleinen Namen. Mit Littler wartet diesmal allerdings eine Aufgabe von noch einmal ganz anderem Kaliber.
Auch die bisherige Bilanz gegen den Weltmeister macht Noppert wenig Mut. Von sieben direkten Duellen konnte der Niederländer lediglich eines gewinnen. Für den UK-Open-Champion von 2022 wartet somit eine enorm schwierige Aufgabe. Durch die kurze Distanz der ersten Runde ist Noppert allerdings keineswegs völlig chancenlos.

Kevin Doets vs. Ross Smith

In dieser Partie treffen zwei Spieler aufeinander, die sich in den vergangenen Monaten in ausgezeichneter Verfassung präsentiert haben. Doets gewann in diesem Jahr sein erstes Players-Championship-Turnier und erreichte auf der Pro Tour darüber hinaus ein weiteres Finale sowie drei Halbfinals. Damit belegt er 2026 den zweiten Platz in der Players Championship Order of Merit. Auch auf der European Tour überzeugte der Niederländer mit einem Halbfinal- und einem Finaleinzug.
Smith setzt im direkten Vergleich allerdings noch einen drauf. Auf dem Floor gewann der Engländer in dieser Saison bereits zwei Turniere und erhöhte seine Karriereausbeute damit auf acht Players-Championship-Titel. Auch auf der European Tour durfte „Smudger“ zweimal jubeln: Sowohl bei den International Darts Open als auch bei der Hungarian Darts Trophy holte er den Titel.
Inzwischen ist Smith bis auf Rang 14 der Weltrangliste geklettert, während sich Doets mit Position 28 eindrucksvoll in den Top-32 etabliert hat. Auf dem Papier deutet somit vieles auf eine äußerst ausgeglichene Begegnung hin. Es wäre keineswegs überraschend, wenn am Ende sogar ein Last-Leg-Decider über Sieg und Niederlage entscheiden müsste.
Für Doets ist es bereits die dritte Teilnahme an seinem Heimturnier. In den vergangenen beiden Jahren gewann er jeweils sein Auftaktmatch, ehe in Runde zwei gegen Rob Cross beziehungsweise Luke Humphries Endstation war. Smith tritt zum vierten Mal beim Saisonfinale an. Bei seinen ersten beiden Teilnahmen schied er jeweils sofort aus, im vergangenen Jahr erreichte er dagegen das Viertelfinale. Dort war Luke Littler eine Nummer zu groß.
Wie eng dieses Match auf dem Papier ist, verdeutlicht auch der direkte Vergleich. Achtmal standen sich Smith und Doets bislang gegenüber – mit vier Siegen auf beiden Seiten könnte die Bilanz nicht ausgeglichener sein. Nach ihrem Duell in Amsterdam wird sich das zwangsläufig ändern.

Gian van Veen vs. Chris Dobey

Das vierte Duell unserer Auswahl lautet Gian van Veen gegen Chris Dobey. Auf den ersten Blick mag diese Begegnung vielleicht nicht nach dem größten Spektakel der ersten Runde klingen. Erreichen beide allerdings ihr Topniveau, besitzt die Partie zweifellos das Potenzial für hochklassiges Darts.
Gian van Veen winkt in Richtung Publikum.
Gian van Veen trifft bei den World Series of Darts Finals zum Auftakt auf Chris Dobey. Erst am vergangenen Wochenende konnte „The Giant“ den Engländer bei der Flanders Darts Trophy bezwingen.
Weder van Veen noch Dobey gehören zu den Spielern, die hohe Finishes oder 180er auf der Bühne besonders lautstark zelebrieren. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass ihr Aufeinandertreffen unspektakulär werden muss. Entscheidend wird vielmehr sein, ob es beiden gelingt, ihr bestes Niveau abzurufen.
Van Veen sucht seit seinem Premier-League-Debüt Anfang 2026 noch etwas nach der nötigen Konstanz. Dobey wiederum wechselt starke Vorstellungen mit Partien ab, in denen ihm vor allem die Doppel erhebliche Probleme bereiten. Diese Schwankungen machen es schwierig, einen klaren Favoriten auszumachen. Mit Blick auf die Weltrangliste und den Heimvorteil in Amsterdam besitzt van Veen zumindest einen leichten Vorteil gegenüber dem Engländer.
Für den Niederländer ist es allerdings erst der zweite Auftritt in der AFAS Live. Bei seinem Debüt 2024 verlor van Veen sein Auftaktmatch mit 3:6 gegen Danny Noppert. Dobey kann dagegen auf deutlich bessere Erinnerungen zurückblicken und erreichte in Amsterdam in den vergangenen beiden Jahren jeweils das Viertelfinale.
Bemerkenswert ist zudem, wie selten sich die beiden bislang gegenüberstanden. Obwohl Dobey und van Veen beide zu den Top-16 der PDC Order of Merit gehören, bestritten sie erst drei offizielle Matches gegeneinander. Zwei davon gewann der Niederländer – darunter auch das jüngste Duell am vergangenen Wochenende im Viertelfinale der Flanders Darts Trophy. „The Giant“ dürfte somit mit einem guten Gefühl in die niederländische Hauptstadt reisen.

Gerwyn Price vs. Brody Klinge

Zum Abschluss folgt ein Duell, das vielleicht nicht auf Anhieb in jeder Auswahl der interessantesten Erstrundenpartien auftauchen würde. Das liegt vor allem an Brody Klinge, der noch vor einem Monat selbst vielen Dartsfans kaum ein Begriff gewesen sein dürfte.
Das änderte sich Ende August beim Australian Darts Masters in Wollongong schlagartig. Vor heimischem Publikum spielte der Australier ein herausragendes Turnier und kämpfte sich im hochkarätig besetzten Feld bis ins Finale. Zum Auftakt bezwang er Ross Smith mit 6:5, anschließend setzte er sich im Viertelfinale mit 6:4 gegen Gian van Veen durch. Im Halbfinale gegen Jonny Clayton setzte Klinge schließlich das nächste Ausrufezeichen: Mit einem Average von beinahe 102 Punkten schlug er den Waliser und zog ins Endspiel ein, in dem er sich letztlich James Wade geschlagen geben musste.
Damit hat Klinge bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er vor großen Namen keineswegs zurückschreckt – und sie auch bezwingen kann. Gerwyn Price dürfte über dieses Los daher kaum begeistert gewesen sein. Ob Klinge seine Leistung aus Australien in Amsterdam wiederholen kann, bleibt abzuwarten. Dass er mit seinem besten Spiel selbst absolute Topspieler schlagen kann, hat er jedoch bereits gezeigt.
Price gehört allerdings nicht zu den Spielern, die sich davon übermäßig beeindrucken lassen dürften, und wird auf seine eigene Klasse vertrauen. Das völlig zu Recht: Ruft „The Iceman“ sein gewohntes Niveau ab, sollte er für den Australier normalerweise eine Nummer zu groß sein. Erwischt der Waliser allerdings einen schwächeren Tag und bringt Klinge seine Form aus Wollongong mit nach Amsterdam, könnte Price ernsthaft in Bedrängnis geraten.
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