Luke Littler sieht in seiner Position als Nummer eins der Welt die Freiheit, selbst darüber entscheiden zu können, bei welchen Turnieren er antritt – und welche er bewusst auslässt. Der 19-jährige Engländer hat sein Pensum in dieser Saison gezielt reduziert und sieht keinen Anlass, daran etwas zu ändern, solange ihm seine komfortable Führung in der Weltrangliste diesen Spielraum ermöglicht.
Im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 nahm Littler lediglich an zwei
Players Championships teil und meldete für gerade einmal drei Turniere der European Tour. Auch auf die jüngsten World-Series-Events in Australien und Neuseeland verzichtete der amtierende Weltmeister.
Littler setzt bewusst auf Auszeiten
Damit verfolgt Littler einen deutlich anderen Ansatz als viele seiner Konkurrenten. Statt nahezu jede sich bietende Startmöglichkeit wahrzunehmen, plant der Engländer ganz bewusst längere Erholungsphasen ein. Aus seiner Sicht sind diese Pausen notwendig, um den immer dichter werdenden Darts-Kalender mit seinem Privatleben in Einklang zu bringen.
Luke Littler bestimmt seinen Turnierkalender als Nummer eins der Welt bewusst selbst. Ein historischer Clean Sweep könnte den Weltmeister nun jedoch zu mehr Einsätzen bewegen.
PDC-Präsident
Barry Hearn warnte die Topspieler zuletzt davor, regelmäßig Turniere auszulassen. Littler sieht allerdings keinen Grund, deshalb von seinem eingeschlagenen Kurs abzuweichen. Sein großer Vorsprung an der Spitze der Weltrangliste verschafft ihm nach eigener Aussage die Freiheit, bei der Zusammenstellung seines Turnierkalenders deutlich selektiver vorzugehen.
„Am Ende geht es vor allem darum, was für mich und meine Familie am besten ist“, sagte Littler gegenüber der Press Association. „Diese paar entscheidenden freien Tage sind wichtig. Ich denke, wir werden noch öfter freie Tage nehmen, einfach um runterzukommen.“
„Das ist im Grunde alles, was ich tue. Ich bin nun mal die Nummer eins der Welt und der Abstand zur Nummer zwei ist riesig. Dadurch kann ich einen Gang zurückschalten und muss nicht jedem Turnier hinterherjagen. So kann ich Tage, manchmal sogar Wochen frei nehmen. Es geht einzig darum, die richtige Balance in meinem Programm zu finden.“
Jagd auf den einzigartigen Clean Sweep
Dass Littler nun dennoch wieder bei den Players Championships antritt, hängt mit einem außergewöhnlichen Ziel zusammen. Der Engländer will in dieser Saison nicht weniger als alle zehn großen PDC-Turniere gewinnen.
Die ersten sechs Majors des Jahres 2026 konnte Littler allesamt für sich entscheiden. Damit diese perfekte Serie auch im weiteren Saisonverlauf Bestand haben kann, muss sich der Weltmeister allerdings für die Players Championship Finals in Minehead qualifizieren.
Auf dem Weg dorthin hat Littler noch erheblichen Boden gutzumachen. Die ersten 26 Players-Championship-Turniere der Saison ließ er komplett aus, ehe er erst vor zwei Wochen in Leicester seine Aufholjagd in der
Players Championship Order of Merit startete.
Ob Littler diese Jagd tatsächlich fortsetzt, könnte jedoch vollständig davon abhängen, was in dieser Woche bei den
World Series of Darts Finals in Amsterdam passiert. Denn auch dieses Turnier ist Bestandteil seines Versuchs, sämtliche großen Titel des Jahres abzuräumen.
Verpasst Littler in Amsterdam den Turniersieg, wäre die Chance auf den Clean Sweep dahin. In diesem Fall würde wohl auch die Notwendigkeit weitgehend entfallen, zusätzliche Players Championships zu bestreiten, um sich doch noch für das Saisonfinale in Minehead zu qualifizieren.
„Mehr kannst du nicht tun. Ich kann nicht weiter vorausblicken als auf das, was als Nächstes kommt, und das sind die World Series Finals in Amsterdam“, so Littler, der im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit KP Nuts sprach.
„Wenn ich hoffentlich die World Series gewinne, spiele ich am Dienstag und Mittwoch die Pro Tours in Den Bosch und versuche, mich für Minehead zu qualifizieren. Schauen wir erst einmal, was dieses Wochenende in Amsterdam passiert.“
Damit könnten die
World Series of Darts Finals nicht nur zum Schlüsselturnier für Littlers Jagd nach einer einzigartigen Serie großer Titel werden, sondern zugleich darüber entscheiden, wie der Weltmeister den Rest seiner Saison gestaltet. Triumphiert er in Amsterdam, geht die Jagd auf den Clean Sweep weiter. Scheitert er, dürfte die Nummer eins der Welt erneut den Fuß vom Gas nehmen und auf mehr Erholung sowie einen reduzierten Turnierkalender setzen.