Bradley Brooks hat eine bemerkenswerte Geschichte über seine erfolgreiche Teilnahme an der Q School 2025 ausgepackt. Der Engländer sicherte sich dort erneut eine PDC Tour Card und dachte nach drei herausragenden Tagen, dass seine Arbeit erledigt sei. Grund genug für einen kräftigen Abend unterwegs, so meinte Brooks. Ein Problem: Am nächsten Morgen musste er ganz normal wieder an die Oche.
Brooks spielte eine bärenstarke Q School und sammelte am Ende eine Rekordausbeute von sechzehn Punkten auf der britischen Order of Merit. Damit beendete er das Klassement an der Spitze und machte seine Rückkehr auf die PDC
ProTour fix.
Der inzwischen 26-jährige Engländer hatte seine Tour Card eigentlich schon nach drei Spieltagen so gut wie sicher. Mit zwei Finals und einem Viertelfinale neben seinem Namen erschien er auf den verschiedenen Dartsranglisten in Dunkelgrün. Für Brooks war die Schlussfolgerung schnell gezogen: Mission erfüllt.
„Wenn du auf die Dartsranglisten geschaut hast, stand ich plötzlich in Dunkelgrün“, erzählte Brooks im
Podcast Tops & Tales. „Also hatte ich meine Tour Card gewonnen. Ich dachte: fantastisch, Zeit zum Feiern. Wir gingen zurück ins Hotel, zogen uns um und sind losgezogen.“
Was Brooks in diesem Moment jedoch nicht wusste: Die Regeln der Q School waren geändert worden. Selbst Spieler, die ihre Tour Card rechnerisch bereits sicher hatten, mussten am vierten und letzten Spieltag ganz normal antreten. Diese Nachricht erreichte Brooks allerdings zu einem denkbar unglücklichen Zeitpunkt.
„Du hast das Spielerbriefing nicht gelesen, oder?“
Brooks und seine Begleitung landeten schließlich in Popworld, einer britischen Nachtclubkette, die für Partymusik und ausgelassene Stimmung bekannt ist. Der ehemalige Junioren-Weltmeister hielt sich ganz und gar nicht zurück.
„Wir waren feiern und kamen zu einer lächerlich späten Uhrzeit zurück“, blickte er zurück. „Mir war nicht klar, dass sie die Regeln geändert hatten und dass man am letzten Tag auf jeden Fall spielen musste.“
Zu diesem Zeitpunkt ging Brooks noch davon aus, am nächsten Morgen in Ruhe ausschlafen zu können. Bis ihn einer seiner Freunde mitten während der Party aufklärte. „Ich stand mitten in Popworld und sang aus voller Kehle One Direction“, lachte Brooks. „Einer der Jungs kam zu mir und sagte: ‚Du hast doch nichts dagegen, ein Bier zu trinken, oder? Du bist doch eh schon durch?‘“
Brooks dachte genau dasselbe. „Ich sagte: ‚Ja, klar, denn ich muss morgen sowieso nicht spielen. Ich stehe in Dunkelgrün, also brauche ich nicht mehr.‘ Da sagte er: ‚Du hast das Spielerbriefing nicht gelesen, oder?‘“
Anschließend wurde das Briefing hervorgeholt, und Brooks bekam schwarz auf weiß zu sehen, dass er sich am nächsten Tag ganz normal wieder in Milton Keynes melden musste. „Er holte das Spielerbriefing raus und zeigte es mir mitten in Popworld: ‚Du musst an allen vier Tagen spielen.‘“
Als wäre die Lage nicht schon heikel genug gewesen, verfolgte sein Manager inzwischen andere Pläne. „Gerade als ich das begriffen hatte, hatte mein Manager in Popworld eine Booth gebucht. Er kam zu mir mit einer Flasche Wodka und kippte sie mir in den Mund!“
Brooks steht inzwischen auf Rang 65 der PDC Order of Merit und hat nur 2.250 Pfund Rückstand auf Nick Kenny, der den begehrten 64. Platz belegt.
Kater bremst Brooks nicht
Am nächsten Morgen zahlte Brooks dafür nach eigener Aussage den Preis. Unter alles anderen als idealen Bedingungen musste sich „Bam Bam“ für den vierten und letzten Tag der Q School bereitmachen. „Ich wachte auf und war nicht gerade in Bestform“, gab er zu.
Als wäre das nicht genug gewesen, bescherte ihm die Auslosung in Runde eins Graham Usher. Brooks entschied sich, einfach das Beste daraus zu machen. Seine Tour Card war ohnehin sicher, und große Erwartungen an den Tag hatte er angesichts der Vorbereitung nicht.
„Dann kam die Auslosung und ich bekam Graham Usher. Ich dachte: einfach locker durch. Du wirst das eh nicht gewinnen, aber du kannst zumindest erscheinen und wieder abhauen.“ Selbst ein ernsthaftes Aufwärmen hielt Brooks nicht für nötig. „Er fragte: ‚Gehst du noch einwerfen?‘ Ich sagte: ‚Nein, wir spielen einfach.‘“
Was danach geschah, hätte Brooks selbst wohl kaum erwartet. Am Board war von einem schweren Kater zunächst wenig zu sehen. Im Gegenteil: Er startete furios. „Im ersten leg checkte ich 167 für einen 12-Darter. Das nächste leg checkte ich 161, wieder für einen 12-Darter. Da dachte ich: Vielleicht sollte ich das öfter machen.“
Wo Brooks anfangs nur seine Pflichtteilnahme abhaken wollte, steigerte er sich im Laufe des Tages immer weiter. „Je länger der Tag dauerte, desto besser wurde ich.“
Am Ende erreichte er sogar erneut das Viertelfinale. Dort endete seine besondere
Q-School-Kampagne schließlich gegen Adam Lipscombe. Seine Tour Card war zu diesem Zeitpunkt jedoch längst abgesichert.