„Nach dem Sieg gegen Wessel Nijman spürte ich, dass es mein Tag werden würde“ – Luke Humphries krönt überragenden Tag mit drittem Titel 2026

PDC
Dienstag, 19 Mai 2026 um 8:00
Luke Humphries (2)
Luke Humphries hat auf beeindruckende Weise gezeigt, warum er weiterhin zur absoluten Weltspitze gehört. Mit einem phänomenalen Average von über 106 Punktem im Finale krönte der Engländer einen außergewöhnlichen Tag auf der Players Championship Tour. Nach Wochen der Unbeständigkeit und Kritik an seiner Form gab Humphries genau die Antwort, nach der er gesucht hatte: auf der Bühne und an seine Konkurrenten.
Der amtierende Premier-League-Champion präsentierte sich den gesamten Tag über in Topform und schlug unterwegs unter anderem den Topgesetzten Wessel Nijman. Im Finale bezwang er Jermaine Wattimena mit 8:4. Vor allem die Art und Weise, wie Humphries dominierte, beeindruckte. Er selbst spürte früh, dass es einer dieser Tage werden könnte, an denen alles zusammenläuft. „Ab dem Match gegen Wessel Nijman hatte ich das Gefühl, dass es mein Tag wird“, sagte Humphries anschließend. „Ich habe früher am Tag schon zu ein paar Familienmitgliedern gesagt: Das fühlt sich an wie einer dieser Tage, an denen alles passt. Und wenn das passiert, sieht jeder, wozu ich imstande bin.“

Humphries spürt sein Topniveau zurückkehren

Obwohl Humphries seit geraumer Zeit als einer der besten Spieler der Welt gilt, erlebte er 2026 eine Saison mit Höhen und Tiefen. Der Engländer kämpfte in der Premier League Darts regelmäßig mit seinem Niveau und gab später zu, dass Materialwechsel dabei möglicherweise eine Rolle gespielt haben.
Doch bei diesem Players Championship-Turnier fiel wieder alles an seinen Platz. „Wenn bei mir wirklich alles klickt, gehöre ich absolut zu den besten Spielern der Welt“, sagte Humphries überzeugt. „Das habe ich heute gezeigt. Ich muss dieses Niveau nur öfter abrufen. Das ist am Ende die Herausforderung.“
Auffällig war, dass Humphries im Vorfeld nicht sofort spürte, dass er auf dem Weg zu einem außergewöhnlichen Tag war. Beim Einwerfen deutete wenig auf einen dominanten Turniersieg hin. „Ich war einfach entspannt mit meinen Freunden unterwegs. Zwischendurch haben wir etwas Cricket gespielt und Spaß gehabt. Es gab nichts, bei dem man dachte: Das wird ein großartiger Tag. Aber sobald das erste Match begann, fühlte es sich sofort gut an.“
Diese Auftaktpartie gegen Rhys Griffin erwies sich direkt als Vorbote dessen, was folgen sollte. Humphries scorte von Beginn an gut und fand schnell seinen Rhythmus auf die Doppel. „Mein erstes Leg setzte sofort den Ton. Danach blieb das Niveau hoch. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich fast nichts mehr verfehlen kann. Das ist für deine Gegner immer gefährlich.“

Wichtiger Sieg über Wessel Nijman

Ein Schlüsselmoment auf dem Weg zum Titel war der Sieg über Wessel Nijman. Trotz eines Averages von „nur“ 94 Punkten blieb Humphries auch ohne sein absolutes Topniveau gegen den Niederländer standhaft, der in diesem Jahr bereits mehrere Players-Championship-Titel gewonnen hat. Laut Humphries sagt das viel über seine mentale Stärke aus. „In dieser Halle ist Wessel vielleicht der beste Spieler von allen“, so der Engländer. „Er weiß genau, wie er mit solchen Tagen umgehen muss. Deshalb war es ein riesiger Auftrieb, ihn zu schlagen.“
Humphries räumte ein, dass sein Niveau in dieser Partie etwas niedriger lag als früher am Tag, doch gerade das gab ihm Vertrauen. „Das war im Grunde mein B-Game, und selbst damit habe ich recht überzeugend gewonnen. Danach ging das Niveau wieder nach oben. Gegen Wessel spürte ich, dass es etwas enger wurde, aber ich habe mich durchgebissen.“
Rückblickend nennt Humphries es vielleicht den konstantesten Top-Tag seiner Karriere. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich selten über einen ganzen Tag so konstant gut spielen sehen.“

Premier-League-Form gibt Vertrauen

Die starke Leistung kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt der Saison. Humphries schaffte kürzlich doch noch die Qualifikation für die Play-offs der Premier League Darts, nachdem er lange unter Druck stand. Damit bewies er laut vielen seine Klasse, gerade angesichts der Kritik der vergangenen Monate. „Es war nicht wirklich mein Jahr“, gab Humphries zu. „In der Premier League gab es viele Abende, an denen es einfach nicht meine Richtung nahm. Es fühlte sich oft an, als müsste ich enorm hart arbeiten, ohne dafür belohnt zu werden.“
Eine wichtige Veränderung war die Rückkehr zu seinen alten Pfeilen und Flights. Laut Humphries erwies sich das letztlich als entscheidende Entscheidung. „Ich bin zu meinem alten Setup zurückgegangen, und schaut, wie es jetzt wieder läuft. Vielleicht war es in diesem Jahr mein Fehler, etwas verändern zu wollen, das eigentlich nicht kaputt war. Ich wollte mich verbessern, aber vielleicht steckt diese Verbesserung gerade im Vertrauen in das Material, das man bereits kennt.“
Die jüngste Formkurve stimmt ihn jedenfalls positiv für die entscheidende Phase der Saison. „An den letzten Premier-League-Abenden habe ich eigentlich wieder gut gespielt. Ich habe zwar nur einen gewonnen, aber auch ein paar Finals knapp gegen Luke Littler verloren. Letzte Woche spielte ich stark und heute natürlich erneut.“
Luke Humphries in Aktion
Luke Humphries gewann Players Championship 17

Blick auf Titelverteidigung in der O2 Arena gerichtet

Mit den Play-offs der Premier League Darts in Sicht wächst bei Humphries auch das Vertrauen, dass er seinen Titel in der Londoner O2 Arena erfolgreich verteidigen kann. „Das wäre wirklich großartig“, sagte er. „Ich bin am Ende doch noch in die Play-offs reingerutscht. Wenn ich dann am Ende den Titel erneut holen würde, hätte das enorme Bedeutung.“
Trotzdem bleibt Humphries gelassen. Zunächst steht der letzte reguläre Spieltag dr Premier League an, auf die er sich optimal vorbereiten will. „Morgen lege ich einen Ruhetag ein, danach fokussiere ich mich komplett auf den Donnerstag. Ich möchte diesen guten Flow beibehalten.“

Golf als unerwarteter Schlüssel zur Entspannung

Auffällig genug schrieb Humphries einen Teil seiner wiedergefundenen Ruhe einem neuen Hobby außerhalb des Darts zu: Golf. Der Engländer gab zu, dass er damit zuvor vorsichtig war, aus Angst vor Verletzungen oder negativer Auswirkung auf sein Spiel. „Ich war immer skeptisch gegenüber Golf. Ich wollte keine Verletzungen riskieren oder etwas tun, das meine Leistungen beeinflussen könnte. Aber am Ende kann man nicht sein ganzes Leben nur mit Darts verbringen.“
Inzwischen sieht Humphries es jedoch als wichtiges Hilfsmittel, um mental frisch zu bleiben. „Ich liebe Golf. Solange ich es nicht direkt vor einem Match spiele, hilft es mir sogar, zu entspannen. Und vorerst scheint es mir nur gutzutun.“

Mehr Players Championships im Kalender?

Durch seinen Turniersieg hat sich Humphries inzwischen die Teilnahme an den Players Championship Finals in Minehead gesichert. Dadurch kann er den restlichen Saisonkalender etwas freier gestalten. Dennoch schließt er nicht aus, dass er sogar mehr Floor-Turniere bestreiten wird. „Manchmal sind diese Turniere perfekt, um scharf zu bleiben“, sagte er. „Andererseits können sie auch gefährlich für dein Selbstvertrauen sein, wenn du einen schwächeren Tag erwischst.“
Humphries betonte, dass er wegen seiner Familie stets versucht, eine Balance zwischen Spitzensport und Privatleben zu finden. „Ich habe Kinder und eine Familie zu Hause. Das bleibt Priorität Nummer eins. Deshalb muss ich manchmal Entscheidungen treffen.“
Doch nach seinem dominanten Auftritt scheint die Lust vollständig zurück zu sein. „Vielleicht sollte ich tatsächlich ein paar mehr spielen“, lachte er. „Es kann gut sein, dass ich demnächst noch bei ein paar zusätzlichen Players Championships auftauche.“
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