„Noch so ein Jahr, und er fällt aus den Top 16. Dann hat man einen“ – Van Gerwen steht vor einer „sehr wichtigen Saison“ in seiner Karriere

PDC
Dienstag, 03 Februar 2026 um 17:00
Michael van Gerwen (1)
Während der Viaplay-Übertragung der Winmau World Masters 2026 am Sonntagabend wurde am Rande ausführlich über die Position von Michael van Gerwen gesprochen. In einem Gespräch zwischen Koert Westerman und Vincent van der Voort ging es nicht nur um die körperliche Belastung des Dartslebens, sondern vor allem um die größere Frage: Wo steht Van Gerwen derzeit in seiner Karriere – und wohin führt der Weg?
Westerman eröffnete mit einem Thema, das die Premier League Darts seit Jahren begleitet: Reisen, Intensität und die Routine des wöchentlichen Spielens auf höchstem Niveau. Van der Voort, seit langem gut mit Van Gerwen befreundet, wurde deutlich. „Michael ist sowieso keiner, der groß klagt“, hieß es resolut. „Er weiß das immer im Vorfeld, das gehört einfach dazu. Es ist einfach Arbeit. Gehört dazu.“
Laut Van der Voort liegt die eigentliche Härte der Premier League nicht so sehr im Reisen selbst, sondern in den Ergebnissen. Solange es läuft, fühlt sich die Belastung anders an. „Es wird oft erst dann richtig schwer, wenn es nicht läuft“, erklärte er. „Wenn du nach fünf Wochen noch bei null Punkten stehst, weißt du fast sicher, dass du das Halbfinale nicht mehr erreichst. Und dann wird es etwas schwerer.“
Dennoch betonte er, dass Van Gerwen das Bühnengefühl weiterhin schätzt. „Er findet es immer noch richtig schön, auf der Bühne zu stehen.“ Westerman ergänzte mit einem Augenzwinkern, dass Darts trotz allem immer noch attraktiver sei als ein Leben außerhalb des Sports. „Es ist immer noch viel schöner als Fliesen zu legen“, scherzte er. Van der Voort konnte das nur bestätigen: „Er weiß sehr wohl, wie gut er es im Vergleich zu vielen anderen Menschen hat.“
Van der Voort zeigte sich jedoch kritisch mit der Phase, in der sich Van Gerwen aktuell befindet. Nach so vielen Jahren an der absoluten Spitze habe sich seiner Ansicht nach etwas eingeschlichen, wodurch die Schärfe fehle. „Auch er hat es nach so vielen Jahren in den letzten Jahren ein bisschen als selbstverständlich genommen“, sagte er. „Und er hat doch ein wenig unbewusst den Fuß vom Gas genommen. Die Quittung bekommst du jetzt präsentiert.“
Diese Feststellung führte zu einer deutlichen Aussage. „Das wird ein sehr wichtiges Jahr für Michael“, stellte Van der Voort fest. „Ob wir ihn noch einmal an der Spitze sehen oder ob er langsam abgleitet.“
„Wenn er noch so ein Jahr hat, fällt er aus der Top 16 der Welt“, warnte er. „Dann erhältst du einen ganz anderen Status. Was nicht zu ihm passt.“ Die mentale Wirkung könnte enorm sein. „Es gibt nicht so viele Beispiele von Spielern, die so gut waren wie er und danach noch einmal zurückkommen.“
„Du kannst auch nicht zu lange ohne Titel und Leistungen weitermachen“, so Van der Voort. „In diesem Jahr muss es wirklich gedreht werden. Und hoffen wir, dass es gelingt.“
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