
Nathan Aspinall traut Beau Greaves den ganz großen Durchbruch zu. Der frühere World-Matchplay-Champion ist überzeugt, dass die Engländerin nicht nur als erste Frau den Sprung in die Top-32 der Weltrangliste schaffen, sondern sogar ein PDC-Major gewinnen kann. Zunächst müsse sie allerdings einen anderen Schritt gehen – und zwar abseits der Bühne.
Greaves schrieb am vergangenen Wochenende erneut Geschichte. Die 22-Jährige gewann zum dritten Mal das Women's World Matchplay und setzte sich in einem packenden Finale in den Winter Gardens von Blackpool mit 6:5 gegen Fallon Sherrock durch. Zuvor hatte sie bereits als erste Frau überhaupt ein Players-Championship-Turnier gewonnen, einen 9-Darter auf der PDC Tour geworfen und sich als erste Spielerin für ein European-Tour-Event qualifiziert. Für Aspinall sind das eindeutige Belege dafür, dass Greaves längst das Niveau besitzt, um dauerhaft mit den besten Spielern der Welt mitzuhalten.
Aspinall rät Greaves zu mehr Präsenz abseits der Bühne
Trotz aller sportlichen Erfolge sieht Aspinall noch Entwicklungspotenzial – allerdings nicht am Dartboard. „Beau ist abseits der Bühne ein wirklich toller Mensch. Ich finde nur, dass sie sich etwas häufiger zeigen sollte“, sagte der Weltranglisten-16 laut Zitaten, die von Oche180 gesammelt wurden.

Nathan Aspinall ist überzeugt, dass Beau Greaves das Potenzial für einen Major-Titel besitzt – sieht für ihre weitere Entwicklung aber auch Potenzial abseits der Bühne.
Der Engländer habe bereits mehrfach versucht, Greaves für seine Showturniere zu gewinnen. „Ich habe versucht, sie für einige meiner Exhibitions zu gewinnen, aber sie hatte daran nie wirklich Interesse.“
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Wäre er ihr Manager, wüsste er genau, welchen Rat er ihr geben würde.
„Ich würde ihr sagen, dass sie sich mehr ins Rampenlicht stellen sollte. Sie sollte sich Fallon anschauen. Fallon ist eine großartige Persönlichkeit und eine hervorragende Spielerin. Sie spielt Exhibitions, macht Medienauftritte und ist in Fernsehsendungen wie Bullseye zu sehen. Ich weiß nicht, warum Beau sich darauf nicht einlassen möchte.“
Aspinall vermutet, dass Greaves mit der Aufmerksamkeit schlicht nicht besonders gut umgehen kann. „Vielleicht ist sie einfach eher ein nervöser Mensch. Aber ich denke, dass Beau jetzt diesen nächsten Schritt gehen muss. Eine größere Bekanntheit kann ihrem Spiel nur helfen.“
Vergleich mit Fallon Sherrock
Der Vergleich mit Fallon Sherrock kommt nicht von ungefähr. Die Engländerin sorgte bei der Weltmeisterschaft 2020 für Schlagzeilen, als sie als erste Frau überhaupt ein Match im Alexandra Palace gewann. Mit ihren Erfolgen gegen Ted Evetts und Mensur Suljovic wurde sie schlagartig auch über die Dartszene hinaus bekannt und war anschließend unter anderem in der britischen TV-Show A Question of Sport zu Gast.
„Sie wird die Top-32 stürmen“
Sportlich kennt Aspinall ohnehin kaum Grenzen, wenn es um Greaves geht. „Schon bevor sie ihre Tour Card gewonnen hat, habe ich gesagt, dass sie die erste Frau sein wird, die den Sprung in die Top-32 der Weltrangliste schafft. Dabei bleibe ich auch heute noch.“
Momentan muss sich Greaves noch über die Qualifikation zur European Tour kämpfen. Das werde sich seiner Ansicht nach jedoch bald ändern.
„Sobald sie in der Pro-Tour-Rangliste weit genug vorne steht und automatisch für die European Tour qualifiziert ist, wird sie die Top-32 stürmen.“
Für Aspinall ist das angesichts ihrer Leistungen keine Überraschung. „Sie ist einfach so gut. Sie hat in diesem Jahr bereits ein Pro-Tour-Turnier gewonnen – etwas, das vor ihr noch keine Frau geschafft hat.“
„Niemand möchte gegen sie spielen“
Inzwischen genieße Greaves auch unter den männlichen Profis größten Respekt.
„Ich will ehrlich sein: Sie macht vielen Topspielern auf der Tour Angst. Niemand möchte gegen sie ausgelost werden. Bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr wollte niemand in der ersten Runde gegen sie antreten. Das zeigt doch, wie gut sie inzwischen ist.“
Dass sie auf der großen Bühne bestehen kann, bewies Greaves bereits bei den UK Open 2025. Dort erreichte sie die vierte Runde und verlangte dem Weltranglistenzweiten Luke Humphries beim 7:10 alles ab.
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Aspinall traut Greaves sogar einen Major-Titel zu
Für Aspinall ist deshalb auch ein Triumph bei einem der größten Turniere nur eine Frage der Zeit.
„Ich sehe keinen Grund, warum sie künftig nicht um Titel wie das World Matchplay oder die Weltmeisterschaft mitspielen sollte. Ich glaube wirklich, dass sie ein Major gewinnen kann.“
Dabei verweist der Engländer auf einen Aspekt, der seiner Meinung nach häufig unterschätzt wird.
„Ich glaube sogar, dass ein Players-Championship-Turnier das schwierigste Turnier überhaupt ist. Es gibt keine TV-Bühne und keine Zuschauer, aber diese Turniertage sind brutal. Ich habe rund 200 davon gespielt und gerade einmal sieben gewonnen.“
Den einzigen Bereich, in dem Greaves noch Erfahrung sammeln müsse, sieht er bei langen Matchformaten.
„Viele Männer spielen seit Jahren über lange Distanzen. Beau ist das wahrscheinlich noch nicht in diesem Ausmaß gewohnt. Aber das wird mit der Zeit kommen. Deshalb glaube ich wirklich, dass sie eines Tages ein Major gewinnen kann.“
Mit ihren historischen Erfolgen hat Beau Greaves bereits mehrfach neue Maßstäbe im Darts gesetzt. Nathan Aspinall ist überzeugt, dass ihre Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen ist – und dass sie in den kommenden Jahren nicht nur dauerhaft zur Weltspitze gehören, sondern auch um die größten Titel im Sport kämpfen wird.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










