„Sie müssen ein paar Mal nach Deutschland reisen und ein paar Stündchen warten, dann fangen sie alle an zu jammern“ – Van der Voort nennt Euro-Boykott-Droher „ein Haufen Babys“
PDC
Die Chance ist durchaus groß, dass wir in den kommenden Monaten weniger Spieler aus Großbritannien bei den European Tour-Turnieren in Europa sehen werden. So sagten vergangene Woche bei der German Darts Grand Prix unter anderem Luke Littler, Luke Humphries, Gerwyn Price und Gary Anderson bereits ab. Grund ist ein „Boykott“ wegen langer Wartezeiten an Flughäfen infolge des Brexits.
Van der Voort kritisiert scharf und warnt vor Folgen für Rankings und Fans
Einer der Spieler, die in diesem Boykott besonders hervortreten, ist Jonny Clayton. Durch den Brexit im Februar 2020 haben England, Schottland, Wales und Nordirland die Europäische Union verlassen. Seitdem müssen Einwohner dieser Länder an EU-Flughäfen bei der Passkontrolle anstehen, was zuvor nicht nötig war. Das führt bei Dartspielern zu teils stundenlangen zusätzlichen Reisezeiten.
Vincent van der Voort findet jedoch, dass diese Spieler nicht so klagen sollten, und nennt seine ehemaligen Kollegen „ein Haufen Babys“. „Ich musste dreißig Jahre lang zu den schlimmsten Flughäfen reisen. Ich hatte jahrelang stundenlange Verspätungen, hing beim Zoll fest, musste in der Urlaubszeit stundenlang auf meinen Flug warten, und auch mit diesem Covid-Kram war es kein Vergnügen, nach England zu reisen (dem Mittelpunkt der Dartwelt, Red.). Jetzt müssen diese Leute ein paarmal nach Deutschland reisen und ein paar Stündchen warten, schon jammern sie alle“, beginnt er seine Ausführungen in der neuesten Folge des Darts Draait Door-Podcasts.
Er bezieht in dieser Debatte dann auch klar Stellung. „Dann kommt doch einfach nicht, bleibt weg. Droht vor allem nicht damit, nicht zu kommen. Dann werden wir sehen, wo jemand wie Clayton in zwei Jahren in der Weltrangliste steht, wenn er die Euro Tour nicht mehr spielt. Schaut mal, wie schnell sich das gegen sie richtet.“
Laut Van der Voort schaden sich die britischen Spieler mit einem möglichen Boykott vor allem selbst. „Dann übernehmen die europäischen Dartspieler die Rankings, und die Briten spielen keine EM, keinen World Cup und keine Floor-Turniere mehr. Nichts. Dann sollen sie das auch so machen. Was glauben sie denn, was mit diesem Gemecker über die Schlangen passieren wird, die gelöst werden müssten? Was wollt ihr damit erreichen?“
Obwohl die Dartspieler selbst natürlich wenig daran ändern können, dass ihr Land aus der Europäischen Union ausgetreten ist, müssen sie laut dem Niederländer einfach damit leben. „Für sie ist es vielleicht weniger attraktiv, zur Euro Tour zu kommen, aber boykottieren?! Wem nützt das denn? Vor allem euch selbst und euren Fans, denn dann seht ihr euch nie wieder. Sie müssen einkalkulieren, dass so etwas mal passieren kann. Und es ist wirklich nicht so, dass es jedes Mal so lange dauert.“
Weiterlesen

Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Mentor
Pascal Michiels ist Chefredakteur von Dartsnews.de und verantwortlich für die strategische, redaktionelle und SEO-basierte Ausrichtung der Plattform. In dieser Rolle steuert er redaktionelle Standards, Themenpriorisierung und Qualitätskontrolle und arbeitet eng mit Redaktion und Management zusammen, um Reichweite, Sichtbarkeit und inhaltliche Qualität nachhaltig zu stärken.
Er lebt in Brüssel und absolvierte ein Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften an der Vrije Universiteit Brussel. Seine berufliche Laufbahn begann er im Bereich Media Analysis bei Report International, wo er unter anderem für internationale Kunden wie Mercedes, BMW, Opel, Ford Europe sowie Olympiabewerbungen tätig war. Dort leitete er ein internationales Team von mehr als zwanzig angehenden Journalistinnen und Journalisten und sammelte umfangreiche Erfahrung in redaktioneller Koordination, Medienanalyse und Leistungsbewertung.
In den folgenden Jahren arbeitete Pascal als Business-IT-Coach und selbstständiger Berater, unter anderem in langfristigen Projekten für GlaxoSmithKline. Später wechselte er in den Bildungsbereich und unterrichtete Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung.
Bei Dartsnews.de verantwortet er heute die redaktionelle Governance der Plattform. Dazu zählen die Festlegung von Quellenstandards, die Sicherstellung von Genauigkeit und Konsistenz sowie die Koordination von Aktualisierungen und Korrekturen bei neuen, verifizierten Informationen. Neben seiner strategischen Arbeit ist er auch redaktionell tätig und unterstützt das Team bei Textstruktur, Themenwahl und Headline-Optimierung.
Darüber hinaus ist Pascal auch in die strategische Entwicklung von Radsportaktuell.de eingebunden.
Klatscht 5Besucher 2
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








