„Ich hätte die Partie eigentlich unterbrechen müssen, aber das ist im Nachhinein leicht gesagt“ – Michael van Gerwen spricht offen über den Premier-League-Ärgermoment und seine Lehren daraus

PDC
Freitag, 10 April 2026 um 18:45
Michael van Gerwen (3)
Michael van Gerwen erlebt nach eigenen Worten eine Saison voller Höhen und Tiefen. Nach einer turbulenten Phase, in der er sowohl auf als auch neben der Bühne mit Rückschlägen zu kämpfen hatte, spürt der dreifache Weltmeister nun neuen Schwung. Der Fokus liegt wieder klar auf Leistung – und die Lust am Dartspiel ist zurück.
„Ja, eine Achterbahn“, fasst Van Gerwen seine bisherige Saison treffend zusammen. „Ich spiele zeitweise gut, aber vor allem habe ich wieder Spaß daran. Das ist das Wichtigste.“

Zwischen Rückschlägen und neuer Energie

Der Start ins Jahr verlief vielversprechend: Erfolge auf der World Series und ein Sieg am Premier-League-Auftaktabend setzten früh ein Zeichen. Danach warf ihn eine Infektion zurück, doch statt zu klagen, zeigt sich Van Gerwen gelassen. „So läuft das Leben – im Darts und außerhalb. Du musst das Beste daraus machen“, erklärt er. „Ich fühle mich wieder wohl, und jetzt will ich auch wieder Ergebnisse liefern. Ich weiß, da steckt mehr drin. Aber entscheidend ist, dass ich die Freude wiedergefunden habe. Zuhause passt alles, meinen Kindern geht es gut – das bedeutet mir sehr viel.“
Michael van Gerwen (1)
Van Gerwen ist aktuell auf Platz 4 in der Premier League
Für den Niederländer bildet genau diese Zufriedenheit die Basis seiner aktuellen Form. „Das ist eines der wichtigsten Dinge überhaupt. Ich liebe, was ich tue – die Bühne, die Premier League, die Euro Tour. Dafür spielt man Darts. Und ich bin überzeugt, dass ich derzeit besser spiele als vor einem Jahr. Das ist ein gutes Zeichen.“

Altes Niveau in Sichtweite

Dass Van Gerwen noch immer zu Spitzenleistungen fähig ist, hat er mit starken Euro-Tour-Auftritten bewiesen. Zweifel kennt er keine. „Wenn du es einmal kannst, kannst du es auch wieder“, sagt er selbstbewusst. „Ich denke positiv und gebe immer hundert Prozent. Der Umgang mit meinem Spiel hat sich verbessert, das hilft enorm.“ Die Freude an intensiven Duellen ist zurück – und genau die treiben ihn an. „Gute Matches auf Topniveau geben Energie. Dafür macht man das.“
Nicht alles verlief jedoch reibungslos. Bei einem Premier-League-Abend sorgte ein technisches Problem für Ärger. „Nach meinem ersten Pfeil habe ich diesen roten Punkt auf der Kamera gesehen. Bei meinem zweiten Wurf war er noch da. Ich habe dem Schiedsrichter Bescheid gesagt, aber es wurde nichts getan“, berichtet Van Gerwen. „Die PDC hat sich später entschuldigt – so etwas darf nicht passieren.“ Rückblickend räumt er ein: „Ich hätte das Spiel unterbrechen müssen, aber hinterher ist man immer schlauer.“

Premier-League-Ziele und Euro-Tour-Fokus

Trotz durchwachsener Resultate bleibt die Qualifikation für die Play-offs der Premier League ein realistisches Ziel. „Die O2 ist weiterhin möglich. Ich weiß, was ich kann, und ich werde wieder Spiele gewinnen“, zeigt er sich entschlossen. Die Niederlage gegen Stephen Bunting sieht Van Gerwen dabei nicht als Rückschritt: „Er hat stark gespielt, aber ich selbst war auch nicht schlecht. Das ist das Positive. Solange ich motiviert bleibe, kann ich mein Niveau halten.“
Der Fokus liegt nun klar auf der Euro Tour. „Diese Turniere sind für mich aktuell besonders wichtig. Ich werde in den kommenden Monaten nicht alle Pro Tours spielen, aber einige mitnehmen.“ Parallel bleiben die großen TV-Events selbstverständlich Priorität. „Die Majors sind immer entscheidend. Und ich freue mich, in diesem Jahr beim World Cup gemeinsam mit Gian zu spielen – das wird klasse.“

Darts wächst weiter – und die Familie bleibt Priorität

Neben der persönlichen Entwicklung beobachtet Van Gerwen auch das Wachstum seines Sports mit Begeisterung. „Die Entwicklung ist fantastisch. Ich spiele seit zwanzig Jahren im Fernsehen und habe viele Veränderungen miterlebt. Aber Darts stand noch nie so gut da wie jetzt.“
Für ihn ist das Ende der Fahnenstange längst nicht erreicht. „Global kann der Sport noch viel größer werden. Solange wir mit Freude spielen und Leistung bringen, kommen die Fans von selbst.“
Mit einem vollen Kalender und einer jungen Familie spielt das richtige Management seiner Termine eine immer größere Rolle. „Es wird nicht einfacher, aber du musst deinen Zeitplan gut im Griff haben“, betont Van Gerwen. „Wenn ich zwischen einer Euro Tour und einem World-Series-Turnier wählen muss, nehme ich inzwischen die Euro Tour.“
Eine Reise nach Australien oder Neuseeland wird es wohl vorerst nicht geben – aus einem ganz einfachen Grund: „Wahrscheinlich fahre ich lieber mit meinen Kindern in den Urlaub.“
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