„100.000 Prozent eine 147“: Luca Brecel erklärt, warum das Maximum Break im Snooker schwieriger ist als ein 9-Darter
PDC
Snooker und Darts wirken auf den ersten Blick wie zwei völlig verschiedene Welten. Hier das taktisch geprägte Spiel auf dem großen Tisch mit komplexen Laufwegen und Positionsspiel – dort die scheinbar geradlinige Präzisionssportart am Board. Doch sieht man genauer hin, zeigen sich erstaunliche Parallelen: Beide Disziplinen verlangen höchste Genauigkeit, mentale Stabilität und strategische Klarheit auf Topniveau. Die zentrale Frage lautet deshalb seit Jahren: Was ist eigentlich schwieriger – ein Maximum Break von 147 Punkten im Snooker oder ein 9-Darter im Darts?
Mit dieser Frage wurde kürzlich der belgische Snookerspieler Luca Brecel konfrontiert, der neben seiner Karriere am Tisch auch ein leidenschaftlicher Darts-Fan ist. Seine Antwort fiel eindeutig aus: „100.000 Prozent eine 147.“ Damit positioniert er sich klar in einer Debatte, die unter Fans beider Sportarten seit Langem geführt wird.
Warum Brecel die 147 klar vorne sieht
Brecel, Snooker-Weltmeister des Jahres 2023, machte im Interview mit Sportnieuws.nl deutlich, wie tief seine Begeisterung für Darts tatsächlich reicht. „Sogar größer als Snooker. Ich schaue alles und spiele selbst fast täglich. Also ja: große Leidenschaft“, sagte er.
Josh Rock gelingt bei seinem Premier-League-Heimspiel in Belfast ein emotionaler 9-Darter – einer der bislang spektakulärsten Momente der laufenden Saison
Um den Vergleich einzuordnen, lohnt sich ein genauer Blick auf die Anforderungen beider Höchstleistungen. Eine 147 im Snooker – das Maximum Break – bedeutet, dass ein Spieler alle 15 roten Kugeln jeweils mit Schwarz kombiniert und anschließend die Farben in der richtigen Reihenfolge versenkt. Insgesamt sind dafür 36 perfekte Stöße in Serie nötig. Entscheidend ist dabei nicht nur das Lochen, sondern vor allem die exakte Positionierung der Weißen. Schon ein minimaler Stellungsfehler kann den gesamten Versuch zunichtemachen. Das schnellste Maximum Break in einem offiziellen Wettbewerb gelang Ronnie O'Sullivan 1997 in nur 5 Minuten und 8 Sekunden.
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Dem gegenüber steht im Darts der 9-Darter – das perfekte Leg, bei dem ein Spieler 501 Punkte mit lediglich neun Pfeilen löscht. Dafür müssen acht Darts in Folge in einem benötigten Triple-Segment untergebracht und das Leg anschließend mit einem Doppel abgeschlossen werden. Es ist eine außerordentliche Spitzenleistung, bei der in kürzester Zeit absolute Präzision gefragt ist.
Brecel, der selbst regelmäßig Darts spielt, kennt die Anforderungen aus eigener Praxis. „Mit den ersten neun Darts liegt mein Average bei rund 70 bis 75, das ist für einen Amateur ziemlich gut“, sagt er. Gleichzeitig weiß er genau, wie groß der Abstand zur absoluten Perfektion ist. „Im Darts kannst du in neun Pfeilen fertig sein, aber im Snooker musst du viel länger fehlerfrei bleiben. Das macht es mental schwerer.“
Ein entscheidender Unterschied liegt tatsächlich in Dauer und Komplexität der jeweiligen Leistung. Während im Darts neun perfekte Würfe ausreichen, verlangt ein Maximum Break im Snooker eine lange Serie präziser Entscheidungen und technischer Ausführungen. Hinzu kommt die ständige Veränderung der Spielsituationen auf dem Tisch: Keine Stellung gleicht der anderen, weshalb Planung, Anpassungsfähigkeit und Übersicht permanent gefragt sind.
„Der Druck auf der Bühne ist enorm“
Gleichzeitig ist ein 9-Darter keineswegs eine „leichtere“ Aufgabe. Im Gegenteil: Unter den Bedingungen einer großen Bühne, vor tausenden Zuschauern in der Halle und einem Millionenpublikum vor den Bildschirmen, mehrere Triples in Serie zu treffen, ist eine außergewöhnliche Leistung. „Der Druck auf der Bühne ist enorm“, erklärt Brecel. „Aber im Snooker musst du diesen Druck viel länger aushalten.“
Interessant ist zudem die Entwicklung der vergangenen Jahre: 9-Darter sind inzwischen häufiger zu sehen als Maximum Breaks im Snooker. Ein Grund dafür liegt im starken Wachstum und der zunehmenden Professionalisierung des Darts. Das Leistungsniveau in der Breite ist deutlich gestiegen, immer mehr Spieler erreichen hohe Averages – und damit wächst auch die Wahrscheinlichkeit perfekter Legs.
Für viele gilt das Maximum Break im Snooker für viele weiterhin als ultimative Demonstration vollständiger Spielkontrolle. Es verlangt nicht nur technische Präzision, sondern ebenso Geduld, strategisches Denken und mentale Stabilität über einen langen Zeitraum. Jeder Stoß stellt eine neue Herausforderung dar, jede Stellung ein neues taktisches Problem.
Das Fazit fällt entsprechend klar aus: Beide Leistungen markieren absolute Spitzenklasse in ihren Sportarten. Doch die größere Anzahl an Einzelschritten, die höhere Variabilität der Spielsituationen und die längere Phase fehlerfreien Spiels sprechen aus Sicht vieler Experten – und auch nach Einschätzung von Brecel – für die größere Schwierigkeit eines 147-Breaks.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









