„Es wäre fast Zufall, wenn es nichts damit zu tun hätte“ – Wayne Mardle sieht einen Zusammenhang zwischen Littlers Einbruch in Brighton und dem Vorfall mit Van Veen
PDC
Eine Woche nach dem emotional aufgeladenen Zwischenfall mit Gian van Veen hat Luke Littler den nächsten Rückschlag kassiert. Im Brighton Centre scheiterte der 19-Jährige im Viertelfinale der Premier League an Stephen Bunting – und zeigte dabei seine bislang schwächste TV-Leistung in einem PDC-Match. Mit einem Average von nur 83,94 Punkten blieb der amtierende Weltmeister weit unter seinen Möglichkeiten.
Schon der Start in den Premier-League-Abend verlief alles andere als angenehm. Beim Walk-on empfingen ihn Pfiffe und Buhrufe, und das Publikum quittierte seine schwache Anfangsphase sogar mit spöttischem Applaus. Littler fand nie wirklich ins Spiel, kämpfte sichtbar mit seinem Rhythmus und suchte vergeblich nach Stabilität.
Fehlender Rhythmus und sichtbare Verunsicherung
Während der junge Engländer um Kontrolle rang, verpasste sein Gegner früh die Chance, die Partie deutlicher zu gestalten. Bunting, der an diesem Abend seinen 41. Geburtstag feierte, blieb mit sechs verwandelten Doppeln bei 21 Versuchen ebenfalls hinter seiner Bestform zurück. Doch seine solide Grundsicherheit reichte aus, um Littler in Schach zu halten und den Sieg zu sichern.

Littler notierte in Brighton mit 83,94 sein niedrigstes TV-Average überhaupt in einem PDC-Match.
Besonders auffällig: Littler wechselte während des Spiels mehrfach seine Darts – ein untrügliches Zeichen seiner Verunsicherung. Doch auch dieser Versuch brachte keine Wende. Ohne eine einzige 180 und mit einem für seine Verhältnisse erschreckend niedrigen Average verließ der Weltmeister schließlich wortlos die Bühne. Nach der Partie gab er Bunting zwar sportlich die Hand, wirkte aber sichtlich enttäuscht und leer.
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Sky-Experte Wayne Mardle sah den Grund für Littlers schwachen Auftritt im Nachhall der Ereignisse von Manchester. „Ich vermute, das ist eine Reaktion auf das, was letzte Woche passiert ist“, erklärte der frühere Premier-League-Spieler. „Er wirkte flach, als würde er seine Darts ohne Überzeugung werfen – nicht frustriert, aber auch nicht fokussiert.“
Bunting selbst zeigte nach dem Match viel Verständnis für seinen jungen Landsmann. „Zum Glück ist er auch nur ein Mensch“, sagte der Sieger bei Sky Sports. „Es ist hart, wenn dich das Publikum so angeht. Ich mag Luke, er ist ein großartiger Junge – und keiner sieht ihn gern in so einer Situation.“
Kritik und Sorgen um den Weltmeister
Auch John Part, dreifacher Weltmeister und Sky-Analyst, fand deutliche Worte. Für ihn war Littler an diesem Abend kaum wiederzuerkennen: „Er wirkte desinteressiert. Stephen hat seinen Job gemacht, aber es muss seltsam gewesen sein, gegen jemanden zu spielen, der so weit von seiner Normalform entfernt ist. Über die Ursache lässt sich nur spekulieren.“
Part betonte zudem, dass Bunting das Match sogar klarer hätte gestalten können: „Eigentlich hätte Stephen 6:0 gewinnen müssen. Die beiden Legs, die Luke geholt hat, hätte er nie bekommen dürfen.“ Trotzdem fügte der Kanadier an: „Gegen die Nummer eins der Welt zu spielen, bleibt eine große Aufgabe. Selbst wenn der Gegner schwächelt, rechnet man nicht mit so vielen Chancen.“
Für Littler bleibt die Hoffnung, dass dieser Abend in Brighton nur ein weiterer kurzer Tiefpunkt in seiner noch jungen Karriere ist – und kein Anzeichen für einen länger anhaltenden Durchhänger.
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Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










