„Es wäre fast Zufall, wenn es nichts damit zu tun hätte“ – Wayne Mardle sieht einen Zusammenhang zwischen Littlers Einbruch in Brighton und dem Vorfall mit Van Veen

PDC
Freitag, 10 April 2026 um 16:00
Luke Littler (3)
Eine Woche nach dem emotional aufgeladenen Zwischenfall mit Gian van Veen hat Luke Littler den nächsten Rückschlag kassiert. Im Brighton Centre scheiterte der 19-Jährige im Viertelfinale der Premier League an Stephen Bunting – und zeigte dabei seine bislang schwächste TV-Leistung in einem PDC-Match. Mit einem Average von nur 83,94 Punkten blieb der amtierende Weltmeister weit unter seinen Möglichkeiten.
Schon der Start in den Premier-League-Abend verlief alles andere als angenehm. Beim Walk-on empfingen ihn Pfiffe und Buhrufe, und das Publikum quittierte seine schwache Anfangsphase sogar mit spöttischem Applaus. Littler fand nie wirklich ins Spiel, kämpfte sichtbar mit seinem Rhythmus und suchte vergeblich nach Stabilität.

Fehlender Rhythmus und sichtbare Verunsicherung

Während der junge Engländer um Kontrolle rang, verpasste sein Gegner früh die Chance, die Partie deutlicher zu gestalten. Bunting, der an diesem Abend seinen 41. Geburtstag feierte, blieb mit sechs verwandelten Doppeln bei 21 Versuchen ebenfalls hinter seiner Bestform zurück. Doch seine solide Grundsicherheit reichte aus, um Littler in Schach zu halten und den Sieg zu sichern.
Littler blickt in die Ferne
Littler notierte in Brighton mit 83,94 sein niedrigstes TV-Average überhaupt in einem PDC-Match.
Besonders auffällig: Littler wechselte während des Spiels mehrfach seine Darts – ein untrügliches Zeichen seiner Verunsicherung. Doch auch dieser Versuch brachte keine Wende. Ohne eine einzige 180 und mit einem für seine Verhältnisse erschreckend niedrigen Average verließ der Weltmeister schließlich wortlos die Bühne. Nach der Partie gab er Bunting zwar sportlich die Hand, wirkte aber sichtlich enttäuscht und leer.
Sky-Experte Wayne Mardle sah den Grund für Littlers schwachen Auftritt im Nachhall der Ereignisse von Manchester. „Ich vermute, das ist eine Reaktion auf das, was letzte Woche passiert ist“, erklärte der frühere Premier-League-Spieler. „Er wirkte flach, als würde er seine Darts ohne Überzeugung werfen – nicht frustriert, aber auch nicht fokussiert.“
Bunting selbst zeigte nach dem Match viel Verständnis für seinen jungen Landsmann. „Zum Glück ist er auch nur ein Mensch“, sagte der Sieger bei Sky Sports. „Es ist hart, wenn dich das Publikum so angeht. Ich mag Luke, er ist ein großartiger Junge – und keiner sieht ihn gern in so einer Situation.“

Kritik und Sorgen um den Weltmeister

Auch John Part, dreifacher Weltmeister und Sky-Analyst, fand deutliche Worte. Für ihn war Littler an diesem Abend kaum wiederzuerkennen: „Er wirkte desinteressiert. Stephen hat seinen Job gemacht, aber es muss seltsam gewesen sein, gegen jemanden zu spielen, der so weit von seiner Normalform entfernt ist. Über die Ursache lässt sich nur spekulieren.“
Part betonte zudem, dass Bunting das Match sogar klarer hätte gestalten können: „Eigentlich hätte Stephen 6:0 gewinnen müssen. Die beiden Legs, die Luke geholt hat, hätte er nie bekommen dürfen.“ Trotzdem fügte der Kanadier an: „Gegen die Nummer eins der Welt zu spielen, bleibt eine große Aufgabe. Selbst wenn der Gegner schwächelt, rechnet man nicht mit so vielen Chancen.“
Für Littler bleibt die Hoffnung, dass dieser Abend in Brighton nur ein weiterer kurzer Tiefpunkt in seiner noch jungen Karriere ist – und kein Anzeichen für einen länger anhaltenden Durchhänger.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading