„Sie vermuten, es liege an Kälte, es muss von irgendwoher kommen“ – Vincent van der Voort widerspricht der scharfen Kritik der Spieler am Winmau Blade X

PDC
Samstag, 20 Juni 2026 um 11:40
Vincent van der Voort wirft einen Dart in seinem eigenen Dartshop
Die Diskussion um Winmaus neues BladeX-Dartboard reißt nicht ab. Erst kürzlich entlud sich der Frust von Martin Schindler in aller Öffentlichkeit: Nach dem World Cup of Darts warf der deutsche Profi ein BladeX-Board samt Verpackung in einen Müllcontainer. Die Szene verbreitete sich binnen Stunden in den sozialen Medien und entfachte die seit Monaten schwelende Debatte erneut.
Im Zentrum der Kritik steht ein ganz bestimmtes Problem: Darts treffen das Board, springen aber wieder aus dem Sisal heraus. Solche Bounce-outs fallen besonders bei TV-Übertragungen auf und sorgen dort für zusätzliche Aufmerksamkeit. Immer mehr Spieler sprechen das Thema offen an.

Anderson nennt es das schlimmste Board überhaupt

Auch Gary Anderson, zweifacher Weltmeister, hält sich nicht zurück. Bei einer Pressekonferenz bezeichnete der Schotte das BladeX gegenüber DartsNews als das schlechteste Board, das er je gespielt habe. Nicht alle Profis teilen diese radikale Einschätzung, doch die Unzufriedenheit zieht sich durch weite Teile der Szene.
Gary Anderson in Aktion
Gary Anderson übte jüngst scharfe Kritik an den Winmau-Boards
Vincent van der Voort, selbst für Winmau aktiv, nimmt die Kritik ernst. Im Podcast „Darts Draait Door" sprach der frühere Profi ausführlich über die Schwächen des Boards. „Es gibt definitiv Bedenken, und das wird gelöst", sagte van der Voort und machte damit klar, dass der Hersteller die Beschwerden längst registriert hat.
Der Niederländer findet deutliche Worte für das eigentliche Problem: Spieler dürften nicht ständig mit grundlos herausfallenden Darts kämpfen müssen. „Es sind wirklich gute Boards, aber es fallen zu viele Darts heraus. Als Winmau muss man das ernst nehmen." Damit trifft er den Kern der gesamten Debatte. Spieler loben zwar die Innovationskraft und die Langlebigkeit des BladeX, erwarten aber vor allem eines: Verlässlichkeit im Match.

Winmau sucht nach der Ursache

Der Hersteller forscht inzwischen intensiv nach den Gründen für die Bounce-outs. Laut van der Voort prüft Winmau verschiedene Einflussfaktoren, darunter die Temperatur. „Bei Winmau wird alles getestet. Man vermutet, dass Kälte die Ursache ist. Es muss ja irgendwoher kommen", erklärte er im Podcast.
Eine endgültige Antwort gibt es noch nicht, doch der Wille zur gründlichen Aufklärung scheint vorhanden. Van der Voort betont, wie wichtig das für den Ruf der Marke ist. Winmau zählt seit Jahren zu den führenden Herstellern von Dartboards, weshalb die Erwartungen an ein neues Flaggschiff-Modell besonders hoch ausfallen.

Stark in der Haltbarkeit, schwach in der Praxis

Van der Voort distanziert sich zwar von Andersons drastischer Wortwahl, erkennt aber den berechtigten Kern der Kritik an. „Ich stimme ihm nicht zu, aber wenn so viele Spieler darauf fokussiert sind, muss man zuhören und es ernst nehmen", sagt er.
Bei der Lebensdauer überzeugt das BladeX laut van der Voort tatsächlich. Trotzdem relativiert er dieses Argument sofort: „Es ist das beste Board, was die Lebensdauer angeht, aber das bedeutet nichts, denn man könnte genauso gut ein Holzbrett aufhängen, das hält noch länger." Haltbarkeit allein reicht für Topspieler eben nicht aus – entscheidend ist die Leistung im Match selbst.

Spieler erwarten konkrete Änderungen

Für van der Voort steht fest: Winmau muss handeln. Verbraucher zahlen für ein BladeX-Board rund 150 Euro, und bei diesem Preis dürfen schlicht keine strukturellen Mängel auftreten. „Das darf nicht passieren. Das darf nicht passieren. Dann stimmt etwas mit dem Board nicht", stellt er klar.
Er rechnet fest damit, dass der Hersteller reagiert. „Das Board bei der PDC muss gut sein, Top-Qualität. Es wird Änderungen geben. Das Problem wird natürlich ernst genommen." Van der Voort sendet damit ein klares Signal an Spieler und Fans: Winmau ignoriert die Kritik nicht, sondern arbeitet an einer Lösung.
Ob diese Lösung die Zweifel an Boards komplett ausräumen kann, bleibt offen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Winmau das Vertrauen der Spieler zurückgewinnt. Fest steht schon jetzt: Die Debatte um das BladeX-Board ist noch längst nicht vorbei.
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