„Um ehrlich zu sein, dachte ich im letzten Leg: Jetzt musst du dein Bestes zeigen, sonst verlierst du“ - Niels Zonneveld setzt sich nach einem Thriller gegen Weltklassespieler Josh Rock durch
Niels Zonneveld hat seine starke Form auf der European Tour einmal mehr eindrucksvoll bestätigt. Beim German Darts Grand Prix in München rang der Niederländer Josh Rock in einem packenden Duell mit 6:5 nieder und zog damit bereits zum dritten Mal in Folge in die Finals-Session ein.
Es war ein Achtelfinalsieg beim German Darts Grand Prix, der vor allem von mentaler Stärke lebte. Zonneveld ließ sich auch in kritischen Momenten nicht aus der Ruhe bringen und setzte im entscheidenden Augenblick die richtigen Akzente.
Konstante Entwicklung auf hohem Niveau
Die Partie gegen Josh Rock entwickelte sich schnell zu einem echten Härtetest. Der Nordire präsentierte sich in starker Verfassung, setzte Zonneveld konstant unter Druck und ließ kaum Raum für Fehler. Doch genau in dieser intensiven Phase bewies der Niederländer seine Reife.
„Um ehrlich zu sein, dachte ich im letzten Leg: Jetzt musst du dein Bestes abrufen, sonst verlierst du“, erklärte Zonneveld nach der Partie.
Er reagierte genau richtig. Im entscheidenden Moment zog er sein Spiel an, blieb fokussiert und nutzte seine Chancen konsequent. „Er hat fantastisch gespielt, allergrößten Respekt vor ihm. Aber heute ging es für mich um mein eigenes Spiel. Dass ich am Ende gewonnen habe, gibt mir enorm viel Selbstvertrauen“, sagte Zonneveld.
Seine jüngsten Resultate sprechen eine klare Sprache. Drei Viertelfinalteilnahmen in Serie auf der European Tour sind kein Zufall. Vielmehr zeigen sie eine kontinuierliche Entwicklung, die sich sowohl im Scoring als auch im Timing auf die Doppel bemerkbar macht.
Zonneveld wirkt an der Oche stabiler, abgeklärter und deutlich selbstbewusster als noch vor einigen Monaten. „Ich fühle mich wirklich großartig. Dreimal in Folge die Finals-Session zu erreichen, ist einfach ein gutes Gefühl“, betonte er.
Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Abseits der Bühne hat der Niederländer die Grundlagen für seinen aktuellen Aufschwung gelegt. Eine stabile private Situation und ein klar strukturierter Trainingsplan bilden das Fundament seines Erfolgs.
„Zu Hause läuft alles ruhig, das hilft enorm. Außerdem trainiere ich deutlich mehr als früher – etwa drei Einheiten à anderthalb Stunden täglich“, erklärte Zonneveld. „Ich bin keiner, der zwei Wochen nichts macht und dann plötzlich einen 110er-Average spielt. Ich muss mir alles hart erarbeiten.“
Blick auf die großen Bühnen
Mit seinen Leistungen rückt Zonneveld zunehmend in Richtung der wichtigen Ranglistenplätze vor. Damit steigen auch die Chancen auf Starts bei den großen Major-Turnieren – ein Ziel, das er klar formuliert.
World Matchplay, World Grand Prix und die European Championship stehen ganz oben auf seiner Liste. Auch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft bleibt ein zentraler Antrieb, selbst wenn die Bedeutung des Preisgelds zuletzt stark gewachsen ist.
Zonneveld bleibt dabei realistisch. Er richtet seinen Fokus zunächst darauf, sich regelmäßig für die größten Events zu qualifizieren. „Ich will einfach bei allen Majors dabei sein, idealerweise auch beim Grand Slam. Wenn ich das erreiche, bin ich sehr zufrieden“, sagte er.