Die
Bekanntgabe der Teilnehmer für die
Premier League Darts 2026 hat intensive Diskussionen ausgelöst. Wie kontrovers die Entscheidungen aufgenommen werden, zeigt ein ausführliches Statement von Dartslegende
John Lowe. Der dreifache Weltmeister berichtet, dass ihn seit der Verkündung zahlreiche Nachrichten von Fans, Spielern und Akteuren aus der gesamten Dartswelt erreicht haben. Besonders eine Personalie sorgt laut Lowe für massives Unverständnis: die Nichtberücksichtigung von
Beau Greaves.
Kontroverse sei bei der Zusammenstellung der Premier League grundsätzlich zu erwarten, erklärt Lowe. Die aktuellen Reaktionen machten jedoch deutlich, dass viele Dartsfans die Entscheidungen der PDC diesmal nur schwer nachvollziehen können. „Es ist nachvollziehbar, dass Anhänger enttäuscht sind, wenn ein Spieler, von dem sie überzeugt sind, dass er oder sie hineingehört, übergangen wird“, schreibt Lowe in seinem Beitrag auf
Facebook.
Ryan Searle größter Streitpunkt
Am häufigsten taucht in den Reaktionen laut Lowe der Name
Ryan Searle auf. Der Engländer hatte bei der vergangenen Weltmeisterschaft einen enormen Sprung in der Weltrangliste gemacht und sich von Platz 20 bis auf Rang acht verbessert. „Nach seinen Auftritten auf der größten Bühne der Dartswelt muss das für Ryan enorm schwer zu akzeptieren sein, und nicht nur für seine Fans“, betont Lowe.
John Lowe krönte sich 1979, 1987 und 1993 zum BDO-Weltmeister
Auch die Einladung von Gerwyn Price stößt bei vielen Beobachtern auf Kritik. Der Waliser liegt aktuell nur auf Platz zwölf der Weltrangliste und damit hinter Spielern wie James Wade und
Danny Noppert. Lowe verweist darauf, dass durch die Absage von Gary Anderson ein Platz im Teilnehmerfeld frei geworden sei. Diese Position hätte jedoch nur dann logisch vergeben werden können, wenn die Weltrangliste tatsächlich eine entscheidende Rolle bei der Auswahl gespielt hätte.
In diesem Zusammenhang deutet Lowe an, dass die PDC womöglich andere Maßstäbe anlegt als ausschließlich sportliche Leistungen. „Ich kann nur annehmen, dass Spieler außerhalb der Top Acht ausgewählt werden, weil sie Einfluss auf den Kartenverkauf und die TV-Quoten haben“, schreibt er.
Große Verwunderung über das Fehlen von Beau Greaves
Ein weiteres Fragezeichen setzt
John Lowe hinter das Fehlen von
Beau Greaves. „Die Anzahl der Fragen, warum Greaves keine Einladung bekam, war enorm. Ich stelle mir diese Frage ebenfalls“, erklärt die Dartslegende. Aus seiner Sicht hätte ihre Teilnahme nicht nur sportlichen Wert gehabt, sondern auch eine starke Signalwirkung für den Frauendartsport entfaltet.
Nach ihren überzeugenden Auftritten auf der großen Bühne hätte Greaves laut Lowe durchaus für Furore sorgen können. „Nach dem, was Stephen Bunting im vergangenen Jahr in der Premier League gezeigt hat, kann niemand behaupten, Beau hätte keine ernsthafte Chance gehabt“, schreibt er. Lowe hebt zudem hervor, dass ihre Teilnahme die Sichtbarkeit und Wahrnehmung von Frauen im Darts deutlich gesteigert hätte.
Appell an die PDC
Zum Abschluss richtet
John Lowe einen klaren Appell an die PDC. Er fordert mehr Transparenz beim Auswahlverfahren für die
Premier League Darts. „Wie werden die Einladungen genau bestimmt? Hat die Weltrangliste überhaupt Einfluss?“ Eine offene und klare Kommunikation sei seiner Meinung nach sowohl für die übergangenen Spieler als auch für deren Fans dringend wünschenswert.