In der aktuellen Folge des niederländischen Podcasts „Darts Draait Door“ sprechen die Moderatoren Damian Vlottes und Vincent van der Voort über die kleinen, aber typischen Ärgernisse im Dartsport – und merken dabei: Am meisten stört sie, was sie selbst tun. Die Reflexion wird persönlich, ehrlich und zeigt, wie schmal der Grat zwischen Analyse und Realität sein kann.
Vlottes schildert sein Erlebnis von der Development Tour am vergangenen Wochenende, bei dem er erstmals selbst antrat. In einer Partie beendete er das Match mit einem 124er-Finish, während sein Gegner noch 40 Punkte Rest hatte. „Er sah wirklich niedergeschlagen aus – also habe ich ihm die Hand gegeben, ihm auf den Rücken geklopft und mich entschuldigt“, erzählt Vlottes. „Genau das, was mich im Fernsehen immer nervt, habe ich jetzt selbst gemacht.“
Van der Voort, einst selbst Tour-Profi, konnte nur zustimmen: „Man schaut jahrelang Darts, analysiert Matches – aber sobald man selbst spielt, macht man plötzlich genau dieselben Dinge wie alle anderen.“
Auch van der Voort selbst liefert ein Beispiel für dieses Phänomen. Er berichtet von einem Pro-Tour-Turnier, bei dem er sich mit seinem Sohn Kevin fest vorgenommen hatte, voll fokussiert zu bleiben. Doch nach einem verpassten Bullseye geriet sein Kopf ins Wanken. „Ich habe die zweite Runde verloren und dachte nur: Was mache ich hier eigentlich?“, gibt er zu. Für ihn war es ein klassischer Fall von mentalem Kurzschluss.
Trotz intensiver Vorbereitung und vieler Gespräche verfiel van der Voort in alte Muster: „Ich stand wieder da, zog ein Gesicht und dachte mir, es ist doch nicht zu glauben, was mein Gegner da wieder gegen mich spielt. Aber wenn das mal drin ist im Kopf, wird man es nicht so leicht los.“
Auch Vlottes musste feststellen, dass Theorie und Praxis oft auseinanderklaffen. Er ärgerte sich über einen Gegner, der konsequent weiter auf die 20 warf, obwohl die Darts nicht gut saßen – nur um kurz darauf selbst genauso zu handeln. „Ich finde immer etwas, worüber ich mich aufrege – aber plötzlich mache ich es genauso“, sagt er.
Van der Voort verteidigt dieses Verhalten: „Es ist leicht, von außen zu sagen, dass man das nicht machen sollte. Aber wenn es sich in dem Moment für dich richtig anfühlt, dann ziehst du es durch. So ist das eben.“
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.