Wessel Nijman krönt Traumwoche mit historischem Titel bei den Slovak Darts Open 2026 im Finale gegen Rob Cross

PDC
Sonntag, 21 Juni 2026 um 23:10
Wessel Nijman (1)
Wessel Nijman setzt seinem überragenden Jahr 2026 die nächste Krone auf. Beim Premieren-Turnier der European Tour in Bratislava bezwingt der Niederländer im Finale Rob Cross mit 8:3 und sichert sich damit seinen zweiten European-Tour-Titel der Karriere. Den entscheidenden Punkt setzt Nijman mit einem spektakulären Finish: Per Single 14, Doppel 20, Doppel 10 checkt er 74 Punkte und besiegelt damit einen Erfolg, der seine famose Form unterstreicht.
Erst Anfang der Woche triumphierte Nijman bei der Players Championship 21 in Wigan. Mit dem Titel in der Slowakei holt er bereits seinen achten PDC-Erfolg in diesem Jahr und etabliert sich damit endgültig als einer der konstantesten Spieler der gesamten Tour. Für Cross bleibt trotz der Final-Niederlage eine starke Woche: Der Weltmeister von 2018 hatte sich unter der Woche ebenfalls einen Sieg auf der Players Championship Tour gesichert und reiste als einer der Topfavoriten nach Bratislava.

Cross legt vor, Nijman dreht die Partie

Beide Finalisten starten stark in die Partie und holen ihre jeweiligen Anwurflegs souverän in 15 Darts. Nijman setzt dabei direkt ein Ausrufezeichen und checkt 104 Punkte zur frühen Führung. Cross lässt sich davon nicht beeindrucken und antwortet prompt: Mit einem kompromisslosen 74er-Finish geht der Engländer erstmals selbst in Führung und bringt sich bei 2:1 in eine gute Ausgangslage.
Wessel Nijman in Aktion
Wessel Nijman gewann bereits sein achtes Pro Tour Turnier des Jahres
Doch genau in dieser Phase zeigt Nijman seine ganze Klasse. Mit einem 68er-Checkout gelingt ihm das sofortige Rebreak, kurz darauf bestätigt er die Wende mit einem starken Finish von 116 Punkten. Von diesem Moment an übernimmt der Niederländer die Kontrolle über das Geschehen und lässt Cross kaum noch Luft zum Atmen. Während beide Spieler über weite Strecken auf einem vergleichbar hohen Average von gut 103 bis 104 Punkten bleiben, ist es vor allem die Konstanz auf den Doppeln, die den Unterschied macht. Nijman erspielt sich deutlich mehr Möglichkeiten auf den Doppelfeldern und nutzt diese auch konsequenter.
Cross gelingt zwischenzeitlich noch ein Lebenszeichen, als er bei 5:3 den Lauf des Niederländers unterbricht. Doch der Anschlusstreffer bleibt sein letzter nennenswerter Widerstand. Nijman zieht in der Folge unbeeindruckt weiter und lässt dem Engländer keine echte Chance mehr auf die Trophäe. Mit einem perfekt getimten 12-Darter erhöht der Niederländer auf 7:3 und wirft anschließend selbst zum Turniersieg an. Mit dem finalen 74er-Checkout auf Doppel 10 macht Nijman den historischen Erfolg perfekt und wird damit zum ersten Champion in der Geschichte der Slovak Darts Open.

Dramatische Halbfinals ebnen den Weg ins Endspiel

Der Weg ins Finale verlief für beide Spieler völlig unterschiedlich. Cross zeigte sich bereits im Viertelfinale gegen Nathan Aspinall in Bestform und gewann nach neun sieglosen Duellen in Folge gegen seinen Landsmann endlich wieder ein direktes Aufeinandertreffen – mit 6:2 und einem starken Average von gut 102 Punkten. Im Halbfinale beendete der Engländer anschließend den Traumlauf von Außenseiter Tom Sykes, der zuvor mit Jermaine Wattimena einen weiteren Niederländer aus dem Turnier geworfen hatte. Mit 7:2 ließ Cross dem Briten dabei kaum eine Chance.
Für Nijman gestaltete sich der Halbfinaleinzug deutlich dramatischer. Im Viertelfinale gegen Mike De Decker entwickelte sich ein offener Schlagabtausch auf höchstem Niveau, den der Niederländer am Ende mit 6:3 für sich entschied – unter anderem dank eines herausragenden 170er-Checkouts, dem höchstmöglichen Finish im Dartsport. Im Halbfinale gegen Ross Smith musste Nijman dann sogar einen Rückstand wettmachen, nachdem Smith von 2:5 auf 5:5 herangekommen war. Die Partie ging schließlich in ein Entscheidungsleg, das Nijman mit einem sensationellen 161er-Checkout auf Bullseye für sich entschied.
Mit dem Titelgewinn rundet Wessel Nijman damit ein außergewöhnliches Jahr ab, das ihn nun auch zum erfolgreichsten Spieler der noch jungen European-Tour-Saison 2026 macht. Für Rob Cross bleibt trotz der Finalniederlage die Gewissheit, weiterhin zur absoluten Weltspitze zu gehören – die nächste Chance auf einen Titel dürfte für den Engländer nicht lange auf sich warten lassen.
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