„Wie kann es sein, dass die Nummer eins der Welt Veränderung will und der Boss so über ihn spricht?“ – Kritik an Hearn wird lauter

PDC
Donnerstag, 02 April 2026 um 14:30
Luke Littler (2)
Die Diskussion über Professionalisierung in der Dartswelt ist erneut aufgeflammt, nachdem Luke Littler sich zur Lebensweise der Spieler auf der Tour geäußert hat. Der junge Weltmeister plädierte für gesündere Rahmenbedingungen bei Turnieren, erhielt dafür jedoch aus bestimmten Ecken der Sportwelt wenig Rückendeckung.
Die Reaktion von Barry Hearn sorgte dabei für den meisten Wirbel. Der einflussreiche Sportpromoter, jahrelang das Gesicht der PDC, räumte mit Littlers Vorschlag unverblümt auf. „Da sagte ich: ‚Es ist verdammt noch mal ein Dartturnier. Wovon redest du? Hör auf und trink einfach dein Bier‘“, so Hearn, der damit unmissverständlich klarstellte, dass sich die Sportart in dieser Hinsicht wohl kaum schnell verändern wird.
Innerhalb der Dartszene sorgte diese Aussage für Stirnrunzeln. Ex-Profi Vincent van der Voort kann sich hingegen durchaus in Littlers Gedankengang wiederfinden. In dem Podcast Darts Draait Door wurde die Debatte mit der steilen These zugespitzt: ‚Luke Littler muss die Klappe halten und Bier trinken‘, eine direkte Anspielung auf Hearns Worte. Van der Voort reagierte verwundert: „Dann sagt einfach der größte Mann der PDC: ‚Er soll einfach die Klappe halten und Bier trinken.‘ Das ist doch sehr erstaunlich, oder nicht?“
Der ehemalige Topspieler nahm den jungen Engländer allerdings nicht völlig in Schutz, ordnete dessen Aussagen aber ein. „Ich meine, selbst Stevie Wonder sieht, dass er etwas zu schwer ist“, sagte Van der Voort mit einem Augenzwinkern. Zugleich betonte er den größeren Punkt hinter der Diskussion. „Wir reden doch alle darüber, dass die Dartspieler insgesamt gesünder leben und mehr für den Sport tun sollten, denn sie sind auch Aushängeschilder für Sponsoren und Publikum und so. Und für seine eigene Gesundheit wäre es ebenfalls besser.“

Nuggets und Pommes

Auch Jaco van Bodegom, ehemaliger Manager von Raymond van Barneveld, erkennt das Bild wieder, das Littler zeichnet. Er verweist auf die Bedingungen hinter den Kulissen bei Turnieren. „Was ich am bizarrsten fand: Du kommst zur Pro Tour, morgens um 9:15 Uhr, ich bin noch ein wenig am Wachwerden. Dann riechst du schon die Nuggets und die Pommes“, erzählt er. Laut Van Bodegom entspricht das Catering-Niveau nicht der professionellen Außenwirkung, die der Sport inzwischen hat. „Bei der Premier League erwartest du schon ein gewisses Niveau.“ Die Realität sehe jedoch anders aus: „Kalte Pommes und solche Pies.“
Die Kontroverse berührt damit eine grundlegendere Frage im modernen Darts: Wie professionell will der Sport tatsächlich sein? Moderator Damian Vlottes brachte diese Zweifel treffend auf den Punkt. „Wie kann es sein, dass die Nummer eins der Welt, das Aushängeschild des Darts, Veränderung will und der große Boss so über ihn spricht? Das ist doch wirklich bizarr, oder?“
Nach Ansicht von Van der Voort sagt diese Reaktion viel über die Kultur innerhalb der Dartswelt aus. „Solche Dinge, das gibt es auch nur im Darts“, stellte er fest. Gleichzeitig ordnete er Hearns Rolle historisch ein. „Hearn ist natürlich superwichtig für das Darts gewesen und er hat das Preisgeld so schön gemacht, aber er schert sich keinen Deut um diese Spieler. Wirklich absolut null. Es geht einfach darum, dass er eine Menge Geld verdient.“
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