Was für ein Abend im Empress Ballroom: Das
World Matchplay 2026 hat am Dienstag gleich mehrere Geschichten geschrieben.
Luke Littler eröffnete sein Achtelfinale mit einem historischen 9-Darter,
Michael van Gerwen schied überraschend gegen Dirk van Duijvenbode aus und
Gary Anderson setzte seinen starken Lauf fort. Den Schlusspunkt einer denkwürdigen Session setzte schließlich Josh Rock, der das Viertelfinale komplettierte und nun auf den Titelverteidiger trifft.
Gary Anderson hatte den Abend mit einer beeindruckenden Aufholjagd eröffnet, Dirk van Duijvenbode sorgte anschließend für das überraschende Aus von Michael van Gerwen – doch alles wurde von Luke Littler in den Schatten gestellt. Der Weltmeister eröffnete sein Achtelfinale gegen Nathan Aspinall mit einem
perfekten 9-Darter und führte die Zuschauer im Empress Ballroom durch eines der spektakulärsten Matches der jüngeren Matchplay-Geschichte. Während Anderson und van Duijvenbode ins Viertelfinale einzogen, setzte Littler einem ohnehin denkwürdigen Abend die Krone auf.
Anderson dreht 1:4-Rückstand eindrucksvoll
Den ersten Viertelfinalplatz des Abends sicherte sich Gary Anderson. Der Schotte geriet gegen Jonny Clayton früh mit 1:4 in Rückstand, fand anschließend jedoch immer besser in die Partie und stellte seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis.
Mit einer makellosen 5:0-Session drehte Anderson das Match vollständig, übernahm erstmals die Führung und ließ Clayton danach nicht mehr zurückkommen. Dank starken Timings auf die Doppel und wichtiger Checkouts in den entscheidenden Momenten setzte sich der Flying Scotsman schließlich verdient mit 11:7 durch und untermauerte nach seinem 109,96er-Rekordaverage aus Runde eins eindrucksvoll seine Titelambitionen.
Van Duijvenbode wirft van Gerwen sensationell aus dem Turnier
Für die größte Überraschung des Abends sorgte Dirk van Duijvenbode. Der Niederländer eliminierte Landsmann Michael van Gerwen nach einem echten Krimi mit 14:12 und zog erstmals seit 2022 wieder in das Viertelfinale des
World Matchplay ein.
Van Duijvenbode hatte sich zwischenzeitlich einen komfortablen 10:7-Vorsprung erspielt und stand bereits kurz vor dem größten Sieg seiner Matchplay-Karriere. Van Gerwen kämpfte sich mit starken Finishes, darunter ein spektakuläres 148er- sowie ein 125er-Checkout, noch einmal in die Verlängerung zurück. Dort entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, ehe van Duijvenbode in Leg 26 die Nerven behielt und den Matchdart auf Doppel-8 verwandelte. Für den dreifachen Champion ist das Turnier damit bereits im Achtelfinale beendet.
Littler schreibt mit 9-Darter Darts-Geschichte
Den Höhepunkt eines ohnehin außergewöhnlichen Abends lieferte schließlich Luke Littler. Der Titelverteidiger eröffnete sein Achtelfinale gegen Nathan Aspinall mit einem perfekten 9-Darter und schrieb damit Matchplay-Geschichte. Noch nie zuvor hatte ein Spieler eine Partie beim World Matchplay mit einem perfekten Leg begonnen.
Luke Littler eröffnete sein Achtelfinale gegen Nathan Aspinall mit einem historischen 9-Darter und zog nach einer weiteren Gala-Vorstellung ins Viertelfinale des World Matchplay 2026 ein.
Doch damit nicht genug: Littler spielte weiter auf höchstem Niveau, verpasste wenig später einen zweiten 9-Darter nur hauchdünn auf der Doppel-15 und begeisterte mit weiteren Highfinishes sowie insgesamt 14 geworfenen 180ern. Aspinall hielt mit einem spektakulären 170er-Finish unter höchstem Druck und trotz drei verpasster Doppel zum möglichen 9:10-Anschluss beeindruckend dagegen, konnte den Weltmeister aber nicht mehr stoppen.
Mit einem Average von 113,68 Punkten setzte sich Littler schließlich mit 11:8 durch und machte den historischen Abend perfekt. Der Engländer trifft nun im Viertelfinale auf den Sieger der abschließenden Begegnung zwischen Josh Rock und Stephen Bunting.
Rock macht Viertelfinale gegen Littler perfekt
Nach den drei spektakulären Partien zuvor verlief der Abschluss des Abends deutlich weniger glanzvoll, dafür umso umkämpfter. Josh Rock und Stephen Bunting fanden zunächst überhaupt nicht zu ihrem Rhythmus, leisteten sich zahlreiche Fehler auf die Doppel und bewegten sich in der Anfangsphase weit unter ihren gewohnten Averagewerten.
Mit zunehmender Spieldauer übernahm Rock jedoch immer mehr die Kontrolle. Der Nordire steigerte sich im Scoring deutlich, spielte unter anderem einen starken 11-Darter sowie ein 106er-Finish und setzte sich mit mehreren Breaks entscheidend ab. Bunting kämpfte sich zwar zwischenzeitlich noch einmal zurück, konnte Rocks Lauf aber nicht mehr stoppen.
Den Schlusspunkt setzte der Nordire schließlich mit einem sehenswerten 140er-Checkout zum 11:6-Erfolg. Damit komplettierte Rock die ersten vier Viertelfinalisten des World Matchplay 2026 und fordert nun in der Runde der letzten Acht Titelverteidiger Luke Littler zu einer Neuauflage des Vorjahreshalbfinals heraus.