Luke Littler bestätigt erneut seinen Status als aktuell bester Darts-Spieler der Welt. Der amtierende Weltmeister setzte sich am Dienstagabend in der zweiten Runde der World Matchplay mit 11:8 gegen Nathan Aspinall durch und lieferte dabei eine Leistung von außergewöhnlichem Format ab. Der 19-jährige Engländer eröffnete die Partie mit einem sensationellen 9-Darter, spielte einen Average von 113,68 und verpasste später sogar knapp ein zweites perfektes Leg.
Nach dem Spiel sprach Littler mit den Medien, darunter auch DartsNews.de, über seinen beeindruckenden Auftritt, den konstanten Druck durch Aspinall, seine Rekordjagd und seine Ambitionen, langfristig alle großen Titel im Darts zu gewinnen.
"Wieder ein unglaubliches Match gegen Nathan"
Obwohl die gesamte Aufmerksamkeit seinen phänomenalen Statistiken galt, wollte Littler zunächst seinem Gegner die Ehre geben. Nach eigener Aussage forderte Aspinall ihn erneut bis an die Grenzen.
"Es war wieder ein großartiges Match gegen Nathan. Wir haben beide erneut eine unglaubliche Leistung gezeigt", sagte Littler. "Wie jeder Spieler weiß, gibt Nathan niemals auf. Er kämpft immer weiter und bleibt einem ständig dicht auf den Fersen."
Der Spielverlauf bestätigte diese Einschätzung. Trotz Littlers herausragendem Niveau hielt Aspinall lange mit und blieb der Weltranglistenerste dicht auf den Fersen. Genau deshalb wollte Littler keinen Moment nachlassen.
"Nach der zweiten Pause wollte ich eigentlich nichts mehr hergeben", erklärte er. "Ich führte mit 6:4, was komfortabel wirkte, doch Nathan lag nur zwei Legs zurück. Deshalb blieb ich vollständig fokussiert, zeigte kaum Emotionen und konnte am Ende den Sieg einfahren."
"Vielleicht war das mein schwerster Test bisher"
Mit einem Average von 113,68 und einem stark aufspielenden Nathan Aspinall lieferte sich Littler wohl seine bislang größte Herausforderung in Blackpool. Zu voreiligen Schlüssen wollte er sich aber nicht hinreißen lassen. "Das könnte sein", sagte er. "Wir werden am Donnerstag sehen, ob Josh oder Stephen mich genauso stark fordern können." Gemeint war Josh Rock, der sich im Anschluss an Littlers Partie mit 11:6 gegen Stephen Bunting durchsetzte.
Das Ergebnis kannte "The Nuke" während des Interviews noch nicht, freute sich aber bereits darauf. "Wenn Josh gewinnt, weiß ich, dass mich erneut ein großartiges Match erwartet. Wie ich schon nach seinem ersten Spiel sagte: Niemand will es mehr als er. Ich werde mir seine Partie also genau anschauen."
Mit 113,68 spielte Littler einen der höchsten Averages, die die World Matchplay je gesehen hat. Trotzdem dachte er im Anschluss bereits an weitere Steigerungen. "Ich will einfach in jedem Match mein bestes Spiel zeigen", sagte er. "Ich glaube, das ist mir heute Abend erneut gelungen."
Er wusste zudem genau, wie nah er einem historischen Rekord gekommen war. "Ich glaube, ich war nur einen Punkt vom höchsten Average entfernt, der hier je gespielt wurde: 114. Dieser Rekord ist also da, um gebrochen zu werden. Hoffentlich kann ich am Donnerstag wieder so ein Niveau erreichen."
9-Darter und Fast-Perfektion im ersten Leg
Der Abend begann spektakulär: Bereits im allerersten Leg der Partie gelang Littler ein 9-Darter. Selbst er selbst konnte im Nachhinein kaum erklären, wie besonders sich dieser Moment anfühlte. "Es fühlte sich großartig an", lächelte er. "Alle fragen mich, wie ich das geschafft habe. Ehrlich gesagt weiß ich es selbst nicht genau."
Noch schmerzhafter war ein weiterer Moment später im Match, als er nur hauchdünn ein zweites perfektes Leg verpasste. "Es war das erste Leg der Partie, und danach traf ich das Eisen der Doppel 15 – so knapp am nächsten 9-Darter vorbei. Das war wirklich bitter. Zwei 9-Darter in einem Match zu verpassen, tut weh. Aber jetzt kann ich mich sammeln und am Donnerstag zurückkommen."
"Erst wenn ich sechzehn Weltmeistertitel habe..."
Trotz aller Lobeshymnen über sein aktuelles Niveau weigert sich Littler, sich bereits jetzt mit Phil Taylor in einem Atemzug zu nennen. Dieser Vergleich begleitet ihn seit seinem Durchbruch. "Darüber spricht man eigentlich schon, seit ich auf der Bühne aufgetaucht bin: Werde ich der nächste Phil Taylor?"
Seine Antwort bleibt unverändert. "Ich habe immer gesagt: Erst wenn ich sechzehn dieser Titel gewinne – sechzehn Weltmeistertitel und alles andere –, dann kann ich mich vielleicht den Größten aller Zeiten nennen."
Natürlich durfte dabei auch ein Scherz nicht fehlen. "Bin ich in sechzehn Jahren noch aktiv? Wer weiß. Wenn ich sechzehn Weltmeistertitel in Folge gewinne, höre ich auf." Auf die Frage, was passiert, falls ihm das nicht gelingt, antwortete er mit einem Lächeln: "Dann mache ich noch zehn weitere Jahre so weiter."
Auch wenn viele bereits über Rekorde und historische Leistungen sprechen, liegt Littlers eigener Fokus vorerst woanders. Sein wichtigstes Ziel besteht darin, jeden großen Fernsehtitel mindestens einmal zu gewinnen. "Ich bin momentan sehr glücklich. Ich habe bereits so viele Titel gewonnen und fast jeden Major auf meinem Konto."
Das war von Anfang an sein Ziel. "Mein größtes Ziel, als ich zur PDC kam, war es, jeden Major mindestens einmal zu gewinnen. Natürlich wollte ich auch Weltmeister werden, und das ist mir inzwischen zwei Mal in Folge gelungen."
Zum Abschluss erhielt Littler erneut Fragen zu seiner Abwesenheit bei den Players-Championship-Turnieren. Sollte er auch die World Matchplay gewinnen, dürfte der Druck auf eine ProTour-Rückkehr weiter steigen.
Littler selbst sieht zwei mögliche Szenarien. "Ich glaube, es kann in zwei Richtungen gehen. Entweder ich bekomme Kritik, weil ich nicht spiele, oder ich bekomme Kritik, weil ich mich nicht qualifiziere."
Eine endgültige Entscheidung hat er noch nicht getroffen. "Wenn ich die Trophäe gewinne, wer weiß, was ich dann mache. Ich glaube, in Leicester stehen nur noch vier ProTours aus, und ich bin nicht nach Den Bosch für diese Turniere gefahren. Es wird also eine Alles-oder-nichts-Entscheidung."
Zunächst will er sich aber ausschließlich auf seine nächste Aufgabe in Blackpool konzentrieren. "Wir sollten noch nicht zu weit vorausblicken. Erst mal voll auf Donnerstag fokussieren."
If I win 16 back-to-back-to-back World Championships, I’m gone - Littler.
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.