Michael van Gerwen konnte seine Enttäuschung nach dem Aus gegen Dirk van Duijvenbode in der zweiten Runde des
World Matchplay kaum verbergen. Der dreifache Weltmeister sprach offen über ein unerwartetes körperliches Problem, verpasste Chancen und seinen Frust über eine Niederlage, die er für vermeidbar hielt.
Van Gerwen wirkte bei seiner Analyse der Partie sichtlich niedergeschlagen. Er richtete seine Wut vor allem gegen sich selbst und hatte das Gefühl, das Match weggeworfen zu haben. „Ich bin ziemlich genervt", sagte er direkt im Anschluss bei Viaplay. „Du verlierst dieses Match eigentlich rein durch deine eigene Unfähigkeit."
Schulterprobleme bremsten Van Gerwen
Der Abend begann laut Van Gerwen bereits mit einem Rückschlag. Kurz vor dem Spiel meldete sich ein körperliches Problem, das ihn während der gesamten Partie begleitete. „Direkt vor dem Match hatte ich Schmerzen in der Schulter. Ich weiß nicht, woher das kam, aber es hat mich im Spiel enorm gestört. Das darf eigentlich nicht passieren. Ist es einmal da, kommst du nicht drum herum."
Michael van Gerwen zog gegen Dirk van Duijvenbode den Kürzeren
Die Beschwerden beeinträchtigten nach seinen eigenen Angaben vor allem sein Gefühl in der Anfangsphase. Er konnte den Wurf nicht so lösen, wie er wollte, und ihm fehlte dadurch die Sicherheit, mit der er normalerweise in ein Match startet. „Ich bekam den Arm nicht richtig locker. Du willst, dass sich die ersten Darts gut anfühlen, damit du Selbstvertrauen aufbaust. Wenn das nicht passiert, fängst du an, dich zu ärgern."
Später Endspurt kam knapp zu spät
Trotz des schwierigen Starts kämpfte sich Van Gerwen am Ende noch einmal zurück ins Match. Bei einem Rückstand von 7:10 Legs schien die Niederlage bereits unausweichlich, doch die frühere Nummer eins der Welt glaubte weiter an die Wende. „Weil du weißt, dass du es kannst. Du zeigst es nur in den entscheidenden Momenten nicht."
Van Gerwen sah den Unterschied letztlich in den entscheidenden Checkouts. Vor allem ein verpasstes 89er-Finish ging ihm nicht aus dem Kopf. „So ein 89-Finish muss einfach sitzen. Das darfst du nicht vergeben."
Gleichzeitig weigerte er sich, Van Duijvenbodes Leistung kleinzureden. Er erkannte an, dass sein Landsmann ein gefährlicher Gegner ist, besonders unter Druck. „Dirk ist ein guter Spieler. Mit ihm musst du auch umgehen können. Wenn du ihn voll unter Druck setzt, kann er auseinanderfallen, aber das musst du erzwingen. Ich habe mein Bestes gegeben, aber leider hat es nicht gereicht."
„Wenn ich gegen Dirk verliere, gebe ich mir dafür immer selbst die Schuld"
Als angedeutet wurde, er habe sich wenig vorzuwerfen, entgegnete Van Gerwen mit einem aufschlussreichen Satz: „Wenn ich gegen Dirk verliere, gebe ich mir dafür immer selbst die Schuld."
Diese Worte zeigten, wie sehr ihn die Niederlage traf. Nicht, weil er sich von Van Duijvenbode deklassiert fühlte, sondern gerade, weil er das Match aus der Hand gegeben hatte. „Das tut sehr weh. Absolut. Weil es nicht nötig war. Hätte er mich deklassiert, wäre es eine andere Geschichte. Aber das ist nicht passiert. Deshalb kannst du dich dafür selbst verantwortlich machen."
Mit diesen Worten verließ ein sichtlich enttäuschter Van Gerwen den Interviewbereich. Das Aus beim
World Matchplay bedeutet für den Niederländer erneut ein frühes Ende bei einem großen TV-Turnier.