ZEITREISE MIT: Denis Ovens – Warum „The Heat“ als „The Nearly Man“ in die Darts-Geschichte einging

PDC
durch Nic Gayer
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In unserer Rubrik „ZEITREISE“ blicken wir regelmäßig auf die Karrieren bekannter Dartsprofis vergangener Tage zurück. Diesmal steht Denis Ovens im Mittelpunkt.
Denis Ovens wurde am 1. Juli 1957 in Enfield geboren. Der Engländer war über viele Jahre hinweg ein vertrautes Gesicht auf der professionellen Darts-Tour. Ovens, der unter dem Spitznamen „The Heat“ antrat, gehörte nicht zu jenen Spielern, die mit Weltmeistertiteln oder großen TV-Erfolgen regelmäßig für Schlagzeilen sorgten. Dennoch blickt er auf eine beeindruckende Karriere zurück, in der er sich über viele Jahre hinweg gegen die besten Dartsspieler der Welt behauptete. Mit einem Viertelfinaleinzug bei der PDC-Weltmeisterschaft, drei aufeinanderfolgenden Halbfinalteilnahmen bei den UK Open und dem Finaleinzug bei der allerersten German Darts Championship bewies Ovens, dass er an seinen besten Tagen mit der absoluten Weltspitze mithalten konnte.
Seine Laufbahn erzählt zugleich die Geschichte eines Dartsprofis aus einer anderen Generation. Ovens begann seine Karriere zu einer Zeit, als die BDO den internationalen Dartsport dominierte. Als sich die professionelle Dartswelt in den 1990er-Jahren und um die Jahrtausendwende grundlegend veränderte, vollzog er den Wechsel zur PDC. Dort sollte er anschließend über viele Jahre hinweg zu einer festen Größe bei den wichtigsten Turnieren werden.

Die ersten Schritte in der Dartswelt

Ovens begann 1976 im Alter von 19 Jahren mit dem Dartsport. Damit legte er den Grundstein für seine spätere Profikarriere zu einer Zeit, als sich der internationale Dartsport noch grundlegend von dem unterschied, was wir heute kennen.
In den 1970er- und 1980er-Jahren entwickelte sich Darts zu einem beliebten Zuschauersport, insbesondere in Großbritannien. Die großen BDO-Turniere zogen viel Aufmerksamkeit auf sich, und Spieler konnten sich mit starken Leistungen innerhalb einer vergleichsweise kleinen, aber äußerst umkämpften Szene einen Namen machen.
In diesem Umfeld entwickelte sich Ovens zu einem ernst zu nehmenden Turnierspieler. 1984 schloss er sich der BDO-Tour an, wo er sich nach und nach gegen die etablierten Namen durchzusetzen versuchte. Es sollte allerdings noch einige Zeit dauern, bis er erstmals größere Aufmerksamkeit auf sich zog.
Eines seiner ersten bemerkenswerten Ergebnisse erzielte Ovens 1984, als er das Viertelfinale des Double Diamond Masters erreichte. Für einen Spieler, der noch am Anfang seiner Entwicklung auf höchstem Niveau stand, war dies eine vielversprechende Leistung.
1986 gab Ovens sein Debüt beim World Masters. Das Turnier gehörte zu den wichtigsten Veranstaltungen im BDO-Kalender und bot den Spielern die Gelegenheit, sich mit der internationalen Spitze zu messen. Ovens erreichte das Achtelfinale und bewies damit, dass er auch auf einer größeren Bühne überzeugende Ergebnisse erzielen konnte.
Ein Jahr später machte er erneut auf sich aufmerksam. 1987 erreichte er das Halbfinale des Double Diamond Masters. Zwar blieb ihm ein großer Titel weiterhin verwehrt, doch auf diese Weise sammelte er wertvolle Erfahrungen in Partien, bei denen der Druck mit jeder Runde zunahm.
Allerdings verlief seine Entwicklung nicht wie die eines Spielers, der innerhalb weniger Jahre den Durchbruch an die absolute Weltspitze schafft. Ovens musste geduldig weiterarbeiten und auf Gelegenheiten warten, um sich einen größeren Namen zu machen. Gerade dieser lange Weg zur Anerkennung sollte später zu einem prägenden Merkmal seiner Karriere werden.

Der Durchbruch Ende der 1990er-Jahre

In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre erzielte Ovens zunehmend beachtliche Ergebnisse. Seine Leistungen wurden konstanter, und es gelang ihm immer häufiger, auch bei größeren Turnieren weit vorzudringen.
Ein bedeutender Moment folgte 1999, als er die Scottish Open gewann. Dieser Triumph gehörte zu den Höhepunkten seiner Zeit bei der BDO und verlieh seiner Karriere neuen Auftrieb. Der Gewinn eines internationalen Open-Turniers war der Beweis dafür, dass er nicht nur gelegentlich einen guten Tag erwischen, sondern auch ein gesamtes Turnier für sich entscheiden konnte.
Im selben Jahr erreichte Ovens das Viertelfinale des World Masters. Auch das war ein wertvolles Ergebnis in einer Phase, in der er sich zunehmend als ernst zu nehmender Konkurrent etablierte.
Die Kombination aus seinem Triumph bei den Scottish Open und seinem starken Abschneiden beim World Masters sorgte dafür, dass sein Name innerhalb der Darts-Szene immer mehr an Bedeutung gewann. Für einen Spieler, der bereits seit 1984 auf der BDO-Tour aktiv war, stellten diese Erfolge eine Belohnung für jahrelange harte Arbeit dar.
Ovens konnte inzwischen auf eine lange Karriere zurückblicken, doch die wichtigste Phase seiner Laufbahn sollte erst noch beginnen. Während sich der Dartsport auf eine neue Ära vorbereitete, stand auch für ihn eine bedeutende Entscheidung bevor.

Ein kurzes WM-Abenteuer bei der BDO

Im Jahr 2000 erhielt Ovens die Gelegenheit, sich auf der größten Bühne der BDO zu beweisen. Er gab sein Debüt bei der BDO-Weltmeisterschaft, die damals eine zentrale Rolle im internationalen Dartsport spielte.
Sein erster WM-Auftritt endete allerdings bereits in der ersten Runde. Dort unterlag er dem englischen Publikumsliebling Bobby George, einer der bekanntesten Persönlichkeiten in der Geschichte des Dartsports.
Für Ovens war es ein enttäuschendes Ende seiner ersten Weltmeisterschaft. Er hatte sich über viele Jahre hinweg auf der BDO-Tour weiterentwickelt und wollte selbstverständlich beweisen, dass er auch bei einer WM überzeugen konnte. Durch das frühe Ausscheiden blieb ihm dazu jedoch kaum Gelegenheit.
Dennoch bedeutete dieses Ergebnis keineswegs, dass seine Möglichkeiten auf höchstem Niveau bereits ausgeschöpft waren. Ganz im Gegenteil: Noch im selben Jahr entschied er sich, einen neuen Weg einzuschlagen.
Der professionelle Dartsport befand sich um die Jahrtausendwende in einer Phase des Umbruchs. Die PDC hatte sich als Alternative zur BDO etabliert und zog immer mehr Spieler an. Die Organisation baute eine eigene Turnierserie mit großen TV-Events und einer stetig wachsenden internationalen Reichweite auf.
Für Ovens bot sich damit die Chance, seiner Karriere neuen Schwung zu verleihen. Im weiteren Verlauf des Jahres 2000 wechselte er zur PDC. Damit begann jenes Kapitel seiner Laufbahn, für das ihn ein großer Teil der Dartsfans später kennen sollte.

Der Wechsel zur PDC

Der Wechsel von der BDO zur PDC war eine bedeutende Entscheidung. Ovens kehrte damit jener Organisation den Rücken, bei der er sich über viele Jahre hinweg entwickelt hatte, und entschied sich für eine Turnierserie, die zunehmend professioneller wurde.
Die PDC eröffnete neue Möglichkeiten, doch die Konkurrenz war enorm. Spieler wie Phil Taylor dominierten die Tour, während auch andere Spitzenspieler ununterbrochen um die wichtigsten Titel kämpften. Wer sich auf diesem Niveau behaupten wollte, musste nicht nur über die nötige Scoringstärke verfügen, sondern auch in den entscheidenden Momenten seine Leistung abrufen können.
Ovens gab 2001 sein Debüt bei der PDC-Weltmeisterschaft. Sein erster Auftritt endete bereits in der Auftaktrunde, in der er Les Fitton unterlag. Damit bekam er unmittelbar zu spüren, welche Schwierigkeiten der Wechsel zu einer anderen Organisation mit sich bringen konnte.
Doch davon ließ er sich nicht entmutigen. Noch im selben Jahr feierte er mehrere Turniersiege auf der Tour. Er gewann das Irish Masters, die Claims Solutions Classic und das Jersey Darts Festival. Vor allem diese Kombination aus erfolgreichen Auftritten zeigte, dass er sich schnell an sein neues Umfeld anpassen konnte.
Das Irish Masters sollten darüber hinaus zu einem wichtigen Turnier in seiner Karriere werden. Ovens gelang es nämlich, seinen Titel 2002 erfolgreich zu verteidigen. Damit bewies er, dass sein Triumph im Vorjahr keine einmalige Überraschung gewesen war.
Auch seine Ergebnisse bei kleineren Turnieren waren von großer Bedeutung. In einem professionellen Umfeld, in dem die Spieler regelmäßig um Preisgelder und Ranglistenpunkte kämpften, konnte eine Serie starker Leistungen den entscheidenden Unterschied ausmachen. Auf diese Weise behauptete sich Ovens gegen Konkurrenten, die aufgrund ihrer Erfolge bei TV-Turnieren häufig deutlich mehr Aufmerksamkeit erhielten.
Seine PDC-Karriere war damit zunächst keine Geschichte großer Triumphe, sondern vielmehr eine Geschichte kontinuierlicher Fortschritte und der Fähigkeit, sich immer wieder als ernst zu nehmender Konkurrent zu behaupten.

Die ersten Jahre bei der PDC-Weltmeisterschaft

Obwohl Ovens bei kleineren Turnieren bereits mehrere Titel gewonnen hatte, blieb die Weltmeisterschaft für ihn eine schwierige Herausforderung. Sein Debüt 2001 war früh zu Ende gegangen, und auch 2002 musste er sich mit einer vergleichsweise bescheidenen Rolle begnügen.
Bei der Weltmeisterschaft 2002 unterlag er in der zweiten Runde Richie Burnett. Der Waliser war selbst ein erfahrener Spieler, der zuvor bereits große Erfolge gefeiert hatte. Für Ovens bedeutete diese Niederlage erneut, dass er noch nicht zu jenen Spielern gehörte, die bei einer Weltmeisterschaft regelmäßig weit vordringen konnten.
2003 machte er einen Schritt nach vorne. Er erreichte die dritte Runde, in der sich Dennis Smith als zu stark erwies. Ein Jahr später gelang ihm erneut der Einzug in die dritte Runde. Diesmal verlor Ovens nach einer spannenden Partie mit 3:4 Sätzen gegen Alex Roy.
Gerade dieses letzte Ergebnis war bezeichnend für die Phase, in der er sich damals befand. Er konnte mit erfahrenen Gegnern mithalten und stand regelmäßig kurz vor dem Einzug in die nächste Runde. Doch noch gelang es ihm nicht, die entscheidenden Hürden zu überwinden.
Seine Karriere wurde deshalb später häufig als die eines Spielers beschrieben, der einem großen Durchbruch immer wieder nahekam, ohne ihn letztlich endgültig zu schaffen. Diese Einschätzung war nicht völlig unbegründet, wurde seiner konstanten Präsenz auf höchstem Niveau allerdings auch nicht gerecht.

Die WM 2005: Sein bestes Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft

Die PDC-Weltmeisterschaft 2005 sollte zum erfolgreichsten WM-Turnier in der Karriere von Denis Ovens werden. Der Engländer erreichte erstmals das Viertelfinale und erzielte damit sein bestes Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft.
Nachdem er in den Jahren zuvor bereits in der ersten, zweiten und dritten Runde ausgeschieden war, gelang es ihm diesmal, mehrere Gegner hinter sich zu lassen. Sein Auftritt zeigte, dass er im entscheidenden Moment sein Leistungsniveau steigern konnte und sich auf der großen Bühne keineswegs vor der Konkurrenz verstecken musste.
Im Viertelfinale wartete Mark Dudbridge auf ihn. Der Engländer hatte sich selbst bereits einen hervorragenden Ruf erarbeitet und war ehemaliger Sieger des World Masters. Dudbridge sollte bei der PDC-Weltmeisterschaft 2005 schließlich auch das Finale erreichen, in dem er Phil Taylor unterlag.
Für Ovens endete das Turnier jedoch gegen Dudbridge. Er verlor mit 3:5 Sätzen und musste damit seinen Traum vom Einzug ins Halbfinale begraben.

Der verpasste Neun-Darter, der ihn noch lange verfolgen sollte

Die Weltmeisterschaft 2007 bescherte Ovens einen der meistdiskutierten Momente seiner Karriere. In der zweiten Runde traf er auf Alan Tabern. Die Partie entwickelte sich zu einem echten Krimi mit einer nervenaufreibenden Schlussphase.
Die Entscheidung fiel in einem Sudden-Death-Leg. Damit standen beide Spieler vor einer Situation, in der ein einziges Leg über das Ausscheiden oder den Einzug in die nächste Runde entscheiden sollte.
Ovens erhielt die Chance, einen Neun-Darter zu werfen. Der Engländer kam dieser historischen Leistung zum Greifen nahe, verfehlte jedoch die Doppel-12. Damit entging ihm nicht nur ein perfektes Leg, sondern auch ein Bonus von 15.000 Pfund, der damals für einen Neun-Darter ausgelobt war.
Besonders bitter wurde dieser Moment dadurch, dass Tabern die Partie letztlich für sich entscheiden konnte. Ovens verpasste somit nicht nur die Chance auf eine außergewöhnliche Leistung, sondern verlor auch noch das Match.

Eine feste Größe beim World Matchplay und World Grand Prix

Obwohl seine Ergebnisse bei Weltmeisterschaften schwankten, gelang es Ovens über viele Jahre hinweg, sich für die anderen großen PDC-Turniere zu qualifizieren. Besonders seine Konstanz beim World Matchplay und World Grand Prix war bemerkenswert.
Von 2000 bis einschließlich 2011 qualifizierte er sich zwölf Jahre in Folge für das World Matchplay. Eine beeindruckende Serie, insbesondere angesichts der starken Konkurrenz und der stetig wachsenden Zahl an Spielern, die sich einen Startplatz bei den großen Turnieren sichern wollten.
Ovens gelang es regelmäßig, die Auftaktrunden zu überstehen. Sein bestes Ergebnis war der Einzug ins Achtelfinale, den er in mehreren Jahren erreichte. Unter anderem 2000, 2002, 2003, 2004, 2005, 2009 und 2011 schaffte er es unter die letzten 16 Spieler.
Ein Halbfinal- oder Finaleinzug blieb ihm bei diesem Turnier zwar verwehrt, doch allein die Regelmäßigkeit seiner Qualifikationen sprach für sich. Ovens war kein Spieler, der lediglich eine starke Saison erlebte und anschließend wieder von der Bildfläche verschwand. Vielmehr behauptete er sich über viele Jahre hinweg auf einer der größten Bühnen des Dartsports.
Auch beim World Grand Prix stellte er diese Beständigkeit unter Beweis. Von 2001 bis einschließlich 2011 qualifizierte er sich elfmal in Folge für das Turnier. Seine besten Ergebnisse waren Achtelfinalteilnahmen, unter anderem in den Jahren 2001, 2003 und 2011.

Das Finale der ersten German Darts Championship

Einer der größten Höhepunkte in Ovens' Karriere folgte 2007, als er das Finale der ersten Austragung der German Darts Championship erreichte.
Das Turnier war ein wichtiger Bestandteil der wachsenden internationalen Ambitionen der PDC. Die Organisation wollte den Dartsport außerhalb Großbritanniens weiterentwickeln, wobei Deutschland zu einem bedeutenden Markt wurde.
Ovens kämpfte sich erfolgreich durch das Teilnehmerfeld und erreichte das Finale. Dort wartete Phil Taylor auf ihn, jener Spieler, der den Dartsport damals dominierte und über viele Jahre hinweg nahezu jeden bedeutenden Titel gewann.
Gegen Taylor erwies sich die Aufgabe als äußerst schwierig. Ovens verlor das Endspiel mit 1:4 Sätzen und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.

Eine Chance beim Grand Slam of Darts

Dank seiner Finalteilnahme bei der German Darts Championship durfte Ovens 2008 am Grand Slam of Darts teilnehmen. Bei diesem Turnier trafen Spieler aus unterschiedlichen Dartsorganisationen aufeinander, wodurch es zu besonderen Duellen zwischen Profis mit ganz verschiedenen sportlichen Hintergründen kam.
Auch dort konnte Ovens ein solides Ergebnis erzielen. Er erreichte das Achtelfinale und bestätigte damit, dass er auf unterschiedlichen großen Bühnen konkurrenzfähig war.
Bei der Darts-Europameisterschaft 2008 zog er ebenfalls ins Achtelfinale ein. Darüber hinaus erreichte er im selben Jahr das Halbfinale der Championship League Darts.

Die UK Open: Dreimal in Folge im Halbfinale

Die UK Open sollten zu jenem Turnier werden, bei dem Ovens in der späteren Phase seiner Karriere seine bemerkenswerteste Erfolgsserie feierte. Zwischen 2010 und 2012 erreichte er dreimal in Folge das Halbfinale.
Das Turnier nahm innerhalb des PDC-Kalenders eine besondere Stellung ein. Durch die offene Auslosung und die Zusammensetzung des Teilnehmerfeldes konnten die Spieler auf ganz unterschiedliche Gegner treffen. Der Weg ins Finale war deshalb nicht immer vorhersehbar.
Ovens schien für dieses Turnier besonders gut geeignet zu sein. 2010 kämpfte er sich bis ins Halbfinale vor, wo er auf Phil Taylor traf. „The Power“ war zu diesem Zeitpunkt nach wie vor das Maß aller Dinge im Dartsport und erwies sich erneut als schwer zu überwindende Hürde.
Ein Jahr später stand Ovens wieder unter den letzten vier Spielern. Er hatte sich erneut erfolgreich durch das Teilnehmerfeld gekämpft und erhielt damit eine weitere Chance auf den Finaleinzug. Diesmal hieß sein Gegner Wes Newton. Newton gewann das Halbfinale mit 10:6. Damit endete auch Ovens' zweite Halbfinalteilnahme in Folge, bei der er dem Endspiel erneut sehr nahegekommen war.
2012 bot sich ihm eine dritte Gelegenheit. Dabei hatte Ovens gerade erst eine Verletzung überstanden. Bei der Weltmeisterschaft hatte er seine Auftaktpartie gegen Kevin Münch wegen eines eingeklemmten Nervs im Rücken noch aufgeben müssen. Doch bei den UK Open war er wieder zur Stelle und erreichte zum dritten Mal hintereinander das Halbfinale – eine bemerkenswerte Erfolgsserie.
Auch diesmal wartete mit Phil Taylor ein alter Bekannter auf ihn. „The Power“ setzte sich schließlich durch und machte damit Ovens' Hoffnungen auf den Finaleinzug zunichte.

Ein Spieler mit einer unverwechselbaren Persönlichkeit

Ovens war nicht nur für seine sportlichen Ergebnisse bekannt. Auch sein Erscheinungsbild und sein Spitzname machten ihn zu einer unverwechselbaren Persönlichkeit auf der Darts-Tour.
Sein Spitzname lautete „The Heat“ – ein Name, der gut zur Intensität des Dartsports passte. Als Spieler musste er sich ständig auf seine Scores, seine Doppel und den Druck konzentrieren, den seine Gegner auf ihn ausübten.
Als Walk-on-Musik verwendete er den Song „The Heat Is On“ von Glenn Frey. Damit verfügte er über einen unverwechselbaren Einlauf, wenn er die Bühne betrat.
Darüber hinaus fiel Ovens regelmäßig durch sein unrasiertes Erscheinungsbild auf. Damit unterschied er sich deutlich von Spielern, die ein gepflegteres und stärker durchgestyltes Image pflegten. In einer Sportart, in der Persönlichkeit und Wiedererkennungswert immer wichtiger wurden, trug dies zu seinem charakteristischen Auftreten bei.
Ovens erzählte außerdem, dass er sich rund um das Rasieren eine ungewöhnliche Angewohnheit zugelegt hatte. Wenn er sich vor einem Spiel rasierte, hatte er nach eigener Aussage häufig Pech. Deshalb beschloss er irgendwann, vor seinen Partien darauf zu verzichten.

Eine kurze Rückkehr zur BDO

Nach vielen Jahren auf der professionellen Darts-Tour endete 2015 Ovens' Zeit bei der PDC. Zu diesem Zeitpunkt hatte er rund 15 Jahre für die Organisation gespielt und an zahlreichen großen Turnieren teilgenommen.
Mit seinem Abschied von der PDC war seine Geschichte im Dartsport allerdings noch nicht ganz zu Ende. 2016 kehrte er für kurze Zeit auf die BDO-Tour zurück.
Fast zwei Jahre nach seinem letzten Auftritt trat er bei den Swedish Open wieder an. Sein Comeback brachte allerdings keine größeren Erfolge mit sich. Vielmehr war es ein Zeichen dafür, dass Ovens dem Dartsport noch nicht vollständig den Rücken gekehrt hatte. Nach einer langen Karriere auf höchstem Niveau blieb Darts offenbar ein wichtiger Bestandteil seines Lebens.
Seine Rückkehr war jedoch nur von kurzer Dauer und führte nicht zu einer neuen Phase, in der er wieder regelmäßig bei großen internationalen Turnieren antrat.

WM-Ergebnisse von Denis Ovens

JahrVerbandRundeGegnerErgebnis
2000BDOLetzte 32Bobby George1-3
2001PDCLetzte 32Les Fitton1-3
2002PDCLetzte 16Richie Burnett4-6
2003PDCLetzte 32Dennis Smith1-5
2004PDCLetzte 32Alex Roy3-4
2005PDCViertelfinaleMark Dudbridge3-5
2006PDCLetzte 32Steve Alker1-4
2007PDCLetzte 32Alan Tabern3-4
2008PDCLetzte 32Jan van der Rassel1-4
2009PDCLetzte 32Ronnie Baxter1-4
2010PDCLetzte 32Colin Lloyd3-4
2011PDCLetzte 32Simon Whitlock0-4
2012PDCLetzte 64Kevin MünchBei einem 1:0-Rückstand aufgegeben
2013PDCLetzte 32Adrian Lewis1-4

Das Vermächtnis von „The Heat“

Denis Ovens wird nicht in einem Atemzug mit den großen Weltmeistern genannt werden, die den modernen Dartsport geprägt haben. Sein Name steht nicht ganz oben auf der Liste jener Spieler, die Dutzende bedeutende TV-Titel gewannen und über viele Jahre hinweg die Weltrangliste dominierten.
Dennoch verdient seine Karriere besondere Aufmerksamkeit. Ovens war ein Spieler, der über einen langen Zeitraum auf höchstem Niveau aktiv blieb und sich in einer Sportart behauptete, die immer professioneller und internationaler wurde.
Ovens gehörte nicht immer zu jenen Spielern, die im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen. Dennoch war er über viele Jahre hinweg ein Gegner, den die Konkurrenz ernst nehmen musste. Er konnte bei großen Turnieren weit vordringen, verfügte über die nötige Erfahrung, um mit Drucksituationen umzugehen, und schaffte es immer wieder, sich für die wichtigsten Wettbewerbe zu qualifizieren.
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