„Zur Hälfte wollte ich eigentlich wechseln“ – Gerwyn Price kämpft trotz deutlichen Sieges weiter mit neuem Material

PDC
Sonntag, 20 September 2026 um 11:45
Gerwyn Price (1)
Gerwyn Price hat sich souverän für das Viertelfinale der World Series of Darts Finals in Amsterdam qualifiziert. „The Iceman“ setzte sich in Runde zwei mit 10-5 gegen Jim Long durch, war danach jedoch keineswegs restlos zufrieden. Der Waliser testet an diesem Wochenende eine neue Set-up-Variante mit längeren Points und merkt, dass er sein Trainingsniveau damit noch nicht auf die große Bühne übertragen kann.
„In meinem Spiel gab es viele Höhen und Tiefen“, resümierte Price anschließend bei Viaplay. „Ich ringe noch ein wenig damit, den Wurf mit den neuen Points und dem neuen Set-up sauber hinzubekommen.“
Price überlegte während der Partie sogar, zu seinem vertrauten Material zurückzukehren. Am Ende entschied er sich bewusst dagegen. „Ich bin dabei geblieben. Zur Hälfte dachte ich ans Wechseln, aber dann dachte ich: nein, einfach weiterkämpfen und so durchs Match kommen.“
Der Grund ist simpel: Auf dem Practice-Board überzeugt ihn das neue Material voll. „Ich trainiere damit fantastisch. Sobald dieses Spiel auch auf der Bühne auftaucht, glaube ich, dass ich deutlich stärker sein werde und viel mehr Turniere gewinnen kann. Ich muss nur dranbleiben.“

„Das sind die Turniere, um Neues auszuprobieren“

Price hatte bereits zuvor am Wochenende angekündigt, sein Material angepasst zu haben. Die World Series of Darts Finals sieht er als geeigneten Moment, weiter zu experimentieren. „Darum schwankt es bei mir ein bisschen, aber das ist das Turnier, um es zu tun. Es gibt keine Rankingpunkte. Natürlich will ich gewinnen. Ich bin hier, um zu gewinnen. Aber das sind auch die Turniere, bei denen man neue Dinge testen kann.“
Der Ex-Weltmeister hat jedenfalls großes Vertrauen in die Möglichkeiten seines neuen Set-ups. „Wenn ich damit auf der Bühne so gut spielen kann wie im Training, wird es großartig. Vielleicht werde ich dann sogar die Nummer eins der Welt“, fügte er lachend hinzu. „Ich weiß es nicht.“
Gerwyn Price jubelt ausgelassen
Gerwyn Price erreichte in Amsterdam nach einem 10-5 gegen Jim Long das Viertelfinale
Vorerst liegt die größte Herausforderung laut Price im Kopf. „Ehrlich gesagt trainiere ich wirklich sehr gut damit, aber mental ist es schwierig, danach auf die große Bühne zu gehen.“
Gegen Long bekam Price zudem nicht stetig den Druck, der ihn zu seinem Topniveau treibt. Der Waliser räumte ein, dass er häufig besser spielt, wenn der Gegner ebenfalls Druck macht. „Manchmal gilt für mich: Je besser der andere spielt, desto besser spiele ich. Ich denke, mein nächster Gegner wird gegen mich besser agieren, und dadurch werde ich selbst auch ein gutes Stück besser spielen.“
Für den Moment war Price vor allem froh, ein schwächeres Match ohne größere Probleme überstanden zu haben. „Ich bin einfach froh, dass er nicht so gut gespielt hat und ich gewonnen habe. Es ist natürlich schön, gegen jemanden zu spielen, der stark spielt, und dann trotzdem zu gewinnen.“
Auch über die Bedingungen in Amsterdam konnte sich Price kaum beklagen. „Die Location ist großartig und die Fans sind großartig. Aber ich will einfach viel besser spielen. Ich liebe es zu gewinnen, aber mir ist es auch wichtig, gut zu spielen.“
Ob beim nächsten Match alles zusammenfällt? Price bleibt zuversichtlich: „Es kommt schon. Vielleicht im nächsten Spiel? Hoffentlich.“
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