„Nicht den ganzen Weg hierher geflogen, um Lücken zu füllen" - Ben Robb holt bei Lakeside-Debüt ersten Sieg auf einem WM-Bühne

WDF
Samstag, 29 November 2025 um 19:00
Ben Robb 3
Bei seinem allerersten Auftritt auf der kultigen Lakeside-Bühne sicherte sich Ben Robb mit einem 3:1-Sieg über den Schweden Johan Engstrom einen Platz in der zweiten Runde der WDF Weltmeisterschaft 2026. Anschließend sprach der Neuseeländer voller Stolz über sein Debüt und die mentale Stärke, die nötig war, um einem starken Startgegner Paroli zu bieten.
Engstrom hatte einen ausgezeichneten Start, vielleicht sogar zu gut, wie Robb feststellte. „Am Anfang konnte er keinen einzigen Triple verpassen", meinte er. „Er warf so viele maximale Scores und traf immer wieder diese Tripel. Sogar die Doppel mit dem letzten Dart. Das tat wirklich weh." Wo andere zerbrechen könnten, blieb Robb jedoch ruhig. „Ich blieb mental stark, blieb im Match präsent. Später konnte ich mich durchsetzen, und das fühlte sich gut an."
Obwohl Robb bereits Erfahrungen beider PDC Darts WM im Alexandra Palace gesammelt hat, war Lakeside für ihn eine neue Erfahrung. Und es war gar nicht so schlecht für ihn. „Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht, was mich erwartete", sagte er uns. „Aber als ich dort stand, hatte ich das Gefühl, dass sie den Dartsport wirklich zu schätzen wissen. Der Unterschied zum Ally Pally? Dort gibt es mehr Lärm, hier verfolgen sie das Spiel. Tolle Momente, tolle Aufstellungen - das Publikum war voll dabei."
Für einen Spieler aus einer relativ abgelegenen Region, die mit Darts zu tun hat, bedeutete diese Anerkennung sehr viel. „Ich war wirklich positiv überrascht, dass sie hinter mir standen. Ich bin ein Kiwi-Junge in Lakeside, und trotzdem habe ich die volle Unterstützung bekommen. Das war spitze."

Wendepunkt im zweiten Satz

Der Neuseeländer verlor den ersten Satz und gab zu, dass der Druck danach sehr groß war. „Er war SO stark in diesem ersten Satz", sagte Robb. „Er hat mich gebreakt, und ich dachte: Bleib einfach dran. Dann vergab er im zweiten Satz eine Chance und ich hatte meinen Moment. Ich traf ihn mit meinem letzten Dart zum 2:1, und das drehte das ganze Match."
Dieser Wendepunkt gab Robb sichtlich Selbstvertrauen. „Von da an hatte ich das Gefühl, dass die Dinge auf mich zukommen und ich die Kontrolle habe. Und sieh mal, Johan ist kein Fremder für mich. Ich kenne ihn von der Weltmeisterschaft. Ich wusste, dass er gefährlich ist. Er hat mich ein paar Mal am Leben gelassen, und ich habe diese Chancen genutzt."
In der nächsten Runde wartet ein absoluter Publikumsliebling: der Nordire Neil Duff, Weltmeister von 2022. Ein Plakat, das Robb nur beflügeln kann. „Ich habe nichts als Respekt für Neil", sagte er. „Er ist ein großartiger Spieler. Aber ich bin nicht den ganzen Weg hierher geflogen, um die Nummern aufzufüllen. Ich will gewinnen. Ich freue mich auf das Spiel."
Es ist hilfreich, dass sein Landsmann Caleb, der am selben Nachmittag im Einsatz war, ebenfalls eine gute Leistung zeigte. „Caleb hat einen fantastischen Job gemacht. Wir haben gut zusammen trainiert, und das gibt mir Selbstvertrauen."
Die jüngste ANZ Premier League, eine neue Initiative in Australien und Neuseeland, scheint für Robbs derzeitige Form entscheidend gewesen zu sein. „Das hat bei mir das Feuer wieder entfacht", sagte er offen. „Um ehrlich zu sein, war ich ein bisschen faul geworden. In Neuseeland hat man nur eine Weltmeisterschaftschance pro Jahr, und wenn man dann noch scheitert, ist es schwer, das Selbstvertrauen aufrechtzuerhalten."
Sieben Wochen am Stück auf einer Bühne gegen starke Gegner zu spielen, gab ihm die nötige Perspektive. „Es hat mir klar gemacht: Will ich das wirklich? Und die Antwort ist ja. Ich liebe den Dartsport. Ich will zeigen, dass ich mit den Besten der Welt mithalten kann. Die Premier League hat mich daran erinnert, dass ich arbeiten muss, und das habe ich wieder getan."

Blick in die Zukunft: Q-School bleibt das Ziel

Ob ein Wechsel zur PDC noch im Spiel ist? Robb ist sich sicher. „Auf jeden Fall. Ich möchte den gleichen Weg einschlagen wie Haupai Puha, der eine Tour Card bekommen hat. Ich möchte mich auf diesem Niveau testen." Robb zufolge ist die WDF ein wichtiges Sprungbrett dafür. „Für Amateure wie uns, die wir in Neuseeland am Ende der Welt leben, sind Turniere wie dieses von entscheidender Bedeutung. Der Sport wächst in rasantem Tempo. Die aufstrebenden Talente sind unglaublich gut, und die Möglichkeiten werden immer knapper. Ich möchte ein Teil davon sein."
Die Q-School ist daher ein fester Bestandteil des Programms. „Ich bin jedes Jahr dabei. Ich gebe diesen Traum nie auf. Ich glaube an mich, meine Familie glaubt an mich. Jetzt muss ich es nur noch zeigen."
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