„Alle großen Titel gleichzeitig in den Händen halten? Das ist schon das Ziel, ja!“ – Der Sieghunger von Luke Littler ist nach erneutem UK-Open-Triumph keineswegs gestillt

PDC
Montag, 09 März 2026 um 8:41
Luke Littler
Mit einem weiteren großen Titel setzt Luke Littler seinen beispiellosen Aufstieg in der Dartswelt fort. Der junge Engländer eroberte erneut die UK Open und schrieb damit ein besonderes Kapitel in der Geschichte des Turniers. Erstmals seit zehn Jahren gelang es einem Spieler, seinen Titel zu verteidigen. Der letzte, dem das gelang, war Michael van Gerwen, und nun tritt Littler in dessen Fußstapfen.
Auffällig war, dass Littler selbst fand, er habe bei diesen UK Open nicht sein allerbestes Niveau erreicht. Am Ende des Abends hielt er dennoch wieder die Trophäe in den Händen. „Es waren viele enge Partien im Laufe des Turniers“, gab er ehrlich zu. „Ich war phasenweise sicher nicht in Topform und habe deutlich mehr Doppel verpasst, als ich normalerweise treffen möchte. Aber letztlich haben wir die Arbeit erledigt und den Titel geholt.“

Historische Leistung

Mit seinem zweiten UK-Open-Titel in Folge reiht sich Littler in einen äußerst erlesenen Kreis ein. Das Turnier ist bekannt für seine offene Struktur und sein tückisches Format, was es schwierig macht, Jahr für Jahr zu dominieren. „Es gibt ohnehin nicht viele Spieler, die dieses Turnier zweimal gewonnen haben, geschweige denn zwei Jahre hintereinander“, sagte Littler. „Aber ich habe diese Statistiken schon ein bisschen im Blick.“
Der junge Engländer ist dafür bekannt, Rekorde und Zahlen genau zu verfolgen. In den sozialen Medien sieht er regelmäßig Statistiken und Vergleiche, die er bisweilen als zusätzliche Motivation nutzt. „Ein paar Tage bevor ich hierher gereist bin, sah ich, dass der letzte Spieler, der dieses Turnier zweimal in Serie gewonnen hatte, Michael war – vor zehn Jahren. Da dachte ich: warum nicht? Aber am Ende musst du es einfach Match für Match angehen.“
Littlers Zahlen sind derzeit schier beeindruckend. Seit Ende Oktober hat er kein einziges Ranglistenspiel im Fernsehen mehr verloren. Eine Serie, die in der modernen Dartswelt selten vorkommt. Auf die Frage, ob er inzwischen glaube, alle großen Titel am Stück gewinnen zu können, blieb Littler bodenständig. „Das ist natürlich das ultimative Ziel“, lächelte er. „Selbst nach dem Halbfinale habe ich schon wieder bei Instagram und TikTok gescrollt. Dort sah ich, dass ich sechzehn oder vielleicht sogar siebzehn Halbfinals in Folge erreicht hatte. Meine Halbfinal-Statistik ist also ziemlich gut, und zum Glück gilt das auch für die Finals.“

Premier League Darts als zusätzliche Motivation

Neben seinen Erfolgen bei den Majors ist Littler auch in der Premier League Darts aktiv. Dort erwischte er anfangs keinen Traumstart, doch ein jüngster Sieg brachte ihn wieder klar ins Rennen. „In der Premier League Darts war der Sieg am Donnerstag enorm wichtig“, erzählte er. „Ich war Siebter und sprang plötzlich auf einen Qualifikationsplatz. Das bedeutet mir viel, gerade weil es nicht der Start war, den ich wollte.“
Laut Littler gab ihm dieser Erfolg zusätzliches Vertrauen für die UK Open. „Danach hierher zu kommen und auch noch die Trophäe zu gewinnen, macht das natürlich besonders schön. Hoffentlich kann ich jetzt durchziehen und noch besser spielen.“
Luke Littler posiert stolz mit seiner UK-Open-Trophäe
Luke Littler gewann zum zweiten Jahr in Folge die UK Open

Ein zähes Finale gegen Wade

Im Endspiel traf Littler auf einen erfahrenen Gegner in James Wade, einen Spieler, der seit Jahrzehnten auf höchstem Niveau mitmischt. Das Duell verlief lange ausgeglichen, und beim Stand von 6:6 war alles offen. „Wade bleibt immer in der Partie“, sagte Littler respektvoll. „Er ist ein Spieler, der niemals aufgibt. Er lag einmal vorne, ich lag einmal vorne, aber im letzten Abschnitt des Matches konnte ich wieder in Führung gehen und diese behaupten.“
Für Littler war es bereits das dritte gewonnene Major-Finale gegen Wade innerhalb von zwölf Monaten. Dennoch spricht er mit großer Bewunderung über den Engländer. „Gegen James zu spielen ist unglaublich schwer. Das weiß jeder. Aber abseits der Bühne ist er ein echter Gentleman.“

Eine lebende Legende

Für Littler hat Wade zudem eine besondere Bedeutung. Als er selbst noch ein junger Dartsfan war, schaute er Spielern wie Wade im Fernsehen zu. „James spielt hier, glaube ich, seit 24 Jahren“, sagte Littler. „Das zeigt, wie lange er schon auf Topniveau dabei ist. Er war einer der Spieler, zu denen ich aufgeschaut habe, als ich aufgewachsen bin.“
Nach dem Finale machten die beiden noch einen Scherz. „Ich sagte zu ihm: Ich habe dich jetzt zwei Jahre hintereinander geschlagen, nächstes Jahr darfst du ihn wieder holen. Da sagte er: Ja, aber ich bin nächstes Jahr immer noch dabei. Das ist typisch für ihn. Er hat noch genug im Tank.“

Lange Tage, harte Matches

Die UK Open sind bekannt für ihren strapaziösen Spielplan, bei dem die Spieler am Finaltag mehrere lange Partien bestreiten müssen. Laut Littler lernt er immer besser, mit dieser körperlichen und mentalen Belastung umzugehen. „Es sind lange Tage“, gab er zu. „Man gewinnt nachmittags ein Spiel, dann muss man auf das Halbfinale warten und anschließend gibt es nur eine kurze Pause, bevor das Finale beginnt.“
Darin sieht er aber auch einen Vorteil. Durch seine Erfahrung auf der European Tour ist er inzwischen an lange Spieltage gewöhnt. „Dort sind die Sonntage oft noch länger. Es geht vor allem darum, den Rhythmus zu finden: kurz trainieren, wieder hinsetzen und dann erneut auf die Bühne.“
Nach Turnierende spürte Littler die Müdigkeit allerdings deutlich. „Ich bin jetzt echt platt“, lachte er. „Aber heute Abend kann ich endlich kurz abschalten.“

Blick auf den Rest der Saison

Mit einem großen Titel im Gepäck und einer gefestigten Position in der Spitzengruppe der Premier-League-Tabelle blickt Littler voller Zuversicht auf den weiteren Saisonverlauf. „Der Sprung von Platz sieben auf Rang drei in der Premier League Darts ist enorm für mich“, sagte er. „Jetzt muss ich einfach weitermachen und versuchen, noch mehr Punkte zu holen.“
Neben dem Darts könnte zudem internationale sportliche Anerkennung winken. Littler ist für die prestigeträchtigen Laureus World Sports Awards nominiert, wo er möglicherweise auf Topathleten anderer Disziplinen trifft. „Es ist ein großartiges Gefühl, neben so großen Namen zu stehen“, erzählte er. „Ich habe noch nicht alle Nominierungen gesehen, aber ich habe gesehen, dass Carlos Alcaraz auch nominiert ist. Es wäre schön, ihn zu treffen.“
Zudem ist Littler ein großer Tennisfan und verfolgt die Sportart genau. „Meines Wissens hat er kürzlich noch ein Match gegen Novak Djokovic gewonnen. Damit habe ich sogar etwas Geld gewonnen“, witzelte er.
Trotz seines jungen Alters stapeln sich die Trophäen bei Littler inzwischen schnell. Die Frage, ob zu Hause noch Platz für weitere Pokale ist, konnte er daher mit einem Lächeln beantworten. „Hoffentlich schon“, sagte er. „Wenn ich noch einen gewinne, schaffen wir wieder Platz.“
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