Ein hitziger Moment an den äußeren Boards der
UK Open entwickelte sich am Freitagnachmittag schnell zu einem der großen Gesprächsthemen des Turniers.
Charlie Manby lieferte sich dabei einen verbalen Schlagabtausch mit seinem Landsmann
James Hurrell.
Der Vorfall ereignete sich unmittelbar nach Manbys 6:4-Erfolg über Hurrell in der frühen Phase des Turniers in Minehead. Direkt nach dem letzten Dart gerieten die beiden Spieler aneinander, ehe der Schiedsrichter sie trennte. Anschließend feierte Manby lautstark gemeinsam mit den Fans im Publikum.
„Ich glaube einfach, er mochte es nicht, dass ich so aufgedreht gefeiert habe“
Im Gespräch mit
ITV4 stellte der junge Engländer später klar, dass er sich für seine Jubelgesten während der Partie nicht entschuldigen werde.
Ist bekannt für seine ausgelassenen Jubel-Gesten: Charlie Manby
Manby erklärte, dass die Situation vermutlich aus seinen emotionalen Reaktionen während des Matches entstanden sei. Die Zuschauer an den Außenboards hätten für eine besonders intensive Atmosphäre gesorgt, was seine Feiergesten zusätzlich angeheizt habe. „Ich glaube einfach, er war nicht glücklich damit, dass ich so aufgedreht gefeiert habe“, sagte Manby.
Trotz der angespannten Szene am Board betonte Manby, dass das Verhältnis zwischen den beiden Spielern abseits des Wettkampfs weiterhin freundschaftlich sei. „Ich bin mit James befreundet, ich sitze bei den ProTours mit ihm zusammen, ich komme richtig gut mit ihm klar, ich glaube nur, er mochte es nicht, dass ich so aufgedreht gefeiert habe, wenn viel auf dem Spiel steht.“
Partien auf den Nebenbühnen der UK Open sorgen häufig für eine besonders intensive Stimmung. Die Fans stehen dort sehr nah am Geschehen, und Spieler richten ihre Emotionen oft direkt an das Publikum. In diesem Umfeld kochen die Emotionen nicht selten hoch – auch in diesem Fall schien die Atmosphäre ihren Teil zur Eskalation am Ende der Partie beigetragen zu haben.
„Am Oche gibt es keine Freunde“
Manby machte dennoch deutlich, dass Freundschaften während eines Matches keine Rolle spielen. Sobald die Spieler ans Oche treten, zählt für ihn ausschließlich der Wettbewerb.
„Am Oche gibt es keine Freunde“, erklärte er. „Ja, du kannst mit wem auch immer zusammensitzen, aber am Oche gibt es überhaupt keine Freunde.“
Diese Aussage verdeutlicht die kompromisslose Wettbewerbsmentalität auf dem Profi-Circuit. Selbst enge Beziehungen zwischen Spielern treten in den Hintergrund, sobald das Spiel beginnt. Für Manby gilt diese Einstellung auch für seine emotionale Art während der Matches.
„Wenn ich aufdrehen will, drehe ich auf“
Der Engländer zeigte sich zudem unbeeindruckt von möglicher Kritik an seinen Jubelszenen. Für ihn gehört die Interaktion mit dem Publikum fest zum Sport – besonders bei einem Turnier wie den UK Open.
„Wenn ich aufdrehen will, drehe ich auf, dafür gibt es keine Einschränkungen – gerade hier.“
Manby ist überzeugt, dass Spieler die besondere Energie der UK Open aufnehmen sollten, statt sie zu unterdrücken. „Wir haben da draußen jede Menge Leute, die ebenfalls aufdrehen. Meine Fans, seine Fans, wir waren in dieser Hinsicht gleichauf, also sehe ich kein Problem darin.“
Sportlich endete Manbys Lauf in Minehead später am Freitagabend in der vierten Runde. Dort unterlag er Ryan Joyce mit 6:10. Dennoch sorgte vor allem der Zwischenfall mit Hurrell dafür, dass der junge Engländer am Eröffnungstag der UK Open zu den meistdiskutierten Spielern des Turniers gehörte.