Das World Matchplay startet am Wochenende – und neben den üblichen Favoriten reisen mehrere Debütanten und Rückkehrer an die englische Küste, die in deutlich besserer Verfassung sind als bei ihren bisherigen Auftritten in Blackpool. Wer nur auf die Setzliste schaut, übersieht, wie viel Sprengkraft in der ersten Runde steckt. Einige dieser Namen bringen Zahlen mit, die eine Überraschung nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich machen.
Von Luke Woodhouse, der endlich seinen ersten Titel eingefahren hat, bis zu Cameron Menzies, der nach seinem Tiefpunkt bei der World Darts Championship zurück auf der großen Bühne steht: Alle fünf Spieler in unserer Liste haben in den Winter Gardens etwas zu beweisen. Gleichzeitig treffen sie auf Topspieler, deren Form Fragen aufwirft. Wer auf Matchsiege der Außenseiter setzt, könnte in diesem Jahr richtig liegen. Hier sind unsere fünf Kandidaten – und die Daten, die das Sensationspotenzial untermauern.
Luke Woodhouse – 66/1
Woodhouse spielt ein phänomenales Jahr 2026 und reist als Gefahr für jeden nach Blackpool. Drei Finals auf der Players Championship Tour, ein Titel. Acht Starts auf der European Tour, ein Turniersieg. Seit er auf integrierte All-in-one-Flights umgestellt hat, zeigt seine Formkurve weiter nach oben. In der Weltrangliste steht er auf Rang 18 – Karrierebestwert – und nur £34.750 trennen ihn von einem gesetzten Platz. Trotzdem führt Betfred, der Titelsponsor des World Matchplay, den Mann aus Bewdley mit einer Quote von 66/1 auf den Titel. In Runde eins wartet mit Josh Rock, dem Halbfinalisten des Vorjahres, eine der härtesten Aufgaben, die die Auslosung hergibt. Doch wie widerlegt Woodhouse die Buchmacher?
Überrascht Luke Woodhouse in Blackpool?
Mit einem 2026er-Average von 95,94 wirft Woodhouse nach diesem Maßstab die elftbesten Darts der Welt und man kann argumentieren, dass seine Leistungen sogar über dieser Einordnung liegen. Besonders vielversprechend: Sein Average steigt in Finals. Seine gewachsene Nervenstärke zeigte er eindrucksvoll beim Gewinn seines ersten PDC-Titels, als er Andrew Gilding beim Players Championship 18 mit einem Average von 102,04 schlug. Betfred hat Woodhouse schlicht falsch bepreist: Zwei Titel im Jahr vor Blackpool rechtfertigen keine 66/1. Die Quote spiegelt seine Historie wider, nicht sein aktuelles Niveau.
Blackpool hat den besten Woodhouse noch nicht gesehen
Ein Sieg aus zwei Teilnahmen deutet an, dass die Winter Gardens Woodhouse' Bestform bislang verpasst haben. 2024 unterlag er einem angeschlagenen Nathan Aspinall mit 8:10 bei einem Average von 92,28 – eine verpasste Chance, sich beim zweitgrößten Major der Welt zu präsentieren. 2025 lief es besser: Er besiegte Dave Chisnall mit 10:6 und einem Average von 95,42, ehe er trotz starker 98,61 an Luke Humphries scheiterte. Die Steigerung war klar erkennbar. Zwar hat Woodhouse in den Winter Gardens noch keinen 100er-Average gespielt, doch sein First-Nine-Average von 105,81 in diesem Jahr zeigt: Er bringt sich schneller in Doppel-Position als noch im Vorjahr. Gegen Rock, der diese Qualität ebenfalls besitzt, kann das den Unterschied machen. Woodhouse' Stärke auf den Kombinationen bleibt sein Schlüssel – und die Sensation liegt in der Luft.
Im Kontext des Leg-Formats sticht vor allem eine Zahl heraus: Woodhouse hält 69,33 Prozent seiner Legs bei eigenem Anwurf. Wer den eigenen Anwurf so zuverlässig durchbringt, zwingt den Gegner permanent zum Break – und macht das Halten des Anwurfs zum Dreh- und Angelpunkt des Matches. Woodhouse selbst glaubt fest an kommende Majortitel. Es sei „nur eine Frage der Zeit", sagte er gegenüber Online Darts – und das Matchplay bietet exakt diese Gelegenheit. Eine Siegquote von 66 Prozent in diesem Jahr und eine starke Weltmeisterschaft belegen, dass er auf großer Bühne liefern kann. Sein Titel auf der European Tour beweist zudem, dass er sich auch gegen stark besetzte Felder durchsetzt – und das Teilnehmerfeld der European Tour 8 stand dem des Matchplay in kaum etwas nach.
Josh Rock geht als Nummer acht der Setzliste ins Turnier, doch seine 2026er-Zahlen rechtfertigen kein blindes Vertrauen. Woodhouse hat in diesem Jahr mehr Matches bestritten, mehr gewonnen und sich deutlicher gesteigert. Rocks schwierige Premier-League-Saison ist nicht vergessen, auch wenn sein Triumph bei den Austrian Darts Open – samt grünem Jackett – die Erinnerung daran gedämpft hat. Mit einer Siegquote von 51 Prozent gewann Rock 2026 seltener als sein Erstrundengegner. Der Außenseiter hat nicht nur die Chance, das Match zu stehlen – er kann es mit einer Leistung tun, die alle überrascht.
Kann Woodhouse in Blackpool endlich seinen Stempel setzen?
Metrik
Wert
Betfred-Quote
66/1
Weltrangliste
18.
Average 2026
95.94 (11.)
Siegquote 2026
66%
First-Nine-Average
105.81 (11t.)
Legs bei eigenem Anwurf
69.33%
Legs gegen den Anwurf
44.93%
Preisgeld 2026
£472.250
Matchplay-Bilanz
1 Sieg aus 2 Teilnahmen
Bestes Matchplay-Ergebnis
Achtelfinale (2025)
Erstrundengegner
Josh Rock (8)
Rock: Average 2026
94.63
Rock: Siegquote 2026
51%
Niels Zonneveld – 150/1
Zonneveld feiert sein Debüt in den Winter Gardens – und er kommt in der Form seines Lebens. Ähnlich wie bei Woodhouse hat 2026 das Beste im Niederländer freigelegt: zwei Finals und ein Halbfinale auf der Tour markieren sein Durchbruchsjahr. Von allen fünf Spielern in dieser Liste bringt Zonneveld das stärkste Fundament mit, denn seine Leg-Gewinnquote bei eigenem Anwurf liegt mit 69,43 Prozent an der Spitze. Anders formuliert: Eröffnet Zonneveld ein Leg, bringt er es fast sieben von zehn Mal nach Hause. Rein statistisch führt er damit zur zweiten Pause mit 7:3.
Natürlich garantieren Statistiken keinen Erfolg. Doch ermutigende Vorzeichen vor einem Debüt schaffen Selbstvertrauen – ein Gut, das beim ersten Schritt auf die Blackpool-Bühne selten ist. Genau deshalb fällt seine Quote so hoch aus: Mit 150/1 prognostizieren die Buchmacher, dass Zonneveld die Winter-Gardens-Bühne betritt und enttäuscht – in einer engen, stimmungsgeladenen Halle voller echter Darts-Fans. Ein Wert mahnt allerdings zur Vorsicht: Mit 39,59 Prozent gegen den Anwurf hat er die niedrigste Break-Quote der Liste. Er kann halten, aber in Matches, in denen Breaks nötig werden, drohen Probleme. Abschreckende Beispiele für verpuffte Debüts gibt es genug – Ritchie Edhouse reiste 2024 in Topform an und scheiterte, auch Woodhouse' erster Auftritt verlief enttäuschend. Doch Zonneveld ist ein anderer Fall.
Die Lehren aus dem Ally Pally
Der Niederländer schlug bei der World Darts Championship 2026 Michael Smith und machte damit nachhaltig auf sich aufmerksam. Zwar verlor er anschließend mit 3:4 gegen Jonny Clayton, doch das Match ging über 21 Legs – und darin liegt der entscheidende Punkt. Zonneveld sammelte enorme Bühnenerfahrung: erst durch den Sieg über Smith, der an Position 29 gesetzt war, dann durch eine Niederlage über eine Distanz, die einem World-Matchplay-Duell stark ähnelt. Der Unterschied zwischen Tour und Bühne liegt in der Belastung. Auf der Floor-Tour dauert ein 6:0 zehn bis fünfzehn Minuten.
Auf der Bühne dagegen entscheidet das Timing. Zonneveld zwang den Fünften der Setzliste in ein Entscheidungsleg – seine Entwicklung zeigt sich also nicht nur, wenn niemand zuschaut, sondern gerade dann, wenn die Welt hinsieht. Ein 21-Leg-Krimi auf dieser Ebene reduziert die Unwägbarkeiten seines Debüts erheblich. Die Buchmacher unterschätzen ihn, den Linkshänder unterschätzt die Konkurrenz ohnehin. Mit seinem unorthodoxen Wurf, der mehr auf Bewegung als auf Stabilität setzt, hat er 2026 bereits 267 Maximums geworfen – und er wird viele davon brauchen, um seinen Gegner Stephen Bunting zu überpowern. Ein starker First-Nine-Average von 104,00, aktuell die Nummer 18 der Welt in dieser Kategorie, und £113.500 Preisgeld in diesem Jahr – nur £40.000 weniger als Bunting, die Nummer acht der Welt – runden das Bild ab. Aus Zonnevelds Position in der Weltrangliste ist das Matchplay ein Sprungbrett. Jeder Sieg zählt doppelt, während er für Bunting fast mehr Pflicht als Kür bedeutet. Die £10.000 Differenz zwischen Runde eins und zwei würden Zonnevelds Jahr zusätzlich veredeln, zumal Spieler in seinem Ranglisten-Umfeld Preisgeld verlieren oder in Blackpool gar nicht erst antreten. Buntings Position bewegt sich dagegen kaum – Zonneveld kann also befreit losschlagen, sobald der Caller „Game on" ruft.
All das schmälert Buntings Verdienste – und deren Ausbleiben – in Blackpool nicht. Auch er hat etwas zu beweisen und ist mit 33/1 womöglich selbst unterbewertet. Mit einem Average von 95,18 gegenüber 94,07 des Niederländers spricht das nackte Scoring für ihn. Doch Buntings Inkonstanz und Zonnevelds Hochform führen zu einem klaren Fazit: 150/1 wird dem Niederländer nicht gerecht. Und mit Woodhouse oder Rock als möglichen nächsten Gegnern im selben Turnierabschnitt darf der Sieger dieses Duells von einem tiefen Run träumen.
Der Polish Eagle hat eine Gehirnoperation überstanden und reist erstmals seit Jahren beschwerdefrei zum World Matchplay – bereit, Schaden anzurichten. Nachdem Ärzte bei ihm zerebrale Aneurysmen diagnostiziert hatten, spielte Ratajski die Saison 2025 mit dieser Last. 2026 spielt er befreit. Das Ergebnis: ein starker Average von 94,99 auf Topniveau und eine Siegquote von 61 Prozent, die belegt, dass sich sein Scoring in Resultate übersetzt. „Mein Leben war in echter Gefahr. Die Wahrscheinlichkeit meines Todes war sehr hoch", sagte Ratajski mit unbewegter Miene am Rande der PDC World Darts Championship.
Ratajski jubelt selten, doch nach einer derart lebensbedrohlichen Diagnose wiegt jeder Sieg schwerer – und sein schwaches Jahr 2025 eröffnet ihm 2026 echte Chancen. Seine Einnahmen in diesem Jahr übertreffen bereits die £159.000 aus der Vorsaison. Er verteidigt also kaum Preisgeld, jedes Turnier bietet ihm die Möglichkeit, in der Weltrangliste weiter zu klettern. Der Matchplay-Halbfinalist von 2021 hat eine reelle Chance, erneut polnische Darts-Geschichte zu schreiben, denn seine aktuellen Zahlen sind die stärksten seit der Operation. Der 18.-beste Average der Welt macht klar: Die Gehirn-OP ist keine Randnotiz, sondern der wichtigste Kontext, um zu verstehen, was dieses Major für ihn bedeutet.
Verletzungsfrei zurück auf der großen Bühne
Im Juli 2025 verpasste Ratajski erstmals seit 2018 die Reise nach Blackpool. Seine Bilanz dort liest sich auf den ersten Blick positiv – ein Halbfinale, ein Viertelfinale –, doch seit seinem Halbfinal-Run 2021 kam der 49-Jährige nie über Runde zwei hinaus. Auch seine Bestwerte liegen Jahre zurück: Sein höchster Average von 107,53 datiert aus der Zeit vor sechs Jahren. Sein WM-Auftritt in diesem Jahr lieferte dagegen frische Argumente. Trotz des 0:5 gegen den späteren Champion Luke Littler bot der Run positive Ansätze: Zwei Matches über mehr als 18 Legs zeigten, dass Müdigkeit sein Spiel nicht beeinträchtigt, und der Sieg über einen formstarken Luke Woodhouse bewies, dass sein Niveau auf der Bühne hoch bleibt.
Ratajski gewann kurz vor dem World Matchplay die European Darts Open.
Über die Jahre hat Ratajski in den Winter Gardens eine Bilanz von 6:5 aufgebaut – er betritt die Bühne also mit mehr Siegen als Niederlagen im Rücken, was sich in Selbstvertrauen und Erfahrung auszahlt. Auffällig ist zudem, wie sehr seine Leidenschaft zugenommen hat: Seine Jubel auf dem Weg ins WM-Viertelfinale 2026 zeigten eine für ihn seltene Rohheit. „Normalerweise feiere ich nicht oft, aber wenn das Match sehr eng ist… muss ich zeigen, wie ich mich fühle", erklärte er. Weitere Belege für seine Form liefert die Saison zur Genüge: ein Players-Championship-Halbfinale bei PC2, ein European-Tour-Halbfinale bei ET5 und ein Viertelfinale bei den UK Open. Ratajski kommt nicht nur körperlich, sondern auch mental bereit nach Blackpool.
Die Auslosung meint es freilich nicht gut mit ihm: Mit Gian van Veen wartet der Dritte der Setzliste, der zudem beide bisherigen Duelle gewann. Ratajski braucht also einen Gang mehr. Von einer ausgemachten Sache ist die Partie trotzdem weit entfernt. Seine Erfahrung und sein bedächtiges Tempo machen ihn zu einer zermürbenden Aufgabe für Van Veen, der holprig in das Jahr gestartet ist und sich selbst beweisen muss. Schlägt Ratajski den Niederländer, wirken die 150/1 plötzlich verlockend – in Runde zwei ginge es gegen Dobey oder Van Duijvenbode, ein Match, in dem die Buchmacher den Polen womöglich sogar favorisieren würden. Van Veens Siege im direkten Vergleich fielen zudem im Best-of-11-Format. Über die längere Distanz könnte Ratajskis methodische Spielanlage die Waage zu seinen Gunsten kippen – gerade angesichts der Formdelle des Niederländers auf der Tour. Die 150/1 basieren auf Ratajskis Ranglistenposition, nicht auf dem Spieler, der gerade auf dem Board steht.
Der Adler hebt wieder ab: Ratajskis Weg nach Blackpool
Metrik
Wert
Betfred-Quote
150/1
Weltrangliste
20.
Average 2026
94,99 (18.)
Siegquote 2026
61 % (56/92)
First-Nine-Average
104,16 (16.)
First-Three-Average
102,61 (24.)
Legs bei eigenem Anwurf
67,66 %
Legs gegen den Anwurf
41,53 %
Preisgeld 2026
£203.000
Preisgeld 2025
£159.000
Matchplay-Bilanz
6:5
Erstrundengegner
Gian van Veen (3)
Bestes Matchplay-Ergebnis
Halbfinale (2021)
WM-Ergebnis 2026
Viertelfinale
Danny Noppert - 66/1
Die Premier League ließ ihn links liegen, und auch sonst verläuft Danny Nopperts Jahr 2026 nicht wie erhofft. Zwei World-Series-Einladungen zu Jahresbeginn endeten enttäuschend – nur ein Sieg, danach keine weiteren Nominierungen. Seine starke 2025er-Form hat sich nicht so sauber ins neue Jahr übertragen wie erwartet. Sein Halbfinale beim Grand Slam of Darts 2025 wirkt angesichts der jüngsten Auftritte weit entfernt.
Und doch sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Sein Jahresaverage liegt bei 94,57, Rang 22 weltweit, und mit einer Siegquote von 64 Prozent ist Noppert statistisch der aussichtsreichste Kandidat dieser Liste für den weitesten Run. Ein European-Tour-Finale bei ET4 und ein Players-Championship-Halbfinale bei PC17 belegen, dass er liefern kann – nur eben nicht auf dem Niveau, das man von ihm gewohnt war. „Ich kann nicht sagen, dass ich nicht die Nummer 1 der Welt sein will", sagte er im vergangenen Jahr. Der Anspruch ist da, die Leistungen ziehen bislang nicht gleich.
Breakstärke als Trumpf gegen Cross
Bei den Majors setzte Noppert in diesem Jahr ein Ausrufezeichen: Beim UK Open erreichte er das Viertelfinale und schlug auf dem Weg dorthin Luke Humphries mit 10:6 bei starken 95,08 im Average – eine gute Ausgangslage für das Duell mit seinem Erstrundengegner Rob Cross. Trotz seines Halbfinals von 2022 ähnelt Nopperts Blackpool-Geschichte allerdings der von Ratajski: ein Ausreißer nach oben, vier Jahre alt. Abseits davon steht nur eine einzige zweite Runde zu Buche. Mit einer negativen Winter-Gardens-Bilanz von 5:6 reist er als Spieler an, der etwas geradezurücken hat.
Dazu kommt das enttäuschende WM-Aus in Runde zwei gegen Justin Hood – Noppert muss sich zwingend auf das Positive konzentrieren. „Ich bin wirklich zufrieden, wie mein Wurfstil über lange Matchplay-Distanzen funktioniert", sagte er gegenüber OnlineDarts. Gepaart mit 44,03 Prozent gewonnener Legs gegen den Anwurf erarbeitet er sich hochwertige Breakchancen, die viele im Feld schlicht nicht erreichen. Sein Limit hat er 2022 aufgezeigt – doch um es wieder zu erreichen, braucht es den Noppert von 2025. Rob Cross hofft inständig, dass dieser nicht auftaucht.
Cross selbst qualifizierte sich nach zwischenzeitlichen Zweifeln am Ende souverän für das Matchplay. Ein European-Tour-Finale bei den Slovak Darts Open und das Ende einer 18-monatigen Titelflaute beim Players Championship 22 sorgen dafür, dass der Champion von 2019 trotz Nopperts Setzplatz in die Favoritenrolle rutschen könnte. Wie Noppert sucht auch Cross nach dem zündenden Funken bei einem Major, nachdem er aus den Top 20 gefallen ist. Die 66/1 unterschätzen Noppert deutlich – doch unabhängig vom Ausgang verspricht dieses Duell eines der engsten Erstrundenmatches des Turniers zu werden.
Die methodische Gefahr: Findet Noppert das Niveau von 2022 wieder?
Metrik
Wert
Betfred-Quote
66/1
Weltrangliste
10.
Average 2026
94,57 (22.)
Siegquote 2026
64 % (61/96)
180er 2026
231 (45.)
First-Nine-Average
103,07 (23.)
First-Three-Average
103,45 (19.)
Legs bei eigenem Anwurf
66,45 %
Legs gegen den Anwurf
44,03 %
Preisgeld 2026
£168.500
Matchplay-Bilanz
5:6
Erstrundengegner
Rob Cross (10)
Bestes Matchplay-Ergebnis
Halbfinale (2022)
WM-Ergebnis 2026
Letzte 32, 2:3 gegen Hood
Cameron Menzies - 150/1
Cameron Menzies trifft in Runde eins auf die Nummer zwei der Welt, Luke Humphries. Ein schwererer Auftakt ist kaum denkbar – doch falls Menzies jemals eine Überraschung landet, dann jetzt. Der Vorfall bei der WM 2026 gegen Charlie Manby gefährdete seine Karriere, laute Rufe nach dem Entzug der Tour Card wurden laut, drei Monate blieb er der Tour fern. Menzies selbst hielt seine Laufbahn für beendet.
„Ich dachte, ich bin durch. Ich habe einen Fehler gemacht… Vor zwei, drei Monaten habe ich meinen Lebenslauf wieder hochgeladen; das ist wirklich wahr… Ich dachte ernsthaft, meine Darts geraten außer Kontrolle. Ich hätte nie gedacht, dass ich so ein Turnier wieder gewinne", sagte er emotional gegenüber OnlineDarts. Die Monate vor dem World Matchplay lassen die Krise weit weg erscheinen. Sein Average von 92,07 ist zwar der niedrigste dieser Liste, dafür gewinnt er mit 44,94 Prozent so viele Legs gegen den Anwurf wie kein anderer der fünf. Zusammen mit einem starken World Cup für Schottland betrachtet Menzies das World Matchplay als Chance, abzuschließen und nach vorn zu blicken.
Vom Karriere-Aus zum Players-Championship-Sieger
Der emotionsgetriebene Schotte musste seinen Ansatz zwangsläufig ändern – und seit dem Vorfall bei der WM 2026 wirkt er spürbar gefasster. Zwei Matchplay-Teilnahmen, zwei Niederlagen, so lautet seine bisherige Bilanz. Doch der Titel beim Players Championship 23 im Juli markiert den Wendepunkt seiner Saison. Menzies bringt etwas in die Winter Gardens mit, das kein anderer Spieler dieser Liste besitzt: Freiheit. Vor drei Monaten aktualisierte er seinen Lebenslauf – heute ist er Players-Championship-Sieger, Vollzeitprofi und der emotional befreiteste Spieler im gesamten Feld. Humphries wiederum zeigt trotz seiner Klasse immer wieder Phasen der Inkonstanz, und ein einziger schwacher Aufnahmen-Block gegen einen Spieler mit dieser Break-Quote kann ein Match komplett drehen. Die 150/1 preisen eine fast sichere Niederlage ein. Die Daten und die Dynamik erzählen eine andere Geschichte: Hier lauert eine Überraschung.
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.