Die PDC erweitert den internationalen Dartskalender im Jahr 2027 weiter.
Matt Porter hat bestätigt, dass im nächsten Jahr ein brandneues Major-Turnier in Mitteleuropa eingeführt wird. Außerdem steht ein neues Ziel auf der European Tour auf dem Plan, und der Verband arbeitet an einem neuen Ticketsystem für die WM im Alexandra Palace.
Neues Major-Turnier soll den Kalender besser ausbalancieren
Bereits Anfang dieses Monats ließ PDC Europe durchblicken, dass 2027 eine
neue Turnierserie hinzugefügt wird. Dieses Event wird mit dem neuen PDC Europe Start verknüpft, einer Qualifikationsserie, die im nächsten Jahr in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg und der Schweiz ausgetragen wird.
Porter bestätigte nun, dass tatsächlich ein neues Major-Turnier in den Kalender aufgenommen wird und in der ersten Jahreshälfte 2027 stattfindet. „Im nächsten Jahr gibt es ein neues ‚Premier Event‘ in Mitteleuropa“, so Porter im Gespräch mit dem
Weekly Dartscast.
Laut dem PDC-Chef sorgt das neue Turnier für eine bessere Verteilung der großen Ranglistenturniere über die Saison. „Das ist gut für die Balance im Kalender. Viele Majors werden in der zweiten Jahreshälfte gespielt.“
Wegen der Premier League sei es laut Porter schwierig, in den ersten Monaten des Jahres Platz für ein großes Ranglistenturnier zu finden, doch das neue Event werde früher stattfinden als die meisten bestehenden Majors.
„Ich denke, das ist fair. Man darf nicht nur auf die Top Acht, Zehn oder Zwölf schauen, sondern auch auf die Chancen der übrigen Tour-Card-Inhaber. Sie müssen ebenfalls Möglichkeiten bekommen, abseits der Floor-Turniere Preisgeld zu verdienen.“
Das internationale Wachstum der PDC setzt sich auch auf der European Tour fort. Nach den erfolgreichen ersten Ausgaben von Euro-Tour-Events in Polen und der Slowakei kommt 2027 erneut eine neue Spielstadt hinzu.
Porter zeigte sich besonders zufrieden mit dem ersten Turnier in der Slowakei. „Wir haben im Anschluss mit dem Veranstalter in der Slowakei gesprochen, und er war sehr zufrieden mit dem Ablauf.“
Dabei bleibt es nicht. „Nächstes Jahr fügen wir dem Kalender erneut einen neuen Standort hinzu. Das ist sehr spannend, und wir erweitern den Sport kontinuierlich weiter.“
Mit dem neuen Major-Turnier im Jahr 2027 wird der PDC-Kalender im nächsten Jahr noch dichter.
PDC erwägt Losverfahren für WM-Tickets
Auch für die Darts-WM stehen tiefgreifende Veränderungen an. Die Ausgabe 2026/27 wird erstmals vollständig in der Great Hall des Alexandra Palace ausgetragen, wodurch die Kapazität auf etwa 5.000 Zuschauer steigt.
Durch den Umzug aus der West Hall in den größeren Saal werden rund 70.000 zusätzliche Tickets für das größte und lukrativste Turnier des Jahres verfügbar.
Während der Vorverkauf traditionell kurz nach dem World Matchplay startet, wird das in diesem Jahr später der Fall sein. „Wir peilen Mitte bis Ende August an. Wir wollen das sauber aufsetzen und die Kommunikation sorgfältig vorbereiten.“
Die PDC prüft dabei die Einführung eines Losverfahrens für den Ticketverkauf. „Wir schauen uns ein Ballot-System an, um mehr Menschen eine faire Chance auf Karten zu geben.“
Laut Porter ist das Ziel, möglichst vielen Fans die Möglichkeit zu bieten, die WM live zu erleben. „Durch die größere Kapazität und eine andere Art der Ticketvergabe sollten wir das realisieren können.“
Ein solches System wurde kürzlich bereits beim Ticketverkauf für den Grand Slam of Darts eingesetzt. Auch große Sportevents wie Wimbledon arbeiten seit Jahren mit einer ähnlichen Auslosung.
Laut Porter bringt das jedoch logistische Herausforderungen mit sich. „Wir möchten unsere jährlichen PDC-Mitglieder belohnen und ihnen Vorrang einräumen, aber gleichzeitig die Tür für neue Besucher nicht zuschlagen. Hinter den Kulissen wird daran gemeinsam mit unserem Ticketpartner intensiv gearbeitet.“
Keine Änderungen bei Qualifikation für Players Championship Finals
Abschließend ließ Porter wissen, dass die PDC vorerst keine Pläne hat, die Qualifikationskriterien für die Major-Turniere anzupassen.
Diese Bemerkung ist angesichts der Situation um Luke Littler bemerkenswert. Die aktuelle Nummer eins der Welt hat in dieser Saison noch kein einziges Players-Championship-Turnier gespielt und zuvor angekündigt, auch die verbleibenden Floor-Events auszulassen, falls er in dieser Woche seinen World-Matchplay-Titel nicht verteidigen kann.
Sollte dieses Szenario eintreten, verpasst Littler automatisch die Players Championship Finals in Minehead. Das Teilnehmerfeld dieses Turniers besteht nämlich aus den 64 Spielern, die im Laufe der Saison bei den Players Championships das meiste Preisgeld verdient haben.
Porter sieht jedoch keinen Grund, die Regeln zu ändern. „Luke und die anderen 127 Tour-Card-Inhaber wissen genau, wie die Qualifikationskriterien aussehen.“
Er betonte, dass die Spieler für ihre Entscheidungen selbst verantwortlich sind. „Er hat jedes Recht, keine ProTour-Turniere zu spielen. Angesichts all seiner Verpflichtungen kann ich ihm das eigentlich nicht verübeln.“
Laut Porter könnte Littler strategisch betrachtet einige Players Championships spielen, um sich doch noch für das Turnier in Minehead zu qualifizieren, doch diese Entscheidung liegt vollständig beim Spieler.
„Man könnte sagen: Spiel ein paar frühe Turniere, verdiene etwas Preisgeld und sichere dir die Qualifikation. Aber das liegt beim Spieler. Wenn er sich entscheidet, nicht zu spielen, ist das in Ordnung. Die anderen Spieler werden dem vermutlich nicht hinterhertrauern.“