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Austrian Darts Open 2026 in Graz haben am Freitagnachmittag mit mehreren packenden Erstrundenpartien begonnen. Aus deutscher Sicht rückte vor allem Niko Springer in den Mittelpunkt. Der Mainzer setzte sich trotz eines holprigen Starts mit 6:3 gegen den Waliser Nick Kenny durch und zog damit in die zweite Runde ein. Weniger erfolgreich verlief die Session dagegen für Gabriel Clemens und Ricardo Pietreczko, die beide früh die Segel streichen mussten.
Springer bestätigte einmal mehr seine enorme Konstanz auf der European Tour. Der ehemalige European-Tour-Champion kämpfte sich nach zahlreichen Problemen auf die Doppel stark zurück und überzeugte vor allem in der Schlussphase mit spektakulären Highfinishes. Clemens und Pietreczko hingegen konnten ihre Chancen nicht konsequent genug nutzen und kassierten bittere Niederlagen.
Springer dreht nach Fehlstart auf
Niko Springer erwischte gegen Nick Kenny zunächst einen Albtraumstart. Gleich in den ersten beiden Legs ließ der Deutsche elf Darts auf Doppel liegen und geriet dadurch früh mit 0:2 in Rückstand. Auch danach lief beim Weltranglisten-45. längst nicht alles rund. Insgesamt vergab Springer im Match 19 Checkdarts, konnte aber dennoch den Sieg nach Hause bringen.
In Runde zwei trifft Springer auf Wessel Nijman
Nach anfänglichen Problemen fand der „Meenzer Bub“ immer besser in die Partie und drehte einen 0:2-Rückstand mit drei gewonnenen Legs in Serie. Besonders beeindruckend präsentierte sich Springer auf die hohen Finishes. Erst checkte er 126 Punkte, später folgte ein starkes 116er-Finish zur 4:3-Führung.
Für den Höhepunkt sorgte Springer anschließend mit einem sensationellen 167er-Checkout zum 5:3. Mit einem 19-Darter machte er den Sieg schließlich perfekt. Trotz eines überschaubaren 87,7er-Averages reichte es dank der klar besseren Scoringphase und drei Highfinishes zum verdienten Erfolg gegen den schwachen Kenny, der lediglich auf 77,43 Punkte im Schnitt kam.
In der zweiten Runde wartet nun mit Wessel Nijman einer der formstärksten Spieler des gesamten Jahres auf den Deutschen.
Pietreczko kämpft – Kovacs bleibt nervenstark
Ricardo Pietreczko musste dagegen die nächste enttäuschende Niederlage hinnehmen. Der Berliner unterlag dem Ungarn Patrik Kovacs mit 4:6 und offenbarte dabei erneut Probleme mit seiner Wurftechnik.
Bereits auf der Pro Tour hatte „Pikachu“ zuletzt sichtbar mit Dartitis zu kämpfen.
Dabei begann die Partie noch ordentlich. Pietreczko holte sich beim Stand von 1:1 das erste Break der Begegnung und ging mit 2:1 in Führung. Nach einem zwischenzeitlichen Rückstand meldete sich die deutsche Nummer zwei mit einem herausragenden Leg eindrucksvoll zurück.
Pietreczko eröffnete das Leg mit einer 171, ließ eine 180 folgen und stand plötzlich kurz vor einem Neundarter. Zwar verpasste er anschließend das spektakuläre 150er-Finish über dreimal Bullseye, dennoch checkte er wenig später 78 Punkte zum starken 12-Darter und dem 3:3-Ausgleich.
In der entscheidenden Phase zeigte sich Kovacs jedoch deutlich konsequenter auf die Doppel. Besonders bitter verlief das neunte Leg: Pietreczko wartete bei 40 Rest auf seine Chance zum Break, doch Kovacs löschte eiskalt 120 Punkte über ein Shanghai-Finish zum 5:4. Anschließend vergab Pietreczko drei Darts auf Doppel 19 zum möglichen Decider, bevor Kovacs mit einem 42er-Checkout den Sack zumachte.
Der Ungar trifft damit in Runde zwei auf Josh Rock.
Clemens unterliegt Joyce trotz solidem Average
Auch Gabriel Clemens musste sich bereits in seinem Auftaktmatch verabschieden. Der „German Giant“ verlor gegen Ryan Joyce mit 3:6, obwohl der Deutsche mit einem Average von 90,36 Punkten sogar leicht besser unterwegs war als sein englischer Gegner.
Die Partie verlief zunächst ausgeglichen. Beide Spieler hielten ihre Anwurflegs sicher, ehe Joyce mit einem Treffer auf Doppel 18 erstmals mit 2:1 in Führung ging. Clemens antwortete stark und glich sowohl zum 2:2 als auch später zum 3:3 aus.
Entscheidend wurde schließlich das achte Leg. Clemens verpasste dort einen Dart auf Doppel 16 für ein mögliches 108er-Finish und den erneuten Ausgleich. Joyce nutzte die Chance sofort, schnappte sich das Break und spielte die Partie anschließend nervenstark zu Ende. Mit einem starken 118er-Checkout zum 15-Darter stellte „Relentless“ den 6:3-Endstand her.
Joyce bekommt es nun mit dem Belgier Mike De Decker zu tun.
Doets mit Topauftritt – Zonneveld und Gilding zittern sich weiter
Neben den deutschen Partien sorgten auch einige internationale Spieler für Aufmerksamkeit. Kevin Doets zeigte die stärkste Leistung der Session und setzte sich mit einem Average von knapp 99 Punkten souverän mit 6:3 gegen Chris Landman durch.
Niels Zonneveld musste gegen James Hurrell dagegen deutlich mehr kämpfen. Der Niederländer verspielte zwischenzeitlich mehrere Führungen, behielt im Decider aber die Nerven und gewann noch mit 6:5.
Andrew Gilding tat sich ebenfalls schwer, erreichte gegen Nick Zwittnigg trotz eines schwachen 80er-Averages aber dennoch die zweite Runde. Außerdem setzte sich Krzysztof Ratajski mit 6:3 gegen Aaron Hardy durch und trifft nun auf Michael van Gerwen.