Co Stompé kritisiert das Teilnehmerfeld der World Series Finals: „Am Ende muss auch die Qualität stimmen“

PDC
durch Nic Gayer
Donnerstag, 17 September 2026 um 13:30
Co-Stompe
Die World Series of Darts Finals sollen in dieser Woche in Amsterdam den festlichen Schlusspunkt hinter den internationalen PDC-Circuit setzen. Doch noch bevor beim viertägigen Spektakel der erste Dart geworfen wird, steht das Turnier in der Kritik. Gleich vier Spieler haben ihre Teilnahme abgesagt – und auch die Zusammensetzung des 32-köpfigen Teilnehmerfeldes sorgt im Vorfeld für Diskussionen.
Besonders auffällig: Acht der 32 Spieler, die in Amsterdam antreten werden, haben während der regulären World Series in diesem Jahr kein einziges Match bestritten. Ihre Startberechtigung für das Abschlussturnier sicherten sie sich stattdessen über die Weltrangliste oder das separate Qualifikationsturnier. Hinzu kommen mehrere kurzfristige Veränderungen im Feld: Gary Anderson fehlt wie bereits im vergangenen Jahr bei den Finals, während auch Man Lok Leung, Lourence Ilagan und Alexis Toylo nicht in die Niederlande reisen. Leung meldete sich vor zwei Wochen krank, Ilagan und Toylo müssen aufgrund von Visa-Problemen passen.

Immer weniger „lokale Helden“ bei den World Series Finals

Gerade die Ausfälle der internationalen Teilnehmer fallen ins Gewicht, weil diese Spieler einen wesentlichen Bestandteil der ursprünglichen World-Series-Idee darstellen. Bei den über das Jahr verteilten Turnieren rund um den Globus erhalten lokale Dartsprofis die Gelegenheit, sich auf großer Bühne mit acht etablierten Namen aus der Weltspitze zu messen. Gleichzeitig nutzt die PDC die World Series dazu, ihren Sport auch außerhalb der traditionellen Darts-Märkte prominent zu präsentieren.
Motomu Sakai jubelt.
Motomu Sakai hält in Amsterdam die asiatischen Farben hoch: Nach den Absagen von Man Lok Leung, Lourence Ilagan und Alexis Toylo ist der Japaner der einzige asiatische Teilnehmer der World Series of Darts Finals.
Beim großen Finale in Amsterdam ist von diesem internationalen Grundgedanken allerdings nur noch eingeschränkt etwas zu erkennen. Unter den 32 Teilnehmern befinden sich letztlich nur noch acht Spieler, die sich der Gruppe jener „lokalen Helden“ zurechnen lassen, die bei den verschiedenen Stationen der World Series gegen die PDC-Stars angetreten sind.
Doch selbst für diejenigen internationalen Spieler, die den Weg nach Amsterdam antreten, dürfte es alles andere als einfach werden, nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Der ehemalige Profi Co Stompé erwartet für sie sowohl sportlich als auch finanziell eine schwierige Aufgabe.
„Sie sind eigentlich chancenlos, um richtig aufzufallen, also werden sie mehr für Reise- und Übernachtungskosten ausgeben“, erklärte Stompé gegenüber De Telegraaf. „Finanziell bringt es nichts ein, aber wenn man etwas erreichen will, nimmt man jede Chance wahr, um solche Matches zu spielen.“

Absagen bringen vier Nachrücker ins Teilnehmerfeld

Die durch die Absagen entstandenen Lücken wurden mittlerweile größtenteils mit prominenten und erfahrenen Namen geschlossen. Dirk van Duijvenbode, Daryl Gurney und Maik Kuivenhoven rückten für die drei fehlenden internationalen Teilnehmer ins Feld. Nachdem auch Anderson seine Teilnahme abgesagt hatte, erhielt Jermaine Wattimena ebenfalls eine Einladung. Dadurch ist die ohnehin große niederländische Fraktion beim Heimspiel in Amsterdam noch einmal angewachsen.
Stompé kann sich mit dieser Lösung durchaus anfreunden – insbesondere, weil für ihn auch die sportliche Qualität des Turniers eine wichtige Rolle spielt. Dass Toylo, der für sein äußerst langsames Spieltempo bekannt ist, nicht teilnehmen wird, bereitet dem ehemaligen Profi jedenfalls keine allzu großen Sorgen.
„Ich bin schon froh, dass Toylo nicht dabei ist, denn dann dauert es eine Stunde länger“, sagte „The Matchstick“ mit Blick auf das gemächliche Tempo des Filipinos. „Am Ende muss auch qualitativ etwas geboten sein, weil es in vielen Ländern übertragen wird. Man will nicht drei Partien sehen, die nach einer Viertelstunde vorbei sind.“

Diskussion um Sinn und Format der World Series Finals

Die Diskussionen vor dem Turnier in Amsterdam sind dabei keineswegs ein isoliertes Phänomen. Bereits bei früheren World-Series-Events in diesem Jahr kam es zu Absagen prominenter Spieler. Gleichzeitig wurde insbesondere rund um einige Veranstaltungen im Nahen Osten Kritik am Konzept laut. Die jüngsten Entwicklungen vor dem Abschlussturnier verleihen deshalb auch der grundsätzlichen Debatte über die Rolle der World Series Finals und die Vergabe der Startplätze neuen Schwung.
Ursprünglich bilden die World Series Finals den Abschluss eines internationalen Circuits, dessen wesentliches Merkmal das Aufeinandertreffen der etablierten PDC-Weltspitze mit Spielern aus den jeweiligen Gastgeberländern und Regionen ist. Genau dieser internationale Charakter spiegelt sich im endgültigen 32-köpfigen Teilnehmerfeld von Amsterdam allerdings nur noch bedingt wider.
Damit stellt sich einmal mehr die Frage, welche Funktion das Finalturnier innerhalb der World Series künftig einnehmen soll. Während die einzelnen Stationen rund um den Globus bewusst auf die Begegnung zwischen internationalen Stars und regionalen Spielern ausgerichtet sind, entsteht beim Saisonabschluss durch Weltranglistenplätze, Qualifier, Einladungen und kurzfristige Nachrücker ein deutlich anders zusammengesetztes Feld.

World Series Finals bleiben in Amsterdam

Ungeachtet der aktuellen Diskussionen ist die Zukunft des Turniers in den Niederlanden zunächst gesichert. In dieser Woche wurde bestätigt, dass die World Series of Darts Finals auch im kommenden Jahr in Amsterdam ausgetragen werden. Für den niederländischen Dartsport ist das eine erfreuliche Nachricht, nachdem zuvor bereits feststand, dass das Dutch Darts Masters aus dem Kalender verschwinden.
Auch die PDC äußerte sich zu den personellen Veränderungen. Der Verband bezeichnete die Absagen für das Turnier in Amsterdam als enttäuschend, verwies gleichzeitig jedoch auf die weiterhin vorhandene Qualität des Teilnehmerfeldes und die starke niederländische Präsenz beim Saisonabschluss der World Series.
Für Stompé muss die turbulente Vorgeschichte ohnehin nicht bedeuten, dass darunter am Ende auch das eigentliche Event leidet. Sobald in Amsterdam die Darts fliegen und die Ränge gefüllt sind, erwartet der frühere Profi die gewohnt ausgelassene Atmosphäre.
„Für das Publikum ist es großartig, also wird es ohnehin eine schöne Party.“
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