„Dass ich so weit kam, war ein Geschenk der Götter“ – Gary Anderson voller Selbstironie nach verlorenem Finale

PDC
Montag, 31 August 2026 um 12:00
Gary Anderson (4)
Gary Anderson gewann die Hungarian Darts Trophy am Sonntagabend zwar nicht, doch der zweimalige Weltmeister blickt trotzdem auf ein herausragendes Wochenende in Budapest zurück. Der Schotte erreichte erstmals seit Juli des vergangenen Jahres wieder ein European-Tour-Finale, verlor dort jedoch deutlich mit 2:8 gegen einen überragenden Ross Smith.
Nach dem überraschenden Lauf ins Endspiel fand Anderson trotzdem klare, humorvolle Worte. „Ich war schon eine ganze Weile komplett ohne Energie!", witzelte der Schotte, der in Ungarn erst sein drittes European-Tour-Turnier der Saison bestritt. „Das Erreichen des Finals war pures Glück. Dass ich so weit gekommen bin, war ein Geschenk der Götter." Ganz gerecht wurde er sich damit allerdings nicht, denn er feierte in Budapest seine ersten vier Siege auf der European Tour 2026 und machte damit einen wichtigen Schritt im Kampf um die Qualifikation für die European Darts Championship.

Überzeugender Weg ins Finale

Anderson eröffnete sein Turnier mit einem überzeugenden 6:2-Erfolg gegen Krzysztof Ratajski und untermauerte diesen mit einem starken Average von 105,27. Im Anschluss forderte ihn Stephen Bunting, den er erst im entscheidenden elften Leg bezwang. Auch danach blieb es spannend: Im Viertelfinale gegen Gian van Veen benötigte Anderson erneut ein Average über 100, ehe er den Niederländer im Decider niederrang. Im Halbfinale gegen Nathan Aspinall schien das Turnier für ihn bereits vorbei, doch Anderson wehrte fünf Matchdarts ab und zog dennoch ins Finale ein.
Dort wartete ein entfesselter Ross Smith. Der Engländer übernahm dank starker Finishes über 103 und 124 Punkte mit 2:1 die Führung und zog anschließend immer weiter davon. Mit einem 11-Darter besiegelte Smith schließlich den 8:2-Endstand. Ein Average von 101 sowie eine Checkout-Quote von 73 Prozent unterstrichen seinen dominanten Auftritt. Anderson zollte seinem Gegner nach der Partie höchsten Respekt: „Ross war den ganzen Tag über großartig. Wir haben ihn in seinem zweiten Match beobachtet, und er war fantastisch."
Für Smith bedeutete der Titel bereits seinen zweiten European-Tour-Erfolg 2026, nachdem er im Mai schon die International Darts Open gewonnen hatte. Bemerkenswert dabei: Auch in Andersons letztem European-Tour-Finale im Juli des vergangenen Jahres setzte sich Smith gegen den Schotten durch.
Trotz der klaren Finalniederlage dürfte das Wochenende für Anderson enorm wertvoll sein. Seine vier Siege verbessern seine Chancen auf die Teilnahme an der European Darts Championship spürbar, und der Schotte will diese Qualifikation nun in den verbleibenden Turnieren festigen. „Wir haben noch ein paar Turniere, um uns für die Finals zu qualifizieren", schloss ein kämpferischer Anderson. „Also werde ich verdammt noch mal alles dafür tun."
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