„Die WM war extrem frustrierend – im Vorfeld lief es nicht gut“ – Niko Springer spricht offen über schwierige Monate und seinen Neustart

PDC
durch Nic Gayer
Sonntag, 05 April 2026 um 10:00
Niko Springer (1)
Niko Springer hat beim German Darts Grand Prix 2026 einen hart erkämpften Auftaktsieg gefeiert. Der Deutsche setzte sich am Samstagabend im Zenith München mit 6:5 im Decider gegen Landsmann Jan Schmidt durch und zog damit in die zweite Runde ein. Dort wartet nun kein Geringerer als Michael van Gerwen.
Trotz des Erfolgs zeigte sich Springer im Anschluss gewohnt selbstkritisch. Nach einem intensiven deutsch-deutschen Duell überwog bei ihm weniger die Freude über den Sieg als vielmehr der Blick auf die eigene Leistung. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich relativ selbstkritisch bin“, erklärte er im Exklusiv-Interview mit Dartsnews.de (YouTube). „Ich fand nicht, dass ich überragend gespielt habe – bei weitem nicht. Ich war eigentlich einfach nur froh, dass ich gewonnen habe. Ich weiß, dass da noch deutlich mehr geht.“

Selbstkritik trotz starkem Saisonstart

Dabei spricht die bisherige Saison durchaus für den 25-Jährigen. Bereits zwei Achtelfinalteilnahmen auf der Pro Tour sowie ein Viertelfinale auf der European Tour unterstreichen seine stabile Frühform. Auch Springer selbst bewertet die Entwicklung positiv – trotz kleiner statistischer Rückschritte im Vergleich zum Vorjahr.
Niko Springer setzte sich in Runde eins des German Darts Grand Prix im Zenith München im Decider mit 6:5 gegen Jan Schmidt durch
Niko Springer setzte sich in Runde eins des German Darts Grand Prix im Zenith München im Decider mit 6:5 gegen Jan Schmidt durch
„Von den Ergebnissen her würde ich sagen deutlich besser als letztes Jahr, von den Statistiken her nicht ganz so gut“, ordnete er ein. „Aber letztendlich zählt das, worauf es ankommt: Ergebnisse. Deswegen gibt mir das ein gutes Gefühl. Ich weiß genau, da geht noch deutlich mehr, aber momentan fühlt sich alles richtig an und es geht in die richtige Richtung.“
Dass Springer sich aktuell wieder stabiler präsentiert, ist kein Zufall. Nach einem außergewöhnlich starken ersten Tour-Card-Jahr 2025 hatte ihn vor allem das überraschende Erstrundenaus bei der Darts WM 2026 nachhaltig beschäftigt.
„Da brauche ich nicht drumherumreden: Die WM war extrem frustrierend“, sagte Springer offen. „Im Vorfeld lief es nicht so gut. Das erwähnt man vielleicht nicht so in den Interviews, aber auch danach war es sehr schwierig nach dem WM-Spiel.“
Trotz dieser Phase hielt er bewusst an seinem eingeschlagenen Weg fest. Statt grundlegende Veränderungen vorzunehmen, konzentrierte sich Springer darauf, zu den eigenen Stärken zurückzufinden. „Ich habe immer versucht, an mich und meine Fähigkeiten zu glauben. Das ist mir teilweise gar nicht so leicht gefallen. Andere Spieler würden wahrscheinlich viele Dinge verändern, aber ich habe gesagt: Es liegt weder an Schäften, Flights oder Barrels – es liegt einfach nur an mir.“
Diese Rückbesinnung auf die Grundlagen war für ihn ein entscheidender Schritt zurück zu mehr Stabilität. „Ich habe versucht, an mir zu arbeiten, und ich denke, ich bin momentan wirklich auf dem richtigen Weg. Es ist noch ein bisschen schwankend, aber ich glaube, das wird mit der Zeit.“
Der knappe Erfolg im Zenith München könnte sich daher als wichtiger Baustein in dieser Entwicklung erweisen. Mit dem Duell gegen van Gerwen wartet nun die nächste große Herausforderung – zugleich aber auch die Chance, den positiven Trend auf der European Tour weiter zu bestätigen.
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