
Der Gedanke wirkt fast schon ketzerisch: eine Premier League Darts ohne Michael van Gerwen. Doch genau dieses Szenario könnte im kommenden Jahr tatsächlich Realität werden. Der Niederländer läuft Gefahr, in der PDC Order of Merit weiter an Boden zu verlieren – mit womöglich weitreichenden Folgen.
Aktuell rangiert „Mighty Mike“ auf Platz vier der Premier-League-Tabelle, drei Spieltage vor dem Ende der regulären Saison. Sein Polster ist allerdings denkbar knapp: Nur zwei Punkte trennen ihn von den Verfolgern Luke Humphries und Gian van Veen.
Van Gerwen steht unter Druck
Während der Kampf um die Play-off-Plätze immer enger wird, droht im Hintergrund eine noch größere Gefahr. Van Gerwen muss in den kommenden Monaten enorme Preisgelder verteidigen – unter anderem durch seine Finalteilnahmen bei der Darts WM 2025 im Alexandra Palace sowie beim World Matchplay 2024. Sollte ihm das nicht gelingen, könnte er in der Weltrangliste deutlich abrutschen. Im schlimmsten Fall droht ihm nach der WM 2027 sogar der Absturz aus den Top-20.

Michael van Gerwen kämpft um den Einzug in die Premier-League-Play-offs – gleichzeitig wächst der Druck in der Weltrangliste
Dabei gehört van Gerwen seit Jahren zum festen Inventar der Premier League. Seit 2013 hat der Niederländer keine einzige Ausgabe verpasst und hält mit sieben Titeln weiterhin den Rekord. Genau deshalb sieht Analyst Michael Bridge die PDC vor einer heiklen Entscheidung.
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„Eine Premier League ohne Michael van Gerwen ist eigentlich undenkbar, oder?“, sagte Bridge im Podcast Love the Darts. Dabei verwies er nicht nur auf die sportliche Komponente: „Gerade in Ländern wie den Niederlanden und Deutschland wollen die Fans ihn überall sehen. Er hat nach wie vor diese Ausstrahlung. Aber wenn seine Form schwach bleibt und er auf der Order of Merit abrutscht, muss sich die PDC wirklich die Frage stellen, was sie tut.“
Dass van Gerwen weiterhin zur absoluten Spitze gehören kann, zeigte er bereits zu Beginn der Saison mit seinem Triumph am ersten Abend in Newcastle. Darüber hinaus erreichte er drei weitere Finals – auch wenn er keines davon gewinnen konnte. Ex-Profi Mark Webster erkennt deshalb weniger ein Qualitätsproblem als vielmehr fehlende Konstanz. „Das Niveau ist da, aber es geht um das Timing – in den entscheidenden Momenten zuzustechen.“
Webster sieht vor allem die verpassten Chancen als Problem. „Er spielt gute Averages, verliert aber auch Matches, in denen er Punkte hätte mitnehmen können. Das sahen wir auch im Vorjahr um diese Zeit, als seine Kampagne zu bröckeln begann“, erklärte der Waliser.
Weltrangliste derzeit wichtiger als Premier League
Auch wenn die Premier League weiterhin zu den prestigeträchtigsten Wettbewerben im Darts gehört, dürfte van Gerwens Fokus derzeit woanders liegen. Angesichts der großen Summen, die er in den kommenden Monaten verteidigen muss, wird die Weltrangliste für ihn zunehmend zum entscheidenden Thema.
„Wenn all dieses Preisgeld von seiner Rangliste abgezogen wird, läge er vorerst nur noch um Platz 18 oder 19. Das ist für ihn eine viel größere Sorge. Natürlich will er in der Premier League unter die Top Vier kommen, aber sein Fokus liegt anderswo“, sagte Webster.
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Dennoch will der frühere Profi den Niederländer keineswegs abschreiben. „Mit noch drei Wochen zu gehen kann er die Play-offs problemlos erreichen. Und wenn er dort steht, wird er glauben, dass er jeden in den letzten Vier schlagen kann.“
Am kommenden Donnerstag wartet in Leeds allerdings eine echte Mammutaufgabe. Dort trifft van Gerwen auf Weltmeister und Premier-League-Spitzenreiter Luke Littler. Ein Sieg könnte ihm nicht nur einen wichtigen Schritt Richtung Play-offs einbringen, sondern auch wertvolles Selbstvertrauen für die anstehenden Major-Turniere liefern.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









