Der Sieg von
Beau Greaves bei
Players Championship 11 kam für Kenner alles andere als überraschend. In der Dartswelt lag es schon länger in der Luft, dass die junge Engländerin einen Titel auf dem Players-Championship-Boden holen würde. Die Frage war nicht ob, sondern wann der Moment kommen würde.
Greaves bestätigte diese Erwartung mit einem beeindruckenden Turnier, in dem sie nicht nur scoringstark auftrat, sondern vor allem mental äußerst stabil wirkte. Unter Druck blieb sie kühl und effizient, eine Qualität, die auf höchstem Niveau oft den Unterschied macht. Im Finale bezwang sie den ehemaligen Weltmeister Michael Smith mit 8:7. Ihr Triumph wird daher als wichtiger Meilenstein gesehen, aber sicherlich nicht als Endpunkt.
„Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft“
Laut Ex-Profi und Experten ist die Zukunft von Greaves noch völlig offen und ihr Potenzial bei Weitem nicht ausgeschöpft. „Das ist keine Endstation“, heißt es. „Sie entwickelt sich weiter und wird nur noch besser. Besonders beeindruckend ist, wie komplett ihr Spiel in so jungen Jahren bereits ist.“
Auch der frühere BDO-Weltmeister
Mark Webster sieht für Greaves eine große Zukunft, vor allem auf den größten Bühnen. „Sie wird dieses Jahr noch einige Majors spielen“, stellt er fest. „Und wenn sie dort ihr Niveau abrufen kann, wird sie sofort Eindruck machen. Sie hat das Spiel und das Temperament, um auch dort zu liefern.“
Vergleich mit Lisa Ashton
Die Leistung von Greaves wird häufig mit der von Lisa Ashton verglichen, die als erste Frau eine PDC Tour Card erobern konnte. Ashton schrieb Geschichte, schaffte es jedoch nicht, sich dauerhaft mit der Spitze des Männerfeldes zu messen. Greaves scheint in diesem Punkt einen Schritt weiter zu sein. Ihre Scoring-Power ist höher und ihr konstantes Niveau macht sie für jeden zu einer gefährlichen Gegnerin.
Besonders beeindruckend ist ihre Reife am Board. Während viele Spielerinnen und Spieler unter Druck Fehler machen, scheint Greaves noch besser zu werden. Diese mentale Widerstandsfähigkeit, kombiniert mit ihren technischen Qualitäten, sorgt für offene Münder. „Sie ist für mich jetzt schon die beste Dartspielerin aller Zeiten“, so Webster.
Lisa Ashton war die erste Frau, die eine PDC Tour Card eroberte
Wo liegt die Grenze von Greaves? „Ich glaube, das weiß sie selbst nicht“, sagt Webster. „Dass sie ein Players Championship gewinnt, überrascht mich überhaupt nicht“, ergänzt Edgar. „Ich bin vor allem gespannt, ob sie jetzt den nächsten Schritt machen kann hin zum Gewinn eines European Tour Turniers oder sogar eines Majors.“
Eines steht jedoch fest: Mit ihrem Titel bei Players Championship 11 hat Beau Greaves einmal mehr bewiesen, dass sie bereit ist für das allerhöchste Niveau — und dass ihre Geschichte längst nicht auserzählt ist.